Neubau

Bau der neuen Kita in Berkum rückt näher

Auf dem brachliegenden Gelände an der alten Molkerei in Berkum sollen ein Kindergarten und ein Wohnheim für Senioren entstehen.

Auf dem brachliegenden Gelände an der alten Molkerei in Berkum sollen ein Kindergarten und ein Wohnheim für Senioren entstehen.

Berkum. An der alten Molkerei sind ein Kindergarten und ein Seniorenheim geplant. Doch Anwohner üben Kritik, weil sie ein Verkehrschaos befürchten.

Eine weitere Baulücke in Wachtberg soll geschlossen werden. Geht es nach dem Investor, werden auf dem brachliegenden Grundstück an der alten Molkerei eine Kindertagesstätte und ein Wohnheim für Senioren gebaut. Die Verwaltung ist von den Plänen generell angetan, ob es die Politik ebenfalls sein wird, zeigt sich in der kommenden Woche. Dann beschäftigen sich der Planungs- und der Bildungsausschuss mit dem Vorschlag. Gegenwind kommt indes von den Anwohnern der Straße Alte Molkerei. Gegen Kita und Seniorenwohnheim haben sie zwar nichts, sie befürchten aber ein Verkehrschaos – sofern die Pläne nicht angepasst werden.

Wie berichtet, möchte die Limbachstiftung als Eigentümerin des Grundstücks dort schon länger eine Kita errichten. Doch nachdem im September 2017 die Verhandlungen mit der Axenfeld-Gesellschaft über den Bau gescheitert waren, schien das Ziel in weite Ferne zu rücken. Die provisorische Limbach-Kita „Schatzkiste“ wurde umgebaut, so dass sie eine längerfristige Betriebserlaubnis bekam. Nach fünf Jahren allerdings muss ein neuer Kindergarten stehen.

Das scheint nun möglich zu sein. Vier Gruppen sollen in dem Kindergarten unterkommen, und zwar auf zwei Etagen. Im Erdgeschoss sind zwei Gruppenräume geplant, die jeweils rund 50 Quadratmeter groß sind. Hinzu kommen zwei Nebenräume mit rund 25, ein weiterer mit rund 44 und ein Mehrzweckraum mit 55 Quadratmetern. Im Außenbereich sind sieben Parkplätze geplant. Das erste Obergeschoss ist ähnlich aufgeteilt, statt des Mehrzweckraums wird dort allerdings eine Küche installiert. Ein Spielflur rundet das ganze ab. Das rund 263 Quadratmeter große Staffelgeschoss ist eine Reserve. Der Außenbereich der Kita ist im Souterrain geplant.

Anwohner wollen Kita-Bau nicht verhindern

Keller, Technik, Empfang, Aufenthaltsraum und Tagespflege sollen hingegen im Souterrain des Seniorenwohnheims untergebracht werden, das entlang der Rathausstraße geplant ist. Vom Aufenthaltsraum aus gelangen die Besucher außerdem in den Garten. Im Erdgeschoss und in der ersten Etage sollen jeweils zehn Wohnungen installiert werden, die ungefähr 52 bis 75 Quadratmeter groß sind. 59 bis 94 Quadratmeter hingegen zählen die sechs Einheiten, die im Staffelgeschoss geplant sind. Im Außenbereich soll es drei Parkplätze geben, 24 weitere in einer Tiefgarage.

Ganz ohne Probleme läuft es aber nicht. So werden teilweise die Baugrenzen überschritten. Das werde vermutlich für Diskussionen sorgen, so Bürgermeisterin Renate Offergeld. Die Verwaltung hält die Abweichungen aber für „städtebaulich vertretbar“, heißt es in der entsprechenden Verwaltungsvorlage. Die Gemeinde rät der Politik deshalb, dem Antrag zuzustimmen.

Außerdem sind die Anwohner in der Nähe des Areals nicht glücklich mit den Planungen. „Uns ist die Wichtigkeit, eine solche Einrichtung zu schaffen, bewusst“, so die Familien. Daher möchte man die Kita nicht verhindern, wünsche sich aber „einige Änderungen in der Planung“. Das größte Problem sei der Verkehr. So gebe es weniger Stellplätze als Mitarbeiter in der Kita. Außerdem befürchten sie ein Chaos, wenn täglich 60 bis 80 Kinder meist mit dem Auto gebracht und abgeholt werden. Auch die Parkplätze am Seniorenheim seien schon für Mitarbeiter und Bewohner nicht ausreichend, hinzu komme aber noch die Tagespflege. „Darüber hinaus gibt es keinen Stellplatz für Rettungswagen und keine Parkmöglichkeiten für Besucher“, so die Kritik.

Und: Die Straße Alte Molkerei sei für die Belastung während der Bauzeit nicht ausgelegt. Für eventuelle Schäden müssten dann die Anwohner aufkommen. Außerdem sei die Straße „für eine Wohnbebauung ausgelegt“. Kita und Seniorenwohnen brächten aber mehr Verkehr, „deshalb befürchten wir Langzeitschäden“. Außerdem seien die Gebäude zu massiv – auch wenn die vorgeschriebenen Höhen eingehalten würden.

Mit ihren Bedenken haben sich die Anwohner an die Bürgermeisterin gewendet. Offergeld ist bereits tätig geworden und hat sich mit Architekt und Investor getroffen. Dieser habe die verkehrlichen Probleme im Blick, versichert sie. Außerdem habe er die Bereitschaft signalisiert, die Vorschläge zu überdenken und gegebenenfalls in die Planung aufzunehmen. Ob dies geschieht, wird sich am Dienstag zeigen. Offergeld auf jeden Fall ist guter Dinge: „Ich denke, das Ergebnis wird zufriedenstellend sein.“

Der nächste Planungsausschuss tagt am Dienstag, 20. November, ab 18 Uhr im Rathaus Berkum, Rathausstraße.