Nach Aus der Dependance in Alfter

Neue Chancen für Gesamtschul-Zweigstelle in Swisttal

Die Georg-von-Boeselager-Sekundarschule in Heimerzheim aus der Luft gesehen.

Die Georg-von-Boeselager-Sekundarschule in Heimerzheim aus der Luft gesehen.

SWISTTAL. Neue Chancen für eine Gesamtschul-Zweigstelle in Swisttal eröffnen die gescheiterten Pläne für eine Dependance der Gesamtschule Rheinbach in Alfter.

„Bis heute waren Gespräche mit Weilerswist die letzte Möglichkeit“, sagte der Beigeordnete Hans Dieter Wirtz, als es in der Sitzung des Schulausschusses um die Zukunft der Georg-von-Boeselager-Sekundarschule als einziger weiterführender Schule in Swisttal ging. Nun ergebe sich auch die Möglichkeit für Gespräche mit Rheinbach.

„Die Stadt Rheinbach war, solange das Anmeldeverfahren in Alfter lief, rechtlich an einer weiteren Dependance gehindert. Nach der Entscheidung in Alfter, ist aus einem theoretischen Partner ein tatsächlicher Partner geworden“, so Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner. „Am Tag als die Anmeldezahlen für Alfter bekanntgegeben wurden, haben Bürgermeister Raetz und ich uns zu dem Thema abgestimmt und ein weiterführendes Gespräch vereinbart.

Darüber hinaus findet Anfang März auf Einladung der Bezirksregierung Köln ein Gespräch zur interkommunalen Zusammenarbeit mit den Städten Bornheim und Rheinbach sowie der Gemeinde Alfter statt.“ Auch die Fraktionen waren „heilfroh, dass sich eine Gelegenheit eröffnet“, wie Tanja Pleßer (CDU) sagte. „Wir kamen ja bisher nicht zum Zuge, weil uns niemand beachtet hat. Unsere Ausgangssituation ist jetzt gestärkt.“ Auch Wilfried Bialik (SPD) zeigte sich „froh in der Situation zu sein, aktiv Gespräche mit Rheinbach und Weilerswist führen zu können.“

Eine Lanze für die Georg-von-Boeselager-Schule als Sekundarschule brach Schulleiterin Angelika Polifka. „Ich halte die ganze Diskussion für echte Panikmache. Die Angst, die Georg-von-Boeselager-Schule könnte geschlossen werden, ist absolut nicht gerechtfertigt. Wir haben schon jetzt mehr als 50 Voranmeldungen für das nächste Schuljahr. Bisher haben wir immer die notwendigen Zahlen für eine Sekundarschule erreicht“, sagte sie.

Sehr kritisch sah sie eine Kooperation mit Gesamtschulen in der Nachbarschaft und die Gründung einer Gesamtschul-Zweigstelle: „Wenn Kooperationen angedacht werden, muss man die Umsetzungsmöglichkeiten berücksichtigen. Für mich ist Weilerswist die einzig mögliche Kooperation und nicht Rheinbach.“ Pleßer hielt dagegen: „Es kann nicht die Rede davon sein, dass die Georg-von-Boeselager-Schule alleine als Sekundarschule nicht bestehen könnte. Aber wir müssen langfristig in die Zukunft schauen.“

Wie berichtet, gibt es auch bei Verwaltung und Bezirksregierung sowie in der Kommunalpolitik keine Zweifel an der guten Arbeit der Georg-von-Boeselager-Schule. Allerdings wird der Bestand auf Dauer als gefährdet angesehen – aufgrund mangelnder Akzeptanz dieser Schulform, die mit der Klasse 10 endet. Schüler, die Abitur machen wollen, müssen dann an anderen Schulen die Oberstufe besuchen.

Den Antrag, über eine Ausnahmeregelung die Georg-von-Boeselager-Schule von einer dreizügigen Sekundarschule in eine dreizügige Gesamtschule umzuwandeln, hatte die Bezirksregierung abgelehnt. Solche Ausnahmen von der zwingenden Vierzügigkeit würden nicht genehmigt, so der Bescheid. Parallel gab es Gespräche mit Bornheim, Weilerswist und Rheinbach über eine Dependance in Swisttal.

Dazu Kalkbrenner: „Bornheim befindet sich zurzeit jedoch in einem Entscheidungsprozess innerhalb der eigenen Schulsystematik, sodass konkrete Entscheidungen abzuwarten sind. Mit Weilerswist hat eine erste Kontaktaufnahme stattgefunden. Weitere Gespräche sowohl auf Verwaltungs- als auch auf Schulebene werden folgen.“ Wenn Swisttal eine Gesamtschul-Dependance realisieren würde, müssten Swisttaler Schüler diese besuchen und benachbarte Gesamtschulen müssten keine Swisttaler Schüler mehr aufnehmen.