Tierquälerei in Villip

Pony auf der Weide angeschossen

WACHTBERG-VILLIP. Schock und Trauer stehen Jessica Rühlemann und ihrem Ehemann Manuel noch ins Gesicht geschrieben. Am Wochenende haben sie ihr Mini-Shetlandpony "Cuba" verloren. Es ist von unbekannten Tätern erschossen worden. Die Polizei ermittelt.

Am Samstagmittag grast das drei Jahre alte Pony friedlich auf einer Weide am Rande von Villip. "Eine Bekannte hat gegen 11 Uhr noch nach Cuba gesehen, da war noch alles in Ordnung", erzählt Jessica Rühlemann. Als die Freundin dann zwei Stunden später von einem Ausritt zurückkehrt, steht das kleine Pony - Schulterhöhe 85 Zentimeter - apathisch und zitternd im Unterstand.

"Am Bauch rann ein feiner Blutfaden hinab, sodass wir erst dachten, es hätte sich an einem Zaun verletzt", sagt Jessica Rühlemann. Dann aber habe die herbeigerufene Tierärztin ein Stück des Fells freigeschoren und die Schusswunde entdeckt. Sofort geht es mit Cuba in die nahe gelegene Pferdeklinik am Kottenforst. Eine Röntgenuntersuchung bringt die schockierende Gewissheit: Auf Cuba ist geschossen worden, das Projektil steckt unmittelbar hinter einem Rippenbogen fest und kann nur durch eine Operation entfernt werden.

Die halten die Tierärzte zwar für möglich, allerdings ist der Kreislauf des Tieres so instabil, dass es die Narkose womöglich nicht überstehen würde. Am Sonntagabend erliegt Cuba den Verletzungen. "Vermutlich hat es innere Blutungen gegeben", sagt die 30-jährige Halterin.

Bei der Polizei hat sie sofort Anzeige erstattet, dort ermittelt jetzt das zuständige Fachkommissariat. Am Montag stellten Beamte in der Pferdeklinik das Projektil sicher; dem Vernehmen nach soll es sich um ein größeres Geschoss als Luftgewehrmunition handeln. Dass es sich um eine verirrte Kugel eines Jägers handeln könnte, glauben Jessica und Manuel Rühlemann nicht: "Jedenfalls hat am Samstag keine Jagd stattgefunden."

Auch ist ihnen niemand bekannt, der ihnen oder ihren Tieren etwas Böses wollen könnte. Angriffe auf Tiere seien in Wachtberg aber leider keine Einzelfälle: "In Pech ist erst vor vier Wochen mit einem Luftgewehr auf Pferde geschossen worden. Dabei verlor ein Tier ein Auge", berichten die Eheleute. Auch an die zu Tode gequälten Ziegen aus Züllighoven würden Erinnerungen wach.

Bei aller Trauer um Cuba sorgen sie sich auch um die Sicherheit von Spaziergängern, denn immerhin führt der beliebte "Wachtbergweg" unmittelbar an der Weide entlang. Bei den Passanten war das Pony so bekannt wie beliebt. "Jeder kannte Cuba", sagt die traurige Besitzerin. Die Weide, an der sie jetzt mit Plakaten nach Zeugen suchen, nutzen die Pferdeliebhaber seit drei Jahren. Cuba war Jessica Rühlemanns Hochzeitsgeschenk an ihren Bräutigam.

Vorfälle in Züllighoven
So unglaublich der Schuss auf ein grasendes Pony erscheint – Fälle von Tierquälerei gibt es regelmäßig: In Züllighoven wurden in den vergangenen Jahren mehrere Schafe und Ziegen von Unbekannten gequält und getötet. Vor zwei Wochen war ein Ziegenbock tot aufgefunden worden, der mutmaßlich vergiftet wurde. Die Untersuchungen hierzu liefen noch, sagte die Polizei auf Nachfrage.