Verkehrsplanung in Swisttal

Ortsumgehung Dünstekoven bleibt in der Schublade

Seit den 1980er Jahren liegen Pläne auf Eis, die Ortsdurchfahrt Dünstekoven durch eine Umgehungsstraße zu entlasten.

Seit den 1980er Jahren liegen Pläne auf Eis, die Ortsdurchfahrt Dünstekoven durch eine Umgehungsstraße zu entlasten.

SWISTTAL. Planungsausschuss lehnt Antrag der „Bürger für Swisttal“ ab, die mehr als 30 Jahre alten Pläne wieder aufzugreifen. Für das Projekt gibt es kein Geld und es kollidiert mit Naturschutz.

Das Projekt Ortsumgehung Landstraße L 163 für Dünstekoven aus den 1980er/1990er Jahren wird nicht wieder aufgegriffen. Mit elf zu drei Stimmen und einer Enthaltung hat die Mehrheit im Planungs- und Verkehrsausschuss (PVA) den Antrag der „Bürger für Swisttal“ (BfS) in seiner jüngsten Sitzung abgelehnt.

Wie berichtet, hatten die BfS mit ihrem Antrag das Ziel verfolgt, die Verkehrsbelastung für Heimerzheim und Dünstekoven zu verringern. „Wir sehen durch eine Realisierung der Dünstekovener Ortsumgehung im Zusammenhang mit dem kommenden Vollanschluss an die A 61 durch die Mieler B 56-Ortsumgehung auch eine wesentliche Entlastungsmöglichkeit für den Heimerzheimer Ortskern“, so die BfS. Sie verwiesen insbesondere auf die „nicht unerhebliche Anzahl von Fahrzeugen“ von Angehörigen der Bundespolizei, die zu Dienstbeginn und Dienstende das „Nadelöhr Heimerzheim“ für die Auf- und Abfahrt der A 61 nutzen.

Die CDU begründet ihre Ablehnung damit, dass „die bereits in den 90er Jahren diskutierte östliche Dünstekovener Ortsumgehung dem Natur- und Landschaftsschutz entgegenstehen, FFH-Gebiete am Kottenforst tangieren und auch Fragen im Zusammenhang mit dem Gewässer- und Hochwasserschutz aufwerfen könnte.“

Zudem sei die Finanzierung eines solchen Projektes nicht gesichert, so Jürgen Pump, Sprecher der CDU-Fraktion im Planungs- und Verkehrsausschuss. Vor diesem Hintergrund bezweifelte er zudem, dass es sinnvoll sei, Erwartungen bei den Bürgern zu wecken, deren Verwirklichung unrealistisch erscheinen.

Auch die SPD-Fraktion sieht keine Chance für eine Realisierung der Dünstekovener Ortsumgehung. „Dies den Anwohnerinnen und Anwohnern vorzugaukeln, ist unseriös. Denn das Projekt Ortsumgehung ist nicht gestorben; es war nie lebendig“, so SPD-Ratsherr Paul Adams. Auch die Beauftragung der Verwaltung mit einer Recherche beim Landesbetrieb Straßen NRW, warum das Projekt nach 1996 versandet war, hält er für sinnlos. „Denn es gibt für eine Ortsumgehung Dünstekoven keine Finanzmittel, keine Planungskapazitäten und auch keine alternative Trasse“, so Adams.

Man könne die Straße weder durch die Swistaue noch durch das besonders wertvolle Naturschutzgebiet um die ehemalige Kiesgrube bauen. Dünstekoven müsse vor allem von zusätzlichem Verkehr entlastet werden, wenn sich Schwerlaster bei Staus auf der Autobahn Abkürzungen durch Swisttlaer Ortschaften suchen. Deswegen dürfe die Landesregierung beim geplanten Ausbau der A 61 nicht weiter auf der Bremse stehen. Auch könne man über eine Beschränkung des Schwerlastverkehrs auf Anlieger diskutieren, so Adams. ⋌