Heiliges Häuschen in Ließem Diebe stehlen Kupferdach von Kapelle

Das Kupferdach ist weg: Herbert Faßbender und Richard Drenk sind verärgert, dass Kupferdiebe sich einfach am Ließemer Heiligen Häuschen „bedient haben“. Inzwischen hat ein Dachdecker bereits eine Noteindeckung am kleinen Gebäude vorgenommen.

WACHTBERG-LIESSEM. Unbekannte Täter haben am letzten August-Wochenende das Kupferdach des Ließemer Heiligen Häuschens gestohlen. Die Sanierung wird rund 4500 Euro kosten.

Das „Heiligen Häuschen“ zwischen Ließem und Niederbachem wurde Ende des 19. Jahrhunderts mit Stiftungsgeldern errichtet und in den Jahren 2001 bis 2003 von der Ließemer Dorfgemeinschaft mit Spenden und dem Einsatz zahlreicher Ehrenamtler saniert. Seit Generationen schätzen die Bürger das kleine Bauwerk, das vor der wunderschönen Siebengebirgskulisse seine Schönheit entfaltet und die Verehrung der Mutter Gottes und der Heiligen zum Ausdruck bringt. Seit inzwischen zwei Wochen herrscht in Ließem jedoch große Betroffenheit.

Am letzten August-Wochenende haben Unbekannte das Kupferdach des kleinen Gebäudes, das zwischen Ließem und Niederbachem Spaziergänger zur Einkehr anlockt, entwendet. Richard Drenk, der schon vor 17 Jahren die Aktivitäten zur Sanierung des „Heiligen Häuschen“ maßgeblich mitbegleitet hat, ist genau wie viele andere Bürger sehr verärgert. „Der Kupferwert, den die Diebe erzielen werden, liegt bei höchstens 150 Euro “, sagt Drenk – der entstandene Schaden für die Wiederherstellung des Kupferdaches schätzt er jedoch auf um die 4500 Euro. Dachdecker Suttner hat das Dach inzwischen provisorisch abgedichtet, sodass Niederschläge nicht für einen noch größeren Schaden am Gebäude sorgen können.

Im Jahr 2002 hatte die damals gebildete Interessengemeinschaft ein großartiges Echo mit ihren medialen Auftritten erzielt, sodass dank der spendablen Bevölkerung die Dachdecker- und Mauerarbeiten mit Erneuerung des Giebels und des Daches samt Roh- und Feinputz, die Bepflanzung und Pflasterung des Zugangs und die Innenausstattung finanziert werden konnten. „Spaziergänger hatten schon die Meinung, wir würden jetzt erneut das Dach sanieren“, ergänzte Herbert Faßbender, der sich auch mit um die Pflege der Fläche rund um die kleine Begegnungsstätte kümmert. Dem ist aber nicht so.

Spendenaktion soll neues Dach finanzieren

Angedacht ist jetzt, schnellstmöglich mit einer Spendenaktion Geld zu sammeln, damit das „Heiligen Häuschen“ wieder zu einem stabilen Dach kommt – vermutlich dann aber nicht mehr mit Kupfereindeckung, sondern mit Dachpfannen. „Wir müssen sehen, ob die Gemeinde Wachtberg uns bei der Administration hilft, damit die Spender auch steuerabzugsfähige Bescheinigungen erhalten. Dies war auch bei der Aktion der Ehrenamtler geschehen, die sich 2004 für die Sanierung der Ließemer Wegekreuze einsetzten“, ergänzte Drenk und will das kurzfristig prüfen lassen. Wer sachdienliche Hinweise zu den Kupferdieben geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Seitens der Bürgerschaft in Ließem wurde dort bereits Anzeige erstattet.

Während der Scheunenkirmes sammelte der Ließemer Kirmesverein von Freitag bis gestern an der Kirmeskasse mit einem großen Sparschwein Spenden für die Wiederherstellung des Daches. Bei Richard Drenk haben sich zwischenzeitlich nicht nur Ließemer Bürgerinnen und Bürger gemeldet, um die Spendenaktion zu unterstützen. Spendenhinweise gibt es auch schon aus dem benachbarten Niederbachem.

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