Kreisfeuerwehrverband in Berkum

Feuerwehr hat 272 Aktive mehr

WACHTBERG. Der demografische Wandel ist in aller Munde, und Experten befürchten bereits seit geraumer Zeit, dass die Überalterung der Gesellschaft auch vor vitalen ehrenamtlichen Organisationen wie der Freiwilligen Feuerwehr nicht Halt machen wird.

Doch im Rhein-Sieg-Kreis gibt es derzeit noch keinen Grund zur Sorge. Das war eine der zentralen Botschaften, die Kreisdirektorin Annerose Heinze anlässlich der Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes verkündete. Heinze hatte vor 180 Delegierten gesprochen, die jetzt ins Schulzentrum nach Berkum gekommen waren.

Aus Sicht von Kreisdirektorin Annerose Heinze taugt das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute Tag und Nacht nach wie vor als Vorbild. Dabei verwies sie auf die Mitgliederzahlen. So verzeichne der Kreisfeuerwehrverband exakt 3571 aktive Feuerwehrleute, ohne die Jugendfeuerwehr und ohne die Ehrenabteilung.

"Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von 272 Aktiven", so Heinze. Ihrer Ansicht nach ist es der guten Jugendarbeit zu verdanken, dass sich der demografische Wandel noch nicht in den freiwilligen Wehren des Kreises bemerkbar gemacht hat.

Kein Zweifel besteht aber für Kreisbrandmeister Dirk Engstenberg: Auch die Freiwilligen Wehren zwischen Wachtberg und Windeck werden sich auf die Überalterung der Gesellschaft einstellen müssen.

"Der demografische Wandel in Deutschland führt dazu, dass zukünftig Arbeiten von immer weniger Personen - bei einem Anwachsen der Komplexität der zu erledigenden Aufgaben - wahrgenommen werden müssen", sagte er auf der Delegiertenversammlung.

Dies sei bereits bei der Freiwilligen Feuerwehrwehr in NRW zu beobachten. Um der Entwicklung ein Stück weit vorzubeugen, habe das NRW-Ministerium für Inneres und Kommunales zusammen mit dem Verband der Feuerwehren in NRW laut Kreisbrandmeister das Projekt "Feuerwehrehrensache - Förderung des Ehrenamtes der Feuerwehren in NRW" aufgelegt.

Wie Dirk Engstenberg ausführte, kennzeichnet das Projekt, "dass es einen ganzheitlichen Ansatz in Form eines Lebenslinienmodells verfolgt, um komplexe und vielschichtige Problemlagen der Feuerwehren aufzugreifen". Dazu hatten Arbeitsgruppen bereits zwischen 2013 und 2014 eine Reihe von Problemfeldern ausgemacht, analysiert sowie Lösungsansätze in Pilotfeuerwehren erprobt.

Zudem wurden Workshops für die Basis angeboten, um Einblicke in die Situation von Feuerwehrangehörigen zu gewinnen. Dabei ging es um Probleme wie die Vereinbarkeit des Ehrenamtes mit Familie und Beruf ebenso wie die Gewinnung neuer Bevölkerungsschichten und die Wertschätzung von Politik und Gesellschaft.

Bei den Vorstands-Regularien wählten die Delegierten Alexander Klein, Sankt Augustin, zum Schatzmeister des Kreisfeuerwehrverbands sowie Jens Van de Water aus Sankt Augustin und Gerd Beißel aus Wachtberg zu Beisitzern. Ebenso wurde Ehren-Kreisbrandmeister Walter Jonas zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt.