Kabarett

Simone Solga erhält die 31. Morenhovener Lupe

SWISTTAL-MORENHOVEN. Am 18. November wird die Kabarettistin, Schauspielerin und Sängerin Simone Solga im Kreaforum mit dem begehrten Kabarett-Preis ausgezeichnet. Am 13. Oktober starten die Kabarett-Tage im Kreaforum, die wieder ein fulminantes Programm versprechen.

Das fehlte ja noch: In gut drei Monaten – am 18. November, um genau zu sein – wird die Kabarettistin, Schauspielerin und Sängerin Simone Solga im Kreaforum mit dem noch ausstehenden dritten der drei ältesten deutschsprachigen Kabarett-Preise ausgezeichnet. Den Salzburger Stier? Nennt sie seit 2015 ihr Eigen. Den Deutschen Kleinkunstpreis gab's just am 18. Februar 2018. Und um die dazu gehörende goldene Glocke von allen Seiten ausgiebig betrachten zu können, könnte ihr künftig die Morenhovener Lupe wertvolle Dienste leisten. Andere, so wie Gerhard Polt (1992), lesen damit immerhin Karten. Nun, bevor Frau Solga das Schmuckstück aus England im Samtbeutel zu sich nach Hause nimmt, möchte das Morenhovener Publikum gewiss erfahren, wie die Jury von KuSS (Kunst und Spektakel im Swisttal) just zu dieser Entscheidung gekommen ist.

Die Preisträgerin kündigt sich direkt mit diesen Worten an: „Das gibt Ärger.“ Aber kein Grund zur Sorge. So lautet zunächst mal „nur“ der Titel ihres aktuellen Bühnenprogramms. Doch eloquent und streitbar ist sie zweifelsohne – die am 6. August 1963 als Tochter eines Schauspieler-Ehepaares in Gera geborene und somit in der Wolle gefärbte Akteurin, die in Leipzig zwischen Theaterkulissen aufgewachsen ist und in der Heimat des Brockhaus und der Universalbibliothek im gelben Umschlag naheliegenderweise eine Ausbildung zur Buchhändlerin absolviert hat.

Von 1982 bis 1986 studierte sie an der Theaterhochschule ihrer Heimatstadt Schauspiel und wurde anschließend am Leipziger Theater engagiert. 1989 bis 1993 erweiterte Simone Solga ihr Portfolio als Ensemblemitglied der Leipziger Pfeffermühle, gehörte von 1995 bis 2000 zur Münchner Lach- und Schießgesellschaft und machte sich von dort aus selbstständig. „Ich pack's“ hieß demnach auch ihr erster Alleingang anno 2000, gefolgt von „Perle mit Zündschnur“ (2003), der „Kanzlersouffleuse“ (2005) und „Bei Merkels unterm Sofa“ (2009). Im selben Jahr erschien ihr Buch „Mein Leben als Kanzlersouffleuse“. Bevor sie von 2013 bis 2017 „Im Auftrag Ihrer Kanzlerin“ auf den Kabarettbühnen dieses Landes zu sehen war und fleißig Auszeichnungen einsammelte – so auch den Deutschen Kabarettpreis (2014). Ärger macht sie nunmehr seit 2017 und hofft, „2029 gemeinsam mit Angela Merkel in Rente gehen zu können“.

Start der Kabarett-Tage ist am 13. Oktober

Bevor es allerdings dazu kommt, holt sie im Kreaforum zum verbalen Rundumschlag aus. Dies eint sie mit den Künstlern an 14 weiteren Abenden der 31. Morenhovener Kabarett-Tage vom 13. Oktober bis zum 6. Januar 2019. Eröffnet wird die Saison mit dem Programm „Ihr habt es weit gebracht – einer Hommage des „Ensemble Arche Nova II“ an Kabarettlegende und Lupe-Preisträger 1990, Hanns Dieter Hüsch. A bisserl grantig klingt tags drauf Stefan Waghubingers Resümee „Jetzt hätten die guten Tage kommen können“. Dessen ungeachtet geht Jens Neutag – mit bislang acht Auftritten auf dieser Bühne ein veritabler Stammgast – am 20. Oktober „Mit Volldampf“ voraus. Serhat Dogan – 2016 der Gast im Programm von Fatih Cevikollu – kommt am 26. Oktober nach Morenhoven, um gut 90 Minuten lang unter dem verheißungsvollen Titel „Kückück“ zu erklären, was man über Deutsche, Türken und Deutsch-Türken wissen sollte.

Lioba Albus vollführt am 27. Oktober vor aller Augen die Verwandlung „Von der Göttin zur Gattin“. Und dass Musiker mit Frack nicht nur Beethoven oder Schumann drauf haben, sondern auf den schwarzen und weißen Tasten auch den Humor spielen lassen können, demonstriert Armin Fischer am 3. November mit seinem Programm „Das verkan(n)tete Genie – ein Pianist packt aus“.

Bestsellerautor und Kabarettist Marius Jung geht am 9. November noch einen Schritt weiter und feiert mit den Morenhovener Zuschauern seinen „Moment der Freude“.

Mit elf Auftritten bis 2017 verweist Robert Griess sogar noch Jens Neutag auf den Platz und tritt am 10. November an, das Dutzend voll zu machen. Auf unnachahmlich-charmant-direkte Art, ähnlich der designierten Preisträgerin, heißt das „Hauptsache, es knallt!“ in seinen Worten. Das mag wohl schon so sein, aber Kollege Chin Meyer dürfte in Sachen Style kaum zu toppen sein: „Macht! Geld! Sexy?“ fragt der gewiefte Finanzkabarettist am 16. November. Klare Ziele vor Augen hat auch Matthias Reuter aus Oberhausen: „Wenn ich groß bin, werd' ich Kleinkünstler.“ Selbstironie wie die schafft ihm bis dahin sicher schon mal eine Menge neuer Freunde – in Morenhoven ist dies am 17. November sein Auftritt Nummer fünf.

Als profunder Kenner der Geschichte unseres (Sub)Kontinents gilt Sebastian Schnoy, der sein Wissen zudem großzügig-gekonnt mit dem Auditorium teilt, diesmal auch das Schlachtplatten-Ensemble bereichern wird und am 23. November folgende Arbeitshypothese zur Diskussion stellt: „Hauptsache Europa! Jetzt erst recht!“

Mit dergleichen – könnte man meinen – hat es sich die Eifel-Gang denkbar einfach gemacht: „Einer singt, einer liest und einer trägt vor“. Soweit zum Programm am 24. November. Wer den Kriminalautor und Verleger Ralf Kramp, Wibbelstetz-Frontmann und „Eifel-Troubadour“ Günter Hochgürtel und „Lachyogi-Toni“ Manfred Lang indes kennt, der weiß natürlich, dass einiges mehr zu erwarten ist. Ein „Ende der Bescheidenheit“ verspricht auch Anka Zink nun zum vierten Mal vor Ort – für die Vorpremiere ihres gleichnamigen Programms am 30. Oktober.

Und zum Abschluss der Kabaretttage servieren Robert Griess, Nils Heinrich, Sebastian Schnoy und Lisa Catena am Dreikönigstag 2019 ihre „Schlachtplatte“ – die satirische Endabrechnung der vorausgegangenen zwölf Monate; inklusive dem „Gegenwartsdrama des Jahres eines zu Recht unbekannt gebliebenen Autors“.

Der Vorverkauf startet am 3. September. Karten und weitere Informationen zu den Künstlern unter www.kreaforum.de