Riesige Torte

So hat Wachtberg seinen 50. Geburtstag gefeiert

Wachtberg. Was für eine Überraschung für die Mitarbeiter des Wachtberger Rathauses: Am Morgen des 50. Gemeindengeburtstags stand eine riesige Torte an ihrem Arbeitsplatz. Und auch sonst wussten sich die Wachtberger selbst zu feiern.

Das Schönste an Geburtstagen sind Überraschungen. Deshalb dürften die Mitarbeiter des Wachtberger Rathauses am Donnerstagmorgen, stellvertretend für das eigentliche Geburtstagskind, große Augen gemacht haben, als vor der Fassade plötzlich eine überdimensionale Geburtstagstorte stand. Leider nicht echt, aber trotzdem selbst gemacht von Mitgliedern und Freunden der Jungen Union um ihren Vorsitzenden Heiko Heinen.

Ein süßer Start also in den 1. August, an dem die Gemeinde nach der kommunalen Neuordnung vor 50 Jahren das Licht der Welt erblickte. Und eine freudige Einstimmung auf die insgesamt drei Feiertage, die am Abend mit einem Festakt in der Aula der Hans-Dietrich-Genscher-Schule begannen. Deshalb würdigte Bürgermeisterin Renate Offergeld bei ihrer Begrüßung der über 400 geladenen Gäste und Bürger das unerwartete Geschenk ausdrücklich. Und rühmte Wachtberg als „wahres Juwel“.

Bürgermeister a.D. fand eine "liebenswerte Heimat"

Zwar nicht als Vater des Geburtstagskindes, aber als einer der Charaktere, die es prägten, hielt Bürgermeister a.D. Hans-Jürgen Döring die Festrede. Er legte den Schwerpunkt auf die Anfangsjahre, stellte als – fiktiver – Filmemacher den Gästen sein Drehbuch „Wachtberg – ein gelungenes Experiment“ vor. Startschwierigkeiten ließ er, der am 1. August 1969 seinen Dienst bei der Gemeinde antrat, genauso wenig aus wie Erfolge. Die überwiegen für Döring, er macht sie an einem Wir-Gefühl fest: „Ich selbst habe hier vor 50 Jahren als Imi eine liebenswerte Heimat gefunden, die ich um nichts in der Welt eintauschen würde. Und ich kenne viele, die diese Einschätzung teilen.“

In eine ähnliche Richtung zielte Sebastian Schuster, Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, mit seinen Worten: „Die 16 Ortschaften sind heute fest als Wachtberg zusammengewachsen und präsentieren sich als Gemeinde mit vielen Gesichtern.“ Er freue sich, dass Wachtberg fester Bestandteil der Rhein-Sieg-Kreis-Familie sei. Zudem wies Schuster auf die Ortsumgehung Gimmersdorf hin, deren Planungen bereits in dem alten Landkreis Bonn begonnen hätten.

"Geduld zahlt sich aus"

„Manch einer wird sich gedacht haben, dass es nie etwas wird, aber Geduld zahlt sich aus“, so Schuster, der für den 16. September die offizielle Eröffnung als Geburtstagsgeschenk ankündigte. Als jüngste Rednerin stand Joana Bungert auf der Bühne. Sonst als Hip-Hopperin unterwegs, überzeugte sie beim Festakt als Poetin mit einer Hommage an Wachtberg. „Und deshalb find ich es gut, wie es ist. Die Menschen um dich herum sind keine Fremden, sondern in etwas anderen Hemden, Menschen, die du kennst. Von jedem kennt man das Gesicht“, befand die 18 Jahre alte Poetry-Slammerin.

Zwischendurch gab es klassische Musik von jungen und älteren Mitgliedern des Wachtberger Kammerorchesters. Händel, Mozart, Farkas und Gounod – am Ende doch würdevoller als ein einfaches Happy Birthday. Welche Diskussionen es bei der Neuordnung vor 50 Jahren in den Orten gegeben hatte, präsentierte der Laienspielkreis Oberbachem in einer wundervollen Talkshow. Ein gelungener Abend, wenngleich auch mit Laugengebäck statt Torte.