Naturschutzareal in Dünstekoven

Unbekannter lässt in Swisttal 50 Ziegen frei

Swisttal-Dünstekoven. 50 Ziegen verschwanden bei Dünstekoven durch in den Biotop-Zaun geschnittene Löcher. Der Zaun wurde gleich mehrfach durchtrennt. Schafzüchter Theo Burbach hat Anzeige erstattet.

Der oder die Unbekannte ist sehr akkurat vorgegangen. Fein säuberlich wurden etwa 30 Zentimeter breite und 70 Zentimeter hohe Löcher in den Drahtzaun geschnitten, der das Biotop in der ehemaligen Kiesgrube bei Dünstekoven vom Kottenforst abgrenzt. Durch diese Löcher sind jetzt 50 Ziegen verschwunden.

Der frühere Weg wurde vor einigen Jahren gesperrt, um den Tieren einen ungestörten Wechsel zwischen Biotop und Wald zu ermöglichen. Den Zaun mit Pfählen aus naturbelassenem Eichenholz hatte die Gemeinde Swisttal erst kürzlich auf einer Länge von etwa einem Kilometer erneuert.

Das 53 Hektar große Gelände gehört der Gemeinde Swisttal. Es wird vom Nabu Bonn fachlich betreut und bietet einen geschützten Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere. Wo bis 1995 Kies abgebaut wurde, leben heute 120 Vogelarten wie etwa der Rotmilan, der Schwarzstorch oder der Kolkrabe.

Die Wiesen werden das ganze Jahr über von 18 Rindern kurz gehalten. Während der starken Vegetation im Frühjahr und Sommer setzt der Nabu noch jeweils 50 Schafe und Ziegen des Oedekovener Schafzüchters Theo Burbach ein, um zu verhindern, dass das Gelände zuwuchert. Auf diese Weise soll die Artenvielfalt erhalten bleiben.

Anzeige bei der Bonner Polizei erstattet

Die Schafe fressen das Gras, die Ziegen machen sich über die Gehölze her. Und diese 50 Ziegen sind in den vergangenen zehn Tagen zweimal ausgebüxt – durch Löcher im Zaun, die Unbekannte hineingeschnitten hatten. Den herausgetrennten Draht hat der Täter mitgenommen. Am „Tatort“ wurde nichts hinterlassen. Am Dienstag entdeckte Peter Meyer vom Nabu ein drittes Loch.

Darauf hat er bei der Bonner Polizei Anzeige erstattet. Meyer steht vor einem Rätsel, was die Beweggründe des Täters angeht. „Ziegen sind schlaue Tiere“, sagt Meyer. Wenn sie ein Schlupfloch entdeckten, gingen sie da auch durch, ihrem Leittier folgend. Die Ziegen steuerten eine Lichtung im Wald mit Eichen-Setzlingen an, nur etwa 100 Meter vom Biotop entfernt, wo sie an den frischen Trieben knabberten.

Die beiden „Freilassungen“ wurden am 16. und 21. Juli entdeckt. Umgehend holte Landwirt Burbach die Tiere aus dem Wald und führte sie nach dem ersten Vorfall auch zurück ins Biotop. Nach dem zweiten Vorfall holte er sie ab und setzte sie auf eine andere Weide um.