Geocaching in Berkum

So spielen Erwachsene

Auf der Suche nach dem Schatz: Sven von Loga (2. von links) leitet die Teilnehmer der Volkshochschulveranstaltung an.

Auf der Suche nach dem Schatz: Sven von Loga (2. von links) leitet die Teilnehmer der Volkshochschulveranstaltung an.

Berkum. Auf den Punkt genau funktioniert auch das beste GPS-Gerät nicht. Die Erfahrung haben alle Teilnehmer der Geocaching-Tour gemacht. Sie waren am Samstag unterwegs mit dem Geologen Sven von Loga, bei einem Angebot der Volkshochschule Meckenheim Rheinbach Swisttal, zu der auch die Gemeinde Wachtberg gehört.

Die Gruppe brauchte eine Weile, um per Satellitennavigation eine Dose in Größe eines Einmachglases zu finden, die an einer bestimmten Koordinate im Wald bei der Fraunhofer Radom-Kugel liegt. Gar nicht so leicht, wenn die grüne Dose im Unterholz versteckt ist und das GPS-Gerät nur eine Genauigkeit von sechs Metern hat.

Aber schließlich war der Schatz gefunden. Einige Teilnehmer trugen sich in ein Heftchen ein und hinterließen, was nicht unüblich ist, Kleinigkeiten wie Glückskeks-Sprüche und eine Centmünze darin. In der Dose lagen schon Schlüsselanhänger und ein „Travelbug“ – eine Plakette, die man heraus- und mit auf Reisen nehmen kann, um sie etwa in einem anderen Land in einem anderen Cache zu hinterlegen.

Den Cache „Im Wald“ zu finden war eine von mehreren Aufgaben, mit denen von Loga seinen fünf Teilnehmern nicht nur einen unterhaltsamen Nachmittag im Freien bescheren wollte. Sie sollten auch den Umgang mit den GPS-Geräten und ihre Möglichkeiten nahe bringen.

Teilnehmer wollen Umgang mit GPS-Gerät lernen

Vom Parkplatz an der Kugel aus folgten sie einem vorgezeichneten „Track“, suchten Wegpunkte, übten die Eingabe von Koordinaten, den Umgang mit dem Kompass, die Kalibrierung der Höhenangabe und anderes, bevor man an die Geocache-Suche ging. Die Teilnehmer waren alle GPS-Laien.

Sie wolle so ein Gerät fürs Wandern nutzen, sagte eine ältere Frau, und es generell besser verstehen. „Ich habe mal mit meinen Enkeln versucht, einen Cache zu finden.“ Die Enttäuschung sei groß gewesen, als sie nicht erfolgreich waren. Das hoffte sie zu vermeiden, indem sie sich mit ihrem Gerät besser vertraut machte.

Sie hatte als Einzige eins mitgebracht, den übrigen lieh von Loga einen GPS-Empfänger. Für Anke Müller und Andrea Siedler war die Technik neu. „Ich habe schon zweimal einen Cache gefunden“, sagte Siedler, „aber aus Versehen.“ Sie machte aus Neugier und Abenteuerlust mit. „Ich spiele gerne und bin gerne draußen.“

Mit Kompass bei dichtem Nebel aufgeschmissen

Ebenso wie ihre Nachbarin Müller. „Es ist toll, wenn es auch mal etwas zum Spielen für Erwachsene gibt.“ Daneben lerne man bei solchen Veranstaltungen neue Menschen kennen. „Ich bin früher sehr viel gewandert“, sagte Siedler. Immer mit Kompass und Karte.

Aber damit sei man zum Beispiel bei dichtem Nebel schnell aufgeschmissen, sagte von Loga. „Wenn ich wirklich gar nichts mehr sehe: GPS geht immer.“ Und zwar weltweit, ob in Wachtberg oder Tunesien, in der Großstadt oder im Gebirge. Es gebe viele vorgefertigte Tracks, denen man folgen kann. Wichtig sei nur, dass man die Touren vorher im Internet vorbereite und ausreichend Batterien dabei habe, damit die Geräte nicht schlappmachen.

Der Rummel ums Geocaching habe sich inzwischen normalisiert, sagte von Loga. Für die VHS bietet er Touren regelmäßig an. „Ich habe viele Leute kennengelernt, die dadurch Mut gewonnen haben.“ Das sei auch toll für Kinder, denen ein Sonntagsspaziergang zu langweilig sei. „Sie sind draußen, bedienen ein High-Tech-Gerät, können Schätze im Gebüsch suchen.“