13. Verleihung des Kulturpreises

Die Wachtberger Heimatpflege liegt ihnen am Herzen

Übergabe der Medaillen: (v.l.) Gabriela Freifrau von Loë, Angela und Hans Thelen, Maria und Hans Böhm, Brigitte Uhl, Alfred Schneider.

Übergabe der Medaillen: (v.l.) Gabriela Freifrau von Loë, Angela und Hans Thelen, Maria und Hans Böhm, Brigitte Uhl, Alfred Schneider.

Berkum. Sie pflegen eine Kapelle, ein Museum oder engagieren sich bei der Heimatpflege. Einige Wachtberger freuen sich über den Kulturpreis.

Die Verleihung des Wachtberger Kulturpreises am Donnerst war ein Abend voller Menschlichkeit. So lief eine kleine Zuschauerin ganz unerwartet auf die Bühne des Schulzentrums Berkum und tanzte, als wäre sie unbeobachtet, zu der Musik des Barock Orchesters Borea unter der Leitung von Robert Wittbrodt. Das Publikum war begeistert. Auch Moderatorin, Gabriela Freifrau von Loë, freute sich: „Tango bewegt wirklich jung und alt.“

Die Verleihung des Wachtberger Kulturpreises erfolgt im Zweijahresrhythmus – jetzt zum 13. Mal. Der Vorstand des Fördervereins Kunst & Kultur in Wachtberg (KuKiWa) wählt dabei Wachtberger Bürger aus, die sich durch ihr Engagement für Kunst und Kultur hervorgehoben haben. Sie erhielten eine silberne Münze mit dem Porträt des legendären Wachtberger Tenors Anton Raaff.

Diesmal wurden der Vorsitzende des Kapellenvereins in Klein-Villip, Hans Böhm und seine Frau Maria, geehrt für ihr „unermüdliches Engagement zur Wiederherstellung und Pflege der kleinen Fachwerkkapelle „Maria Himmelskönigin“ in bäuerlich-barocker Baukunst, die der geistlichen und kulturellen Verankerung der Bevölkerung dient“, so die Begründung des Vereins. Restaurator Roland Gassert zeigte anhand vieler Bilder den Abriss und Neubau der Kapelle in Klein-Villip. „Für uns waren es zehn Jahre Abenteuer“, sagte Hans Böhm und strahlte.

Angela und Hans Thelen erhielten den Preis „in Würdigung der kreativen Errichtung und engagierten Pflege des Kleinen Museums in Niederbachem, das sie im Laufe der Jahre zu einer kulturellen Sehenswürdigkeit erweitert haben – mit vielen Exponaten zu Ereignissen, Brauchtum und Vergangenheit unserer Heimat“, so der Vorstand.

Laudator Hans Jürgen Döring lies leise Kritik anklingen: „Die steile Treppe in den zweiten Stock hält das Ehepaar Thelen sichtlich fit, ist aber für viele Besucher eine unüberwindbare Hürde.“ In einem selbst gedrehten Video durfte der ganze Saal bestaunen, wie der nicht mehr ganz so junge Hans Thelen die Treppe ins Dachgeschoss der alten Schule hinauflief. „Wirklich wie ein junges Reh“, kommentierten bewundernde Stimmen aus dem Publikum.

Professor Harald Uhl erhielt posthum die Ehrung des Vereins aufgrund „seiner hohen fachlichen wie menschlichen Qualitäten und seines nie ermüdenden Einsatzes zur Kultur des bewussten Miteinanders in Wachtberg sowie seiner leitenden Mitwirkung im ökumenischen Arbeitskreis und der geschichtlichen Aufarbeitung jüdischen Lebens in Wachtberg“, verlas KuKiWa-Vorsitzender Alfred Schneider. „Harald Uhl hat an vieles erinnert, was sonst vielleicht vergessen worden wäre“, lobte Barbara Hausmanns den im April im Alter von 82 Jahren gestorbenen Wachtberger. Seine Frau Brigitte nahm an dem Abend den Preis für ihn entgegen.

Der Chor Eintracht Adendorf schlug unter Leitung von Alfons Gehlen und auf Wunsch der Preisträger Maria und Hans Böhm rheinische Töne an. Das Ehepaar, normalerweise selbst Teil des Chors, sang in der ersten Reihe leidenschaftlich mit. Auch CDU-Landtagsabgeordneter Oliver Krauß zeigte sich bei allen Strophen der Bläck Fööss überaus textsicher. Obwohl die Herren mit Anzug und Krawatte erschienen waren, zeichnete sich der Abend vor allem durch seine familiäre und entspannte Atmosphäre aus.