Quarzkiestagebau in Swisttal-Buschhoven

Quarzkiesgrube soll länger in Betrieb sein

SWISTTAL-BUSCHHOVEN. Noch für weitere zehn Jahre soll nach dem Willen der Kieswerke Rheinbach der Quarzkiestagebau südlich von Buschhoven fortgesetzt werden. Das teilt der Landschaftsschutzverein Kottenforst (LSK) mit.

Der  Betreiber habe zunächst einen Antrag auf  einjährige Verlängerung bei der zuständigen Bergbehörde in Arnsberg gestellt. Die  Abgrabungsgenehmigung für diese Grube war bereits zum 31. Dezember 2015 ausgelaufen. Noch im Laufe dieses Jahres wird ein weiterer Antrag der Kieswerke auf Verlängerung des Tagebaus an diesem Standort um neun Jahre erwartet.

Tagebau wächst nicht in die Breite

"Die Bevölkerung würde den Auswirkungen des Abbaubetriebs insgesamt zehn Jahre länger ausgesetzt sein, als ursprünglich geplant war", reagiert Thomas Klodt, Vorsitzender des LSK, auf die Anfang Januar bekannt gewordenen Pläne.  Die Landschaftsschützer weisen ausdrücklich darauf hin, dass der Tagebau trotz verlängerter Laufzeit wohl nicht in die Breite wachsen werde. Es sei beabsichtigt, in den heutigen Grenzen der bestehenden Grube, durch Vertiefung und Ausdehnung des bereits vorhandenen Baggersees, weiteren Quarzkies zu gewinnen.

Ebenfalls zur Jahreswende wurden Pläne der Bezirksregierung Köln öffentlich, im Einvernehmen mit der Landesregierung eine neue Rohstoffgruppe einzuführen. Zu diesen "Präquartären Kiesen und Sanden" soll auch der hochreine weiße Quarzkies aus dem Raum Kottenforst/Ville gezählt werden. Geplant ist ein landesweit einheitliches Abgrabungsmonitoring für diesen Rohstoff, bei dem in regelmäßigem Turnus der Abbaufortschritt in den Tagebauen dokumentiert wird.

Darauf aufbauend sollen die im Regionalplan definierten, rohstoffbezogenen Versorgungsreichweiten jährlich überprüft werden. Insgesamt stehen nach Aussage des Geologischen Dienstes allein in NRW 15 Lagerstätten für Quarzsand- und Quarzkies zur Verfügung, die den hohen Qualitätsanforderungen für eine industrielle Verwendung dieser Bodenschätze genügen könnten. Der LSK sieht in dieser neuen Entwicklung die langjährige Sichtweise der hiesigen Landschaftsschutzvereine bestätigt, dass der regionale Bedarf an Quarzkiesen guter, industrietauglicher  Qualität nicht einzig aus den Lagerstätten des Vorgebirges und des Kottenforstes bestritten werden muss. (hpf)