Jugendtreff Adendorf

Freizeit im gemütlichen Blockhaus

Adendorf. Der Jugendtreff Adendorf hat im Januar hinter der Grundschule Am Wald den Betrieb aufgenommen. Esther Küpper ist die neue Leiterin der Einrichtung.

Julia (8) und Emilia (7) kommen nur mal kurz herein, vorrangig, um Esther Küpper mitzuteilen, dass sie da sind. Und um zu schauen, wer sonst noch gekommen ist. Kurz schauen sie den anderen Kindern zu, die am Kickertisch spielen, dann sind sie schon wieder durch die Tür des Jugendtreffs Adendorf. Sie wollen lieber im Wald spielen.

Für Leiterin Küpper sowie Tanja Lorenzen vom Träger, der Katholischen Jugendagentur Bonn, ist das in Ordnung. Denn offene Jugendarbeit bedeutet ja zum einen, dass jeder machen kann, was er will, und zum anderen: „Sobald die Kinder das Haus verlassen, erlischt unsere Aufsichtspflicht.“ Dann sind die Kinder für sich selbst verantwortlich, oder im Falle von Emilia ihre ältere Schwester, die ebenfalls den Jugendtreff besucht.

Die Kinder mussten lange warten, bis sie endlich einen eigenen, nicht mehr provisorischen Treffpunkt hatten. Der war in den letzten Jahren an unterschiedlichen Standorten untergebracht, zuletzt in den OGS-Räumen der Gemeinschaftsgrundschule Am Wald. Der jetzige Standort, die Hütte direkt am Waldrand hinter der Grundschule, soll nun von Dauer sein. Auch deren Bau dauerte länger als erwartet, aber jetzt ist sie fertig und in Betrieb.

Es ist ein schlichtes Blockhaus aus Holz, außen weiß angestrichen. Innen sind eine Küche, eine Sofa-Ecke, ein Tisch mit Stühlen und Regale untergebracht. Vom Eingang aus geht man auf eine Dartscheibe zu, in einer Ecke steht der Kickertisch und an einer Wand ein Fernseher mit angeschlossener Videospielkonsole für harmlose Spiele, etwa Fußball. Dazu soll es am 20. April ab 18 Uhr ein kleines Turnier geben, kündigte Küpper an. Daneben soll es weitere Aktivitäten geben. Etwa einen Porträtfotoabend am 1. Juni, an dem man sich für private Zwecke oder aber auch für Bewerbungen ablichten lassen kann.

Zum Thema gesunde Ernährung etwa will man regelmäßig Kochaktionen im Rahmen des Projektes „Body and mind“ anbieten, sagt Lorenzen. Man könne dabei zum Beispiel herausfinden, was in der Region angebaut wird, und das in der Küche verarbeiten. Neben gesunder Ernährung – „Bei Jugendlichen spielt Essen immer eine Rolle“, meint Lorenzen – soll es um Bewegung gehen, dafür könne man den Außenbereich oder auch mal die Grundschulturnhalle nutzen. Die Idee zu alldem kam auch über die Fortbildung, die Leiterin Küpper über die Sarah-Winand-Stiftung absolviert hat: Sie ist jetzt zertifizierte Genussbotschafterin.

Der Betrieb ist ja gerade erst gestartet, wie er gestaltet wird, soll mit den Besuchern gemeinsam überlegt werden. zumindest Toni (8) und Jochen (11) sind fürs Erste zufrieden, solange sie Konsole, Dartscheibe und Kicker nutzen können, haben sie keine Wünsche. Beide kennen den Treff schon länger, sind ihm durch einige Stationen gefolgt. „Ich finde es einfach hier besser“, sagt Jochen. „Die beiden kommen oft alleine vorbei und spielen miteinander“, sagt Küpper. „Die Mädchen kommen eher in der Gruppe.“

Der Treff war ursprünglich nur für Jugendliche gedacht, aber derzeit kommen laut der Leiterin noch nicht so viele. Für Kinder ist der Jugendtreff Adendorf dienstags bis donnerstags von 17 bis 18.30 Uhr geöffnet, für Jugendliche danach. Montags ist die Einrichtung von 16 bis 19 Uhr für alle offen.