Elterninitiative lenkt den Verkehr in sichere Bahnen

Mehr Sicherheit vor der Grundschule Niederbachem

Mit Hilfe der Lotsen überqueren die Grundschulkinder die Kreuzung an der Schule trotz starken Verkehrs sicher.

Mit Hilfe der Lotsen überqueren die Grundschulkinder die Kreuzung an der Schule trotz starken Verkehrs sicher.

Wachtberg-Niederbachem. Seit Jahren bietet sich an jedem Schultag morgens um acht das gleiche Bild an der Kreuzung vor der Schule in Niederbachem. Eine Initiative hat sich nun mithilfe vieler Eltern durchgesetzt und ein Lotsenprojekt ins Leben gerufen.

„Wenn die Poller hier nicht wären, würden manche noch bis vor die Klasse fahren“, kommentierte der Hausmeister Detlef Koch passend die Situation vor der Niederbachemer Grundschule. Das allmorgendlich chaotische Bild hatte Schulleiterin Andrea Engels schon im Vorfeld beschrieben: Fahrzeuge halten im Halteverbot vor der Schule, direkt an der Kreuzung, blockieren die Bushaltestelle. Für die Kinder, die zu Fuß zur Schule kommen, wird die Verkehrssituation gefährlich unübersichtlich. Dabei ist es bei vielen Grundschülern im Elterntaxi gar nicht notwendig, dass sie mit dem Pkw quasi vor die Tür gefahren werden. Die Eltern bringen sie so nah wie möglich an die Schule, weil sie den Weg an der Kreuzung für zu gefährlich halten – und verschlimmern die Situation dadurch.

Diesen und ähnlichen Verhaltensweisen will die Initiative von Julia Hinrichs in Zusammenarbeit mit der Schulleitung, dem Förderverein und der Polizei entgegentreten. Die Ziele aller Beteiligten sind klar: mehr Sicherheit und mehr Selbstständigkeit für die Kinder. Deshalb startete am Montag das Elternlotsenprojekt an der Gemeinschaftsgrundschule Niederbachem. „Wir haben hier schon 23 Eltern geschult“, berichtet der Verkehrssicherheitsberater der Bonner Polizei, Bernhard Bee, von der positiven Resonanz innerhalb der Elternschaft. Schulleiterin Engels zeigte sich ebenso erfreut: „Es haben sich noch weitere zehn Eltern für eine zusätzliche Schulung gemeldet.“ Mit rund 35 Lotsen kommen auf jeden Engagierten ein bis zwei morgendliche Lotsentermine je Halbjahr zu, erklärte sie.

Die Organisation der Termine übernimmt Hinrichs, die das Projekt federführend ins Leben gerufen hat. Bei jedem Pflegschaftsabend hatten sie und Engels das Projekt vorgestellt und beworben.

Auch die Gemeinde fördert die Bemühungen, indem sie an vier Stellen Hinweisschilder aufstellen wird, die auf die Lotsen aufmerksam machen. Außerdem will man das „Elterntaxiproblem“ entschärfen, indem der Schulbus künftig auch Kinder an zwei Haltestellen aus dem Dorf aufnimmt und mit den anderen zur Schule befördert. „Die Sicherheit der Kinder liegt uns am Herzen und eine solche Initiative muss man einfach unterstützen“, erklärte Bürgermeisterin Renate Offergeld, die sich vor Ort ein Bild der Situation machte. Zusätzliche Unterstützung wird ein Geschwindigkeitsmessgerät mit Smiley unweit der gefährlichen Kreuzung bieten.

Auch wenn es am Morgen des Projektstarts immer noch einige Eltern gab, die ihr Kind zwar wohlmeinend, dennoch für sich selbst oder anderen Gefahr bringend, einfach irgendwo absetzten, sind alle Beteiligten zuversichtlich. „Wenn erst einmal alle Bescheid wissen, wird sich das hier einspielen“, ist sich Hinrichs sicher. Eine Vertreterin des Ordnungsamts erinnerte die Eltern, die trotzdem direkt vor der Schule hielten, an den Sinn und Zweck des Halteverbots. „Hier sollten wir in Zukunft wohl öfter mal genauer hinsehen“, meinte sie im Anschluss.