Schüsse nach Familienstreit

Waffenbesitzer aus Heimerzheim muss in die Psychiatrie

In der Nähe eines Waldstücks bei Heimerzheim hat die Polizei einen bewaffneten Mann gestoppt.

In der Nähe eines Waldstücks bei Heimerzheim hat die Polizei einen bewaffneten Mann gestoppt.

Swisttal-Heimerzheim. In eine psychiatrische Klinik ist der 46-Jährige aus Heimerzheim eingewiesen worden, der am Donnerstagabend von der Polizei angeschossen wurde. Ob der Polizist zurecht schoss, hat nun die Staatsanwaltschaft geprüft.

Der 46 Jahre alte Mann, der am Donnerstagabend in Heimerzheim einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst hat, ist in einer psychiatrischen Klinik untergebracht worden. Das bestätigte am Dienstag ein Sprecher der Bonner Polizei auf GA-Anfrage. Der Mann aus Heimerzheim war am Donnerstagabend nach einer körperlichen Auseinandersetzung mit seiner Schwester mit einer Waffe – einem Jagdgewehr samt montiertem Fernrohr – über der Schulter durch Heimerzheim gelaufen.

Ein Polizist hatte dem möglicherweise alkoholisierten Mann während seiner Flucht an einem Weg zwischen Euskirchener Straße und A 61 mit einem gezielten Schuss ins Bein verletzt, nachdem dieser sein Gewehr in Richtung der Polizisten gerichtet hatte. Zuvor waren die Beamten zu einer Familienstreitigkeit in einem Wohnhaus an der Kölner Straße gerufen worden. Während der Auseinandersetzung hatte der 46-Jährige seine Schwester niedergeschlagen und war samt Waffe aus dem Haus geflohen. Einsatzkräfte mit schusssicheren Westen und Maschinenpistolen hatten den Flüchtigen an dem Feldweg gestellt.

Wie Sebastian Buß, Oberstaatsanwalt und Sprecher der Staatsanwaltschaft Bonn, auf GA-Anfrage sagte, werde gegen den Polizisten, der den Schuss abfeuerte, kein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Es gebe bislang keinen Hinweis auf ein strafrechtliches Fehlverhalten des Beamten. Hintergrund: Bei jeder Schussabgabe eines Polizisten werde eine förmliche Prüfung der Begleitumstände geprüft. Innerhalb dieser Prüfung gelte der Beamte aber „als Zeuge nicht als Beschuldigter“, so Buß.