Festakt in der Berkumer Aula

Genscher ist Ehrenbürger von Wachtberg

Bürgermeisterin Renate Offergeld heftet beim Festakt Hans-Dietrich Genscher die Ehrenbürgermedaille an. FOTO: SCHMELZEISEN

Bürgermeisterin Renate Offergeld heftet beim Festakt Hans-Dietrich Genscher die Ehrenbürgermedaille an.

BERKUM. Großes Festaufgebot gestern Abend in der Aula des Schulzentrum Berkum: Mehrere Hundert Gäste klatschten minutenlang Beifall, als der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher von Bürgermeisterin Renate Offergeld zum Ehrenbürger der Gemeinde Wachtberg ernannt wurde.

Wachtbergs Bürgermeister a.D. Hans-Jürgen Döring bezeichnete sich in der Laudatio auf den neuen Ehrenbürger "so fröhlich und hochmotiviert wie selten am Rednerpult", als er die Beziehung von Genscher zu Wachtberg und zum einstimmigen Beschluss des Gemeinderats, den Wachtberger Bürger und weltweit geachteten Politiker ganz besonders zu ehren.

"Wer wie Hans-Dietrich Genscher mit seiner Familie bei seinen internationalen Vergleichsmöglichkeiten mehr als dreißig Jahre hier mitten unter uns lebt und dies als persönliche positive Erfahrung immer öffentlich bekundet, der hat hier in Wachtberg einen offenbar attraktiven Lebensmittelpunkt gefunden", sagte Döring.

Oft hatte Genscher betont "Wenn man mich braucht, um für Wachtberg Zeugnis abzulegen, ich bin dabei. Meine Heimat ist Halle, zu Hause bin ich in Pech". Egal, ob beim Karnevalszug in Pech oder Villip, schließlich als Ehrenvorsitzender des Pecher Heimatvereins oder beim Abholen der Enkel vom Tanzunterricht, beim Einkaufen und bei vielen Ereignissen im Gemeindeleben: Genscher war dabei.

Landrat Sebastian Schuster betonte, dass Genscher einerseits Bundesminister a.D. sei, andererseits nun auch Ehrenbürger i.D. (im Dienst) wäre, und diesen Titel würde er nie verlieren. Staatsminister a.D. Werner Hoyer skizzierte kurz seine Verbindung zu Genscher und dessen Lebenswerk.

Der neue Ehrenbürger selbst gab den Zuhörern mit auf den Weg, die aktuelle Flüchtlingssituation als Lehrstunde für europäische Solidarität zu nutzen. "Es wird uns nie gut gehen, wenn es unseren Nachbarn schlecht geht, und heute ist jeder unser Nachbar." Mit seinem bekannten Grinsen auf der Stirn lud der neue Ehrenbürger ein: "Ich möchte jetzt mit Ihnen richtig einen draufmachen".

Musikalisch gestalteten den Festabend die Chorkids vom Ländchen, ein Klarinettenquintett mit Musikern des Wachtberger Jugend- und Kammerorchesters sowie die Blue Moods Big Band mit Sängerin Emily Schütte.