Kunstvolle Steppdecken aus Wachtberg

„Quiltwachteln“ verlosen Gemeinschaftswerk

Der Quilt im Hintergrund wird verlost: (von links) Ingrid England, Bürgermeisterin Renate Offergeld, Gabi Böhken-Nagel, Brigitte Pfeiffer und Marlies Mattick.

Der Quilt im Hintergrund wird verlost: (von links) Ingrid England, Bürgermeisterin Renate Offergeld, Gabi Böhken-Nagel, Brigitte Pfeiffer und Marlies Mattick.

Wachtberg. Fünf Wachtbergerinnen schaffen wunderschöne, aufwendig gestaltete Quilts. Eins haben sie jetzt verlost. Die 200 Euro spenden sie für die Jugendarbeit

Ist das Kunst? Als sich die „Quiltwachteln“ vor sieben Jahren zum ersten Mal für die Wachtberger Kulturwochen bewarben, waren die Organisatorinnen skeptisch, doch die Arbeiten der fünf Frauen sprechen für sich. Mit bunten Stoffen, Nähmaschine, Nadel und Faden lassen sie impressionistische Gartenlandschaften, Tierporträts und abstrakte Collagen entstehen, nur eben nicht auf Leinwand, sondern auf einer Fliesunterlage. „Das Spektrum ist riesengroß. Leider ist das viel zu wenig bekannt“, findet „Quiltwachtel“ Brigitte Pfeiffer. In Wachtberg ändert sich das. Gleich zur ersten Ausstellung im Limbachstift kamen 500 Besucher.

Ein besonderes Bild hing am Dienstag im Büro der Wachtberger Bürgermeisterin Renate Offergeld. Der Quilt wartete auf seine Verlosung zugunsten der Villiper Jugendarbeit. 173 Euro sind bei der Tombola der „Quiltwachteln“ zusammengekommen. Offergeld, die selbst nicht zur aktuellen Ausstellung im Köllenhof kommen konnte, stockte den Betrag privat auf 200 Euro auf. Sie hätte den Quilt am liebsten selbst behalten. „Besonders das Rot ist toll“, sagte sie.

Viele Stunden an der Nähmaschine

Wer genau hinschaut, entdeckt gequiltete Libellen und viele andere Details, die vom Geschick der Künstlerinnen zeugen. Kein Wunder, denn an diesem Stück waren alle beteiligt. „Die Erste hat in der Mitte angefangen und ein Quadrat genäht und den Quilt dann an die Nächste weitergegeben, ganz ohne Vorgaben“, berichtete Brigitte Pfeiffer. Unter Profis nennt man das „Round Robin“. Zur Gruppe gehören neben Pfeiffer auch Gabi Böhken-Nagel, Marlies Mattick, Ingrid England und Annelore Walz.

Wie viele Stunden sie an der Nähmaschine verbringen, zählen die Frauen nicht. „Sobald eine Ausstellung zu Ende ist, sitzen wir an neuen Ideen“, berichtet Pfeiffer. Im nächsten Jahr steuert jede Künstlerin dann wieder zehn, zum Teil großformatige, neue Werke bei. Die fünf Damen haben sich in einer größeren Gruppe, nämlich bei den „Patch-Cats“ kennengelernt. Statt Katzen bot sich für ihr Wachtberger Projekt die Wachtel im Gruppennamen an. Die Besetzung hat immer an.

Bei der Verlosung blieb der Hauptpreis in der Familie: Renate Offergeld zog Matticks Enkelkind Marten aus dem großen Glas voller Zettel. Ihre eigene Wand im Rathaus wird wohl auch nicht leer bleiben. Beim Treffen kam das Gespräch auf das 50-jährige Bestehen der Gemeinde Wachtberg im kommenden Jahr. Da hatten die „Quiltwachteln“ sofort Ideen. Die nächste Ausstellung kommt bestimmt.