Morenhovener Schule

Kreaforum feiert ein ganzes Wochenende lang Geburtstag

Die Wibbelstetz spielen in Morenhoven.

Die Wibbelstetz spielen in Morenhoven.

SWISTTAL-MORENHOVEN. Die Kreativitätsschule Morenhoven hat ihren 40. Geburtstag gefeiert und ein Wochenende lang gezeigt, was sie in den vier Jahrzehnten so alles auf die Beine gestellt hat.

40 Jahre Krea, 30 Jahre Kabarett-Tage, das bedeutet Hunderte Kinder, die gemalt und gebastelt haben, und ähnlich viele Erwachsene, die über hintergründige Sprachkunst nachdenken und lachen mussten. Dass man das alles nicht an einem Tag feiern kann, versteht sich von selbst. Die Kreativitätsschule Morenhoven hat sich ein Wochenende lang Zeit genommen, um zumindest einen kleinen Ausschnitt von dem zu zeigen, was sie in vier Jahrzehnten auf die Beine stellte.

Am Freitag gab es da erst einmal Kultur mit einem Konzert mit Klaus dem Geiger. Am Samstagabend dann folgte eine offizielle Feierstunde für Freunde und Mitglieder des Vereins. In Krea-typischer Gemütlichkeit, also mit kölscher Musik von den Kottengroovern und an Stehtischen statt in steifen Stuhlreihen, kam man miteinander ins Gespräch. Klaus Grewe, von Anfang an für die Kabarettsparte zuständig und seit gut einem halben Jahr Vereinsvorsitzender, präsentierte die Geschichte der Krea.

Kaum zu glauben, dass die ganze Einrichtung aus der Idee einiger Eltern entstand, die ihren Kindern ein außerschulisches Angebot machen wollten. Das Kabarett kam dazu, als Fördermittel ausliefen und man eine Geldquelle suchte. Wobei man nicht einfach irgendwen nach Morenhoven holen wollte. „Wir haben uns in der Szene gut umgesehen“, berichtete Grewe. Die Liste der großen Namen ist lang, am besten nachzulesen in der offiziellen Festschrift, einem edel gestalteten Buch mit 216 farbigen Seiten. In der Feierstunde verteilte Grewe das Werk großzügig an die Besucher aus Vereinen und Politik, darunter Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner, die sich mit viel Lob bei der Krea bedankte, und Elisabeth Wilhelmi-Dietrich, Leiterin des Jugendhilfezentrums.

Doch Kabarett ist nur die eine Hälfte der Krea, das wurde am Festwochenende immer wieder deutlich. Das Herzstück bleibt die Arbeit mit den Kindern. Sie durften am Sonntag beim großen Familienfest im Kreaforum herumflitzen, um verschiedene Angebote zu testen. Klassiker waren darunter, wie das Dosenwerfen im Garten oder Kinderschminken und natürlich Bastelangebote in der Werkstatt.

Die 17-jährige Ann-Kathrin Kowertz, wie viele junge Helfer ein Krea-Eigengewächs, und Ulrike Lohoff-Erlenbach hatten dafür Nagelbilder ausgesucht. Jeder, der mit etwas Hilfe einen Hammer halten kann, durfte mitmachen. Nur ein Projekt musste verschoben werden: die Gestaltung des neuen Bauwagens. Der an der Seite noch weiße Wagen ist ein Geburtstagsgeschenk an die Krea-Kinder. Seit der umfangreichen Sanierung der Alten Schule ist ihre Werkstatt im Keller – zu unauffällig. Der Wagen steht vor dem Haus und bietet im Inneren Platz für 15 Kinder. „Nun sehen wir sie immer“, freut sich Grewe. Nur genug Platz vor und neben dem Wagen, um ihn richtig anmalen zu können, war beim gut besuchten eben Fest nicht.

Angelockt hatte die zahlreichen Besucher unter anderem das Musikprogramm des Tages. Los ging es mit der Morenhovener Swistbaggage, dann übernahm das Jugendorchester der Tomburg Winds, bis die Alphornissen die Berge an die Swist holten. Und zum Schluss begrüßte Grewe „Freunde aus der Eifel, die uns echten Eifelrock bringen“ – Wibbelstetz. Nur die verstehen es, mit einem Lied über Beerdigungen und Tod die Leute zum Klatschen und Tanzen zu bringen. Und nur sie haben ein Liebeslied in Eifler Mundart verfasst, in dem die Begriffe „Klobrille“ und „Unterlegscheibe“ vorkommen. Außerdem bringt Frontmann Günter Hochgürtel zu jedem Song eine Geschichte mit, die so eben nur in der Eifel passieren kann.