Langzeitbaustelle Pössemer Treff

Die Lüftung ist schon eingebaut

Mitglieder des Bürgervereins, Anwohner, Politiker und Verwaltungsmitarbeiter treffen sich in dem Gebäude an der Straße am Weißen Ring, um den Baufortschritt zu begutachten.

WACHTBERG. Es tut sich was am Weißen Ring in Werthhoven - wenn auch meistens nur am Wochenende. Denn die Dauerbaustelle "Pössemer Treff" scheint bald vorbei zu sein.

"Karneval 2014 könnte hier stattfinden", antwortet Hans-Joachim Duch vom Bürgerverein Werthhoven vorsichtig, wenn er nach Prognosen hinsichtlich der Fertigstellung gefragt wird. In seinem Gesicht ist abzulesen, dass er sich mit Mutmaßungen nach über zehn Jahren Bauzeit lieber zurückhält.

Aber eigentlich braucht sich der Vereinsvorsitzende gar nicht zu verstecken. Denn das 450-Quadratmeter-Gebäude setzen die Vereinsmitglieder und Dorfbewohner in Eigenleistung instand. Die Gemeinde zahlt das Material, die Arbeitsstunden stemmt der Verein selbst.

Bei 273.000 Euro ist Schluss. "Es wird eine Punktlandung. Stand heute: Der Kostenrahmen wird eingehalten", sagte Beigeordneter Jörg Ostermann bei einem Ortstermin. "Es wird keinen Nachschlag geben." 20.000 Euro spendeten Bürger. Aktuell sind Lüftungs- und Heizungsanlage eingebaut. Im nächsten Schritt sollen der Thekenbereich gemacht, Fliesen verlegt und die Decke isoliert werden.

Auch die Räume für die sanitären Anlagen im Erdgeschoss sind mit dem Rohbau durch. Besonderer Clou: Es wird eine behindertengerechte Toilette geben. "Wir hätten das nicht machen müssen", sagt Duch. "Aber wir möchten auch, dass die Bewohner des Jakobushauses die Räume mitnutzen können." Ebenfalls soll ein Raum dem Kindergarten fürs Turnen regelmäßig zur Verfügung gestellt werden. Und auch ein Tischtennisverein soll Gelegenheit haben, dort zu trainieren.

Nach der Fertigstellung sind zusätzlich zu diesen regulären Terminen etwa zehn größere Veranstaltungen jährlich beantragt - inklusive Karneval, Sankt Martin und Weihnachtsfeier. Mehr sind auch aus Lärmschutzgründen derzeit nicht geplant. Ebenfalls limitiert wurde die maximale Zahl an Gästen.

"200 Leute passen nach der Fertigstellung offiziell hier rein", sagte Duch. So würde der Treff auch nicht unter die Sonderbauordnung fallen. Früher haben dort bis zu 400 Menschen gemeinsam gefeiert. "Der Platz wäre für frühere Zeiten zu klein, für das Heute ist er angemessen", so Duch.

Die begrenzte Zahl der Veranstaltungen und Nutzer ist auch ein Kompromiss mit den direkten Anwohnern. Denn diese hatten wegen dem zu erwartenden Lärm der Veranstaltungen bereits vorab Bedenken geäußert.

Manchmal braucht's ein wenig länger

2002 erfolgte der Spatenstich für das Heim des Bürgervereins. Von den ehemals rund 150 Aktiven des Bürgervereins sind heute nicht mehr viele dabei. 25 seien heute noch aktiv, so Vereinsvorsitzender Hans-Joachim Duch. "30 sind weggezogen, weitere 30 sind zu alt geworden und gar sechs Mitglieder sind verstorben", erklärt Duch den Schwund.

Auch die Motivation leide unter der langen Bauzeit. Früher war der Pössemer Treff, der Ort in Werthhoven, wo sich alle trafen. Vor allem Jugendliche kamen hier zusammen. Der Namen des Gebäudes erinnert an die frühere Bezeichnung des Ortes. Denn vor mehr als 75 Jahren war Werthhoven noch Pissenheim. Heute erinnert der Ortsnamen an die ältesten Hofanlage in dem Ort, den "Werthers Hof".