Nach Abschluss der Brückensanierung

Kunden kommen zur Pecher Hauptstraße zurück

Wachtberg-Pech. Die Gewerbetreibenden an der Pecher Hauptstraße atmen nach: Nach Abschluss der Brückensanierung kann der Verkehr wieder ungehindert rollen und die Kunden kommen langsam zurück.

Seit mehr als einem Monat kann der Verkehr nach dem Abschluss des Brückenneubaus jetzt wieder ungehindert über die Pecher Hauptstraße rollen (der GA berichtete), und das ist vor allem aus Sicht vieler Gewerbetreibender ein Segen. Die beklagten nämlich aufgrund des Neubauprojektes, das nach den verheerenden Unwetterschäden im Jahr 2016 notwendig geworden war, teils herbe wirtschaftliche Einbußen.

Zur Erinnerung: Mehr als zwei Jahre war die Ortsdurchfahrt über die Pecher Hauptstraße wegen der Arbeiten gesperrt. In der Folge waren die Gewerbetreibenden an der langen Haupteinkaufsstraße auch nur noch von einer Seite erreichbar, was für ein Reihe Einzelhändler höchst nachteilige Folgen hatte.

So für Metzgermeister Adalbert Wolf, dessen Geschäft am Anfang der Pecher Hauptstraße nahe der Kreuzung zur L 158 liegt. Nach seiner Wahrnehmung zeigt die Beendigung der Sperrung bereits Wirkung: „Viele Kunden, die wir in den letzten zwei Jahren verloren hatten, kommen jetzt wieder.“ Allerdings ziehe das Geschäft erst ganz langsam wieder an: „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“, betont Wolf: „Es muss in vielen Köpfen erst wieder klar werden, dass die Pecher Hauptstraße nicht mehr gesperrt ist.“

Für Adalbert Wolf kommt das Ende der Sperrung keinen Tag zu früh. Denn er verzeichnete geschätzte Umsatzeinbußen von bis zu 100 Euro pro Tag: „Bei mir war durch die Sperrung vor allem das Frühstücksgeschäft betroffen“, weiß der Metzgermeister zu berichten, der gleichzeitig auch NRW-Landesinnungsmeister ist: „Zwischen 7.30 und 10 Uhr kaufen vor allem Handwerker auf dem Weg zur Arbeit bei mir ein.“ Viele aus dieser Kundengruppe seien wegen der Sperrung weggeblieben. Gelitten habe auch das „Abendgeschäft“, also seien Kunden nicht mehr gekommen, „die nach Feierabend für das Abendbrot einkaufen wollten“.

Gerade mit Blick auf einen in Pech noch funktionierenden Einzelhandel hätte sich Wolf im Vorfeld der Maßnahme einen Ausgleich für die Gewerbetreibenden gewünscht. Konkret schwebten ihm „Subventionen“ der Gemeinde vor: „Aber auf die Idee ist keiner gekommen.“ Worüber er sich jetzt nach Beendigung der Sperrung freuen würde: „Über das Aufstellen eines Informationsschildes am Ortseingang beziehungsweise -ausgang, auf dem alle Gewerbetreibenden aufgeführt sind.“

Händler haben Aufhebung der Sperrung herbeigesehnt

Maria Sonntag, Mitinhaberin der Bäckerei „Charlys Backstube“, hatte das Ende der Baumaßnahme und die Aufhebung der Sperrung ebenfalls herbeigesehnt: „Wir mussten während der Sperrung ebenfalls spürbare Umsatzeinbußen hinnehmen.“ Was aus ihrer Sicht nach der Freigabe der Strecke anfangs bedauerlich war: „Es wusste kein Mensch, dass die Strecke wieder frei ist.“ Daher habe man sich an die Gemeinde gewandt, „die dann in den Medien nochmals gezielt über die Beendigung der Sperrung informiert hat“. Seitdem wird es laut Sonntag „jeden Tag ein Stückchen besser“, fügt aber hinzu: „Es braucht aber wohl noch ein wenig Zeit, bis sich das eingespielt hat.“

Für Anne Poell-Wolf, Inhaberin eines Geschäftes für Stoff und Dekorationen, hätte „es keine bessere Nachricht als die Aufhebung der Sperrung geben können“, sagt die Geschäftsfrau: „Wir waren kurz davor, unser Geschäft zu schließen.“ Auch sie registriert neuerdings, dass es allmählich wieder aufwärts mit der Kundenfrequenz geht. Aber sie betont: „Die Kunden reagieren nicht sofort.“

Beigeordneter Swen Christian hat Verständnis für die Situation der Einzelhändler in Pech: „Die haben sehr gelitten.“ Gleichwohl rät er, im Blick zu behalten, „dass fast die ganze Gemeinde von dem Unwetter 2016 betroffen war.“ Daher sei es schwierig, jetzt nur einzelnen Zielgruppen unter die Arme zu greifen. Bürgermeister Renate Offergeld will lieber in die Zukunft blicken. Sie plant, alle Pecher Geschäftsleute zu einem Runden Tisch einzuladen, um zu überlegen, „was wir tun können“: Ein genauer Termin stehe aber noch nicht fest.