Sportplatz Ließem

Drei Polizisten in Klinik - Ursache für Geruchsbelästigung unklar

WACHTBERG-LIESSEM. Mit einer rätselhaften Geruchsbelästigung, die offensichtlich auch zu gesundheitlichen Problemen führt, hat es am Mittwochmittag die Wachtberger Feuerwehr zu tun bekommen. In Ließem mussten gegen 11.30 Uhr drei Polizeibeamte ins Krankenhaus fahren, nachdem sie Streife am Sportplatz an der Siebengebirgsstraße gefahren waren.

"Die Beamten hatten schlagartig Beschwerden bekommen", berichtete Wachtbergs Feuerchef Markus Zettelmeyer.Nach ersten Angaben soll es am Sportplatz nach einer Art Lösungsmittel gerochen haben. Was aber tatsächlich die Quelle des Übels betrifft, musste die Feuerwehr passen.

Auch der Einsatz von rund 40 Wehrleuten, zwei Messwagen der Feuerwehren Bornheim und Königswinter sowie die Befragung von Anliegern und Spaziergängern brachte keine greifbaren Ergebnisse, woher die Geruchsbelästigung kam. Immerhin ging es den Polizisten am Nachmittag besser. "Alle konnten das Krankenhaus bereits wieder verlassen", sagte Christoph Schnur von der Pressestelle der Bonner Polizei.

Ganz dicht dran an den Ereignissen war ein Ehepaar aus der bayrischen Oberpfalz, das zu Besuch bei seinem Sohn war. Der 67 Jahre alte Mann und seine 63 Jahre alte Frau kamen gerade von einem Spaziergang zurück, als sie das Polizeiauto von einem Feldweg aus Richtung der Kapelle kommen sahen. "Ich dachte noch, was machen die denn da", meinte die 63-Jährige. Nachdem das Ehepaar seinen Spaziergang fortgesetzt hatte, "vergingen nur wenige Minuten, und dann hörten wir Sirenen aus dem Tal (Niederbachem, Anm. d. Red.)", ergänzte ihr Mann. Einen Reim darauf machen konnten sich beide nicht. Zumal sie nichts Auffälliges rochen.

Dass man nichts mehr riechen konnte, war denn auch das Problem der Feuerwehr. Vorsichtshalber ließ Zettelmeyer alle Zufahrtsmöglichkeiten zur Siebengebirgsstraße und zum Sportplatz absperren. Natürlich erregten die Maßnahmen Aufmerksamkeit: "Haben wir Krieg?" Mit der doch wohl nicht ganz so ernst gemeinten Frage wandte sich ein Anwohner ob des Feuerwehraufgebotes vor seiner Haustür an Wehrleiter Zettelmeyer. Der konnte den Senior beruhigen. Es bestehe keine akute Gefahr, etwa durch eine entwichene Gaswolke, sagte Zettelmeyer: "Sonst hätten sich noch mehr Bewohner bei uns oder der Leitstelle wegen Geruchsbelästigung gemeldet."

Auch dass mögliche Schadstoffe aus dem Streifenwagen selbst ausgetreten waren, konnte laut Zettelmeyer nach einer Untersuchung des Autos ausgeschlossen werden. Nachdem die Instrumente der Feuerwehr keine auffälligen Messwerte am Sportplatz festgehalten hatten, brach Zettelmeyer die Aktion gegen 13 Uhr ab. Eine Möglichkeit, die dann noch geprüft wurde: Das Gelände rund um den Sportplatz ist laut Markus von Wirtz, stellvertretender Wehrchef, bekannt dafür, "dass hier immer wieder wilder Müll abgeladen wird". Möglicherweise könne von einem dort abgeladenen Stoff die Geruchsbelästigung ausgegangen sein. Doch nach einer Begehung des Geländes stand fest: "Da lag noch nicht einmal ein Eimer herum", so von Wirtz.