Tagung der Ortsvertretung Oberbachem

Bürger wollen keine Urnenstele an der Kirche

Etliche Bürger hatten sich bei der Ortsvertretung eingefunden, um mit zu diskutieren.

Etliche Bürger hatten sich bei der Ortsvertretung eingefunden, um mit zu diskutieren.

Wachtberg. Die Meinungen zur neuen Friedhofsgestaltung in Oberbachem driften weit auseinander. Als Gegenvorschlag liegt jetzt ein ruhigerer, abgelegener Platz vor. Darüber entscheidet der Gemeinderat.

Eigentlich ging es für Bürgermeisterin Renate Offergeld (SPD) in der Ortsvertretung Oberbachem um die Farbe und den Standort der künftigen Urnenstele auf dem dortigen Friedhof. Nach einem Ratsbeschluss soll eine solche auf dem Gemeindefriedhof in Oberbachem aufgestellt werden. Doch schon bei der Begehung im Vorfeld der Sitzung entbrannte vor Ort eine unerwartet kontroverse Diskussion um die alternative Bestattungsform.

„Das muss doch nicht direkt neben einer denkmalgeschützten Kirche sein!“, fand der Oberbachemer Paul Giersberg. Mit dieser Meinung stand er nicht alleine da. Man stelle sich hier einen begrünten Platz vor, an dem sich ältere Leute auch mal hinsetzen könnten, so ein anderer Bürger. Eine Urnenstele an dieser Stelle empfanden einige als entstellend für das Friedhofsbild. Außerdem habe man die hiesige Bevölkerung nicht gefragt, und niemand hier wolle „ein solches Ding“ überhaupt haben, so Giersberg. Und wenn dies schon sein müsste, dann wenigstens nicht an so exponierter Stelle.

Einen Gegenvorschlag für eine weniger auffällige Position, wenige Meter entfernt, in ruhiger Lage hatte er parat. Hier stünde die Stele an einem geschützten Platz neben einer Mauer im Grünen und veränderte das Friedhofsbild kaum. Die vorgeschriebenen Abstände von zwei Metern zum Objekt könnten dort vermutlich ebenfalls eingehalten werden.

Bedarf an Urnenbestattungen steigt

In der anschließenden Sitzung stellte sich jedoch heraus, dass durchaus mehrere Bürger für die neue, alternative Bestattungsform sprachen. „Wir müssen uns den modernen Anforderungen stellen“, diskutierten die Bürgerinnen und Bürger im öffentlichen Teil der Sitzung. Auch Katharina Moser vom Jugendrat nahm Stellung zum Thema. „Wann immer man einen Friedhof betritt, findet man immer mehr Möglichkeiten für Urnenbestattungen.“ Der Bedarf sei offenbar vorhanden.

Tatsächlich hatte es zu diesen Themen seit Jahren immer wieder Konsultationen von Bestattern und Anfragen von Bürgern gegeben, berichtete die Bürgermeisterin. Fazit war, dass es viel zu wenige Plätze für Urnenbestattungen in Wachtberg gab. Deshalb sahen sich viele Menschen genötigt, sich oder ihre Angehörigen außerhalb von Wachtberg bestatten zu lassen. Dieser Zustand war auch für die Bürger unbefriedigend. Aus diesem Grunde hatte sich der Rat mit dem Thema mehrfach befasst.

Gegen den alternativen Standort auf dem Rheinhöhenfriedhof hatte man sich entschieden, weil dieser zu abgelegen sei und die Stelen für die Bürger möglichst zentral erreichbar sein sollten. Nach ausführlicher Diskussion wurde beschlossen, dass die Ortsvertreter die Bitte um Überprüfung des alternativen Standorts auf dem Oberbachemer Friedhof in den Rat einbringen mögen. Auf die gewünschte Farbe, einen dunklen Stein mit hellen Zwischenflächen, einigte man sich mit großer Mehrheit.

Einigkeit herrschte ebenfalls beim Thema Sternenfeld. Ein solches soll in einem ruhigen Bereich für verstorbene Ungeborene und sehr früh verstorbene Neugeborene angelegt werden.