Reitturnier des RSVK

Reitsport mit Isländern und Zeltlager-Flair in Buschhoven

S-Vereinsturnier des RSVK in Buschhoven bei dem sich alles um Isländer dreht. Hier zwei Teilnehmerinnen während einer Prüfung

S-Vereinsturnier des RSVK in Buschhoven bei dem sich alles um Isländer dreht. Hier zwei Teilnehmerinnen während einer Prüfung

Swisttal. Island liegt in Buschhoven. Zumindest, wenn die Reitsportvereinigung Kottenforst dort ihr alljährliches Hausturnier für Islandpferde, abhält. 135 Teilnehmer trafen sich am Wochenende im Kottenforst.

Die kleine Zeltstadt entlang der B 56 dürfte am Wochenende keinem Autofahrer in Buschhoven entgangen sein. Pferdeanhänger an Pferdeanhänger hatten Reiter auf einer Wiese neben der Reitsportanlage Kottenforst ihr Lager aufgeschlagen. Wer diesem „Campingplatz“ einen Besuch abstattete, durfte sich wie auf dem Gelände eines Musikfestivals fühlen – nur dass dort Vierbeiner die Stars waren und keine Rockbands.

Wie jedes Jahr hatte die Reitsportvereinigung Kottenforst (RSVK) zu einem Turnier für Islandpferde nach Swisttal eingeladen. Der 1973 gegründete Verein, der rund 300 Mitglieder zählt, hat sich voll und ganz den robusten Tieren von der Vulkaninsel verschrieben. Um ihre Fähigkeiten zu demonstrieren und über Haltung, Zucht und Ausbildung zu informieren, veranstaltet die RSVK alle zwölf Monate einen zweitägigen Wettbewerb in Buschhoven.

Zeltlager-Atmosphäre und Nähe zu den Tieren

Insgesamt 135 Teilnehmer zählten die Veranstalter am Samstag und Sonntag. Mit einer „geschlossenen Gesellschaft“ hatte das Starterfeld allerdings nichts zu tun. Neben 80 Mitgliedern der RSVK hatten auch Reiter von außerhalb ihre Pferde, die klangvolle Namen wie „Rakni“, „Bjössi“ oder „Garri“ tragen, gesattelt – darunter sogar Sportler aus den Niederlanden. Der Nachbarverein des RSVK aus Roderath führte zudem am Sonntagmittag eine Quadrille vor – eine besondere Variante des Formationsreiten.

Anders als bei Dressurreit-Turnieren, wo Pferde mitunter nur für einen Wettkampf aus ihren Anhängern gelassen werden, waren die Tiere in Buschhoven zwei Tage lang in provisorisch aufgebauten Paddocks untergebracht, wo sie Besucher aus der Nähe beobachten konnten. Zwischen den Bereichen für die Tiere versammelten sich die Sportler auf Klappstühlen, plauschten und bereiteten sich auf die nächste Prüfung vor – Zeltlager-Atmosphäre eben.

Das Turnier, das am frühen Samstagmorgen startete, beinhaltete Wettkämpfe für Jung und Alt. Gemessen wurde sich in Disziplinen wie Gehorsam, Tölt oder Fünfgang. Die Vergleiche nahmen mal fünf Minuten, mal bis zu 60 Minuten in Anspruch. Auch Prüfungen für Kinder gehörten auf dem Reitsportgelände, das über eine Ovalbahn sowie einen Longierzirkel verfügt, zum Programm.

Pferdedecken und Sachpreise als Belohnung

Übrigens: Springwettbewerbe lassen Islandpferde ob ihres Körperbaus lieber aus. Dafür beherrschen sie neben den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp auch die Gangarten „Tölt“ und „Pass“. Einen wachsamen Blick auf Tempoverstärkungen, Handwechsel und Co. hatten die Richter Lisa Grau, Gabi Nagel und Christian Rauer. Für die besten Teilnehmer gab es zur Belohnung Pferdedecken, hochwertige Bekleidung sowie weitere Sachpreise zu gewinnen. Gesamtsiegerin von allen 135 Teilnehmern wurde die Oedekoverin Katharina Wanke.

Um die Reitsportanlage herum konnten sich Besucher an den beiden Wettkampftagen an verschiedenen Verkaufsständen mit Pferdezubehör eindecken sowie im Zelt oder im Freien Herzhaftes oder Süßes genießen.

Vertrauen konnte die RSVK dabei auf die tatkräftige Unterstützung ihrer Mitglieder, die ehrenamtlich mit anpackten und das Islandpferde-Turnier abermals zu einem Höhepunkt im Kalender vieler Reitsportfreunde aus der Region machte.