Übergriffe am Kölner Hauptbahnhof

Festnahme in Fritzdorfer Flüchtlingsunterkunft

Die Flüchtlingsunterkunft in Fritzdorf.

13.01.2016 WACHTBERG. Ein 21-Jähriger ist Donerstagvormittag in der Flüchtlingsunterkunft der Gemeinde Wachtberg in Fritzdorf festgenommen worden. Der Mann. der vermutlich aus Marokko stammt, steht im Verdacht, an den massenhaften Übergriffen gegen Frauen in der Silvesternacht am Kölner Hauptbahnhof beteiligt gewesen zu sein.

Wie der General-Anzeiger erfuhr, besaß der Festgenommene mehrere Handys, darunter eines, das in der Silvesternacht in Köln gestohlen wurde. Mittels Ortungsverfahren soll die Polizei das in Köln gestohlene Handy in Fritzdorf ausfindig gemacht haben. Bei der Durchsuchung in der Unterkunft fanden Beamte das Gerät, ordneten es dem 21-Jährigen zu und führten ihn in Handschellen ab. Auf Anfrage teilte die Bonner Polizei gestern mit, dass die Kollegen in Köln für den Fall zuständig seien.

In der Pressestelle der Kölner Polizei verwies ein Sprecherin dann aber an die Staatsanwaltschaft in der Domstadt, die federführend sei. Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer, Sprecher der Staatsanwaltschaft, bestätigte, dass es sich bei dem Festgenommenen um einen 21-Jährigen handelt, der aus Marokko stammen soll. Er soll dem Haftrichter vorgeführt werden. Wie der GA weiter erfuhr, hält sich der junge Mann seit wenigen Monaten in Wachtberg auf und soll bereits einige Male wegen Fehlverhaltens in den dortigen Einrichtungen aufgefallen sein. Dem Vernehmen nach etwa wegen Drogenkonsums.

"Der Marokkaner war kein Sympathieträger und war deshalb auch von der Wiesenau nach Fritzdorf verlegt worden", sagte gestern ein Insider. Dass Flüchtlinge in Wachtberg in Straftaten verwickelt sind, ist nach GA-Informationen möglicherweise kein Einzelfall. Ein anderer Kenner der Flüchtlingsszene aus der Region, der ebenfalls anonym bleiben will, sagte, dass seinen Informationen nach in den Wachtberger Flüchtlingseinrichtungen einige Bewohner leben, die gezielt in Bad Godesberg Diebstahldelikte begehen würden.

Dabei sei keine bestimmte Ethnie auffällig geworden, sondern die Täter würden sich "quer Beet" in den vor Ort untergebrachten Nationen finden. Zwar hätten die Verantwortlichen seines Wissens nach die Lage in den Unterkünften insgesamt unter Kontrolle und es gebe keine übermäßige Gewaltbereitschaft, aber seiner Ansicht nach müsse man inzwischen registrieren, "dass in Wachtberg auch kriminelle Flüchtlinge leben". Eine Anfrage bei der Bonner Polizei zu diesen Vorwürfen blieb gestern unbeantwortet.

Vor allem in der höchst engagierten Wachtberger Flüchtlingshilfe zeigten sich Aktive tief betroffen von der Festnahme: "Die Nachricht hat uns alle schockiert", sagte ein Ehrenamtler, der sich vor Ort gut auskennt, seinen Namen aber nicht in der Zeitung lesen will. Bürgermeisterin Renate Offergeld wollte auf Anfrage keine weiteren Auskünfte geben, "weil das Ganze noch ein laufendes Verfahren ist". (Axel Vogel)