Römische Wasserleitung

Von der Eifel in die Colonia Claudia Ara Agrippinensium

Zeigen die Bronzeplatte: Monika Kauert von der Gemeinde, Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner, Lorenz Euskirchen vom Freundeskreis Römerkanal, Archäologe Klaus Grewe und Egon Pützer von E-Regio.

Zeigen die Bronzeplatte: Monika Kauert von der Gemeinde, Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner, Lorenz Euskirchen vom Freundeskreis Römerkanal, Archäologe Klaus Grewe und Egon Pützer von E-Regio.

SWISTTAL-BUSCHHOVEN. Eine Bronzeplatte vor dem Buschhovener Hof Köllen weist auf den Verlauf des 95,4 Kilometer langen Römerkanals hin. Sie ist eine von insgesamt zehn Exemplaren entlang des Streckenverlaufs des antiken Bauwerks.

Fünf Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr sind die Leistung des Wasserversorgungsverbandes Euskirchen (WES). Hört sich viel an, ist es aber nicht. Schon vor rund 2000 Jahren wurde diese Leistung übertroffen: Auf 20 000 Kubikmeter Tagesleistung brachte es nämlich die Wasserleitung der Römer, die über eine Länge von 95,4 Kilometern kalkhaltiges Quellwasser von Nettersheim in die damalige Colonia Claudia Ara Agrippinensium – das heutige Köln – transportierte. „Das ist schon eine beachtliche Leistung, an die kommen wir nicht heran“, räumte Egon Pützer ein, der als Geschäftsleiter E-Regio die Betriebsführung für WES inne hat.

E-Regio/WES hat die Bronzeplatte gesponsert, die vor der Einfahrt zum Hof von Heinz-Peter Köllen in Buschhoven auf den Verlauf des Römerkanals hinweist. „Das ist die letzte von insgesamt zehn dieser Bronzeplatten, die wir seit 2012 verlegt haben“, sagte Lorenz Euskirchen, Vorsitzender des Freundeskreises Römerkanal, der das Projekt entlang des Streckenverlaufs der antiken römischen Wasserleitung initiiert hat.

Jeweils ein Exemplar befindet sich in Euskirchen-Stotzheim, in Meckenheim-Lüftelberg und in Bornheim-Walberberg, sechs sind in Rheinbach zu finden – und jetzt die letzte in Buschhoven. Zwischen 400 und 500 Euro kostet laut Lorenz Euskirchen eine Platte, alle seien über Sponsoring finanziert worden. Die Gestaltung habe der Freundeskreis Römerkanal übernommen.

„Auf diese Weise wird Geschichte vor Ort sichtbar“

So ziert jede Platte das Logo des Römerkanals. Hinzu kommen Angaben zur Länge des Bauwerks und zu dessen Tagesleistung sowie die Schriftzüge der einzelnen Sponsoren und des Freundeskreises Römerkanal. Ein Pfeil zeigt die Fließrichtung des Wassers an.

In Zusammenarbeit mit Monika Kauert von der Unteren Denkmalbehörde der Gemeinde Swisttal hatten Mitarbeiter von E-Regio die letzte Platte unmittelbar vor einem Teilstück der römischen Wasserleitung auf dem Privatgrund von Heinz-Peter Köllen am Burgweiher in den Boden eingelassen. Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner dankte allen Beteiligten: „Auf diese Weise wird Geschichte vor Ort sichtbar.“

Das Teilstück am Hof Köllen, das ursprünglich aus Hürth stammte, sei schon vor Jahren erworben worden, blickte Römerkanal-Fachmann und Archäologe Klaus Grewe zurück. „Das war tatsächlich nicht billig, es hat 15 000 Deutsche Mark gekostet, vor allem für den aufwendigen Transport“, sagte er. Immerhin bringt das Teilstück zwischen vier und fünf Tonnen auf die Waage. Erbaut zwischen 80 und 90 nach Christus, ist die Römische Wasserleitung fast 2000 Jahre später immer noch ein einzigartiges Beispiel der Ingenieurkunst.

Die Leitung begann an der Quelle auf einer Höhe von 421 Metern, um in Köln auf nur noch einer Höhe von 53 Metern anzukommen. Auf der Strecke galt es, stets ein gleichmäßiges Gefälle beizubehalten, damit das Wasser den langen Weg überwinden konnte. An einigen Stellen, so auch an der Swist, mussten Aquädukte gebaut werden, um Täler zu überwinden.

Gut zu erkennen ist an dem Teilstück am Hof Köllen die spezielle Technik, wie Grewe erläuterte: „Wo man keine Steine hatte, hat man Gussbeton gemacht, das berühmte opus caementitium. Das ist Qualitätsarbeit.“

Die Dichtigkeit erreichten die Römer, indem sie in den normalen Mörtel Ziegelsplitt mischten. Dieser opus signinum – hydraulischer Putz oder Dichtungsputz – ist ebenfalls zu sehen.