Klaus Thibault feiert Geburtstag

Der schnelle Rechtsaußen aus Friesdorf

Wachtberg-Pech. Klaus Thibault, der 1962 mit Tura Bonn um die Deutsche Meisterschaft spielte, wird 80 Jahre alt. Anlass für einen kurzen Rückblick auf bewegte Jahre.

Klaus Thibault kommt gerade vom Laufsport. „Seit 45 Jahren bin ich im Kottenforst zweimal die Woche mit meinem Freund Walter Hamacher unterwegs“, berichtet er immer noch ein bisschen außer Atem. Thibault, der am Freitag seinen 80. Geburtstag feiert, ist einer der Spieler des damaligen Fußballvereins Tura Bonn, die am 30. Juni 1962 in Wuppertal sogar um die Deutsche Meisterschaft der Amateure kämpften – und der plastisch aus der Fußballgeschichte erzählen kann. „Unser Gegner war der Berliner SC Tegel. Und leider holten wir uns eine 0:1-Niederlage“, erinnert sich Thibault.

Auch er habe nichts retten können, obwohl die Bonner mit ihren Top-Spielern Theo Becker, Willi Gräf und Kurt Pysny als Favoriten zuvor nicht ein Spiel verloren hatten. „Na ja, ich selbst war ja nie ein ganz Großer, denn als Rechtsaußen musst du eigentlich pfleilschnell sein“, meint der 79-Jährige bescheiden. „Bei meiner Leistung gab es immer noch ein paar Stufen nach oben,“ kommt hinterher.

Als Jugendlicher unter Dettmar Cramer trainiert

Der geborene Friesdorfer, dessen Vater ein Obst- und Gemüsegeschäft in der Annaberger Straße betrieb, war als 18-Jähriger erst zum BFV Bonn und dann zum Bonner Turnverein, Abteilung Turn- und Rasenspiele, kurz Tura, gelangt. „Walter Nußbaum, ein wirklich ausgezeichneter Fußballer, hatte mich aus Friesdorf nach Bonn mitgenommen.“ Acht Jahre spielte Thibault bei Tura – eine gute Zeit.

Zuvor war er schon in der Westdeutschen Jugendauswahl nach Großbritannien mitgenommen worden. „Und zwar unter Dettmar Cramer, der war mein Lieblingscoach, ein Vorbild in jeder Beziehung“, schwärmt der 79-Jährige noch heute. Dass die Trainerlegende ihm später einmal in die Rippen griff und rief: „Klaus, du hast ja einen Rettungsring“, das nimmt Thibault Cramer nicht übel. Seitdem absolviere er eben sein Laufpensum. Beruflich hatte er mit Bruder Georg längst das Obst- und Gemüsegeschäft übernommen, das in den 1970er Jahren richtig „brummte“, bis die Supermärkte aufkamen.

Und gegen Erich Ribbeck im Pokal gespielt

Und in seinem Gemüseladen sei irgendwann der leibhaftige Ferenc Puskás aufgetaucht, der Starspieler aus Ungarn, den ein Friesdorfer Friseur ihm, Thibault, habe vorstellen wollen. „Ich fiel aus allen Wolken. Ich hatte immer gedacht, lass den mal reden, dass er den großen Puskás kennt.“ Der Jubilar lacht. An einen anderen Prominenten erinnert er sich übrigens weniger gern: an Erich Ribbeck, von 1998 bis 2000 DFB-Bundestrainer. Gegen den habe er im Pokalmatch gegen Victoria Köln in der Bonner Gronau direkt spielen müssen. „Ein eisenharter Bursche, der mich auch noch Bauer nannte“, so Thibault.

Und wie kommentiert er die aktuelle Weltmeisterschaft? „Ich bin gar nicht so traurig, dass die Deutschen einen auf die Mütze gekriegt haben. Der Bundestrainer hat zu viele Fehler gemacht. Der müsste weg“, sagt Thibault. Seine Lieblingsteam seien die Belgier. Die spielten so frisch auf, wie er es sich von den Deutschen gewünscht hätte.