Gimmersdorfer Dorfentwicklung

Radikale Ideen bei Entwicklungskonzept in Wachtberg

Der Ortskern von Gimmersdorf um die Kapelle herum könnte als Folge des Dorfinnenentwicklungskonzepts umgestaltet werden.

Der Ortskern von Gimmersdorf um die Kapelle herum könnte als Folge des Dorfinnenentwicklungskonzepts umgestaltet werden.

Wachtberg. Gimmersdorfer Bürger diskutieren über ein Entwicklungskonzept. Beim Verkehr gibt es unterschiedliche Ansichten und Irritationen über die Ausführungen des Gutachters.

Wenn die Ortsumgehung um Gimmersdorf herum führt, dann wird sich im Ort einiges ändern, davon war Sven Lachmann vom Institut für Regionalmanagement (IfR) überzeugt – eine Chance, die man ergreifen sollte. Er und seine Mitarbeiter hatten in den letzten Monaten mit den Bewohnern ein Dorfinnenentwicklungskonzept erarbeitet, das er auf der Ortsvertretungssitzung im Dorfsaal vorstellte. Dazu waren wieder viele der Gimmersdorfer gekommen, die Ideen und Vorschläge eingebracht hatten.

Nicht alle Bürger wollen Veränderung

Besonders im Bereich Verkehr gehen die Ansichten der Gimmersdorfer mitunter auseinander. In das Konzept waren Überlegungen der Bürger etwa zu einer Verkehrsberuhigung und Straßenumgestaltung rund um die Kapelle eingeflossen: Lachmann stellte als Varianten eine Gestaltung als Platz und einen Ausbau der Bürgersteige vor. In beiden Fällen sollten die Maßnahmen sicher, attraktiv und dorfgerecht gestaltet sein und das Durchfahren erschweren. Das Bild des Ortskerns würde sich radikal wandeln. Dritte Möglichkeit wäre laut Lachmann, alles so zu lassen, wie es ist – da klatschten auch einige im Saal.

Verkehrsberuhigung und schmale Straßen wären auch eine Option für den Kommunalweg vor dem Dorfsaal im Rahmen einer Neugestaltung des Dorfplatzes. Allerdings, so wurde angemerkt, würde das auch dem Wunsch nach einer mindestens gleichbleibenden oder verdichteten Bustaktung und der Einrichtung einer neuen Haltestelle entgegenwirken. Der Vorschlag, den wieder geöffneten Berkumer Weg für den Durchgangsverkehr zu schließen und vorrangig als Radweg zu nutzen, stieß bei einigen auf Verwunderung. Immerhin wurde dort gerade erst eine Brücke errichtet.

Das Land fördert Gestaltungsmaßnahmen

Aber es handelt sich ja um ein Konzept mit Vorschlägen für mögliche, vom Land geförderte Maßnahmen und nicht um Pläne und Entscheidungen, betonte Lachmann. Darin ist auch eine Neugestaltung des Dorfsaals und dessen regelmäßige Nutzung als „Kids Club“ für Sechs- bis Zwölfjährige enthalten. Kinder und Jugendliche hätten sich zudem eine Verbesserung des Bolzplatzes gewünscht, etwa mit Ballfangnetzen und einer Sitzgruppe: „Der Platz ist auch sozialer Treffpunkt“, so Lachmann. Da habe sich schon etwas getan: Inzwischen wurde eine Bank aufgestellt, Weiteres soll folgen.

Der Boule- und der Spielplatz auf dem Dorfplatz sollen nach dem Wunsch der Projektteilnehmer bleiben. Des Weiteren waren auch ausgefallenere Vorschläge aufgenommen worden: Wlan auf dem Dorfplatz, eine „Mitnahme-Bank“, auf die man sich setzen kann, wenn man mit dem Auto mitgenommen werden will, ein „Dorfauto“, auf das – ähnlich wie beim Carsharing – jeder zurückgreifen kann.

Für Lachmann war es der letzte Auftritt in Gimmersdorf. Das Konzept wird ins Reine geschrieben. Am 10. Oktober soll der Gemeinderat darüber beraten. Man findet die Ideensammlung auf www.wachtberg.de unter dem Punkt Wirtschafts- und Gemeindeentwicklung.