Grundstücke in Wachtberg

Rat hebt Preise fürs Villiper Gewerbegebiet an

Das Gewerbegebiet in Villip wird erweitert. Der einst festgelegte Quadratmeterpreis soll nun an die Unternehmen angepasst werden.

Das Gewerbegebiet in Villip wird erweitert. Der einst festgelegte Quadratmeterpreis soll nun an die Unternehmen angepasst werden.

Wachtberg. Bislang lag der Quadratmeterpreis für die Erweiterungsfläche in Villip bei 73 Euro. Künftig sollen es im Gewerbegebiet deutlich mehr sein.

Relativ zügig und thematisch eher übersichtlich ist am Mittwochabend die letzte Ratssitzung vor der Sommerpause über die Bühne gegangen. Spannender wurde es im nichtöffentlichen Teil, als es um die Grundstückspreise im erweiterten Gewerbegebiet Villip ging.

Auf die Tagesordnung war das Thema durch eine Nachfrage von Volker Gütten in der Juni-Ratssitzung gekommen. Der Christdemokrat hatte sich nach einer Berichterstattung des GA gewundert, dass der Beigeordnete den Quadratmeterpreis mit 73 Euro angegeben hatte. „Das erscheint mir sehr niedrig im Vergleich zu den umliegenden Gemeinden“, so Gütten damals.

Nach GA-Informationen war der Preis für die Erweiterungsfläche aber auch gewählt worden, um eben viele Interessenten anzuziehen. Auf Nachfrage hatte die Gemeinde seinerzeit gesagt: Der Quadratmeterpreis beruhe auf der Kalkulation der Aufwendungen, die für die Erschließung der gesamten Erweiterungsfläche erforderlich seien.

„Der Preis ist insoweit auskömmlich kalkuliert“, hatte Pressesprecherin Margrit Märtens ausgeführt. Nach einer Zwischenstation im Ausschuss – ebenfalls nichtöffentlich – landete das Thema nun im Rat. Nach GA-Informationen sprachen sich die Politiker einstimmig dafür aus, mit 100 Euro pro Quadratmeter in die anstehenden Verkaufsverhandlungen einzusteigen. Und künftig von Ansiedlung zu Ansiedlung zu schauen, um was für ein Unternehmen es sich handelt – im Zweifelsfall also auch, wie viel Gewerbesteuer es bringt und ob soziale Aspekte zu berücksichtigen sind.

Unterschiedliche Bodenrichtwerte

Beim Blick in die Nachbarstädte fällt auf, dass diese von sehr unterschiedlichen Bodenrichtwerten ausgehen. Im Gewerbepark Bornheim-Süd liegt der Preis bei 100 Euro, in Hersel bei 95 Euro, in Waldorf/Kardorf bei 90 Euro und in Sechtem bei 75 Euro pro Quadratmeter. „Allerdings verfügt die Stadt Bornheim über fast keine freien Gewerbeflächen mehr“, ergänzte Bornheims Pressesprecherin Susanne Römer-Winkler auf Anfrage.

Ihre Amtskollegin Marion Lübbehüsen teilte mit, dass die Stadt Meckenheim keine preislichen Unterschiede bei ihren Gewerbegebieten mache; Unternehmen müssten 110 Euro pro Quadratmeter zahlen. „Allerdings gibt es nur noch im Industriepark Kottenforst freie Flächen“, so Lübbehüsen.

Ganz anders handhabt das die Bundesstadt Bonn. „Wir differenzieren hinsichtlich der Lage und der jeweiligen Gewerbenutzung, also zwischen produzierendem Gewerbe und einer Handelsnutzung“, sagte Isabel Klotz vom Presseamt. Produzierendes Gewerbe muss zentrumsnah, zum Beispiel Am Dickobskreuz, 120 Euro pro Quadratmeter ausgeben, zentrumsfern am Saime-Genc-Ring 105 Euro. Bei einer Nutzung durch den Handel innenstadtnah am Potsdamer Platz werden 450 Euro pro Quadratmeter fällig, weiter außerhalb an der Drachenburgstraße 180 Euro. Laut Stadt gibt es in allen Kategorien weitere Preise, eben je nach Lage.

Ganz anders sieht die Situation in der Grafschaft aus, dank Förderung durch das Land Rheinland-Pfalz. Bei der – abgeschlossenen – Vermarktung in Gelsdorf habe der Grundstückspreis bei rund 23 Euro pro Quadratmeter gelegen, so Thomas Hergarten von der Wirtschaftsförderung. Auch im Innovationspark Rheinland seien fast alle Flächen veräußert, für den Rest lägen Reservierungen vor. „Der Quadratmeterpreis für diese betreffenden Flächen beläuft sich auf 18,78 Euro“, sagte Hergarten.