Mikrowellenkürbis vom Swisttaler Rosenhof

Joachim Heinen schwört auf Surprise

Lecker und gesund: Joachim Heinen zeigt Surprise-Kürbisse. FOTO: ARAB

Lecker und gesund: Joachim Heinen zeigt Surprise-Kürbisse.

SWISTTAL. In wenigen Minuten lässt sich aus dem Mikrowellenkürbis ein Essen zubereiten. Der Rosenhof-Besitzer traut dem Neuling viel zu.

Der Kürbis ist ein Meister der Selbstvermarktung. Zurzeit zieren große Prachtexemplare viele Vorgärten. In flüssiger Form füllt der Kürbis als Suppe hungrige Mägen und Müslifreunde wissen die Kerne des orangefarbenen Allrounders zu schätzen. Nun tritt der Kürbis in den knallharten Wettbewerb der Fast-Food-Branche ein - und steht damit in direkter Konkurrenz zu Burger, Pommes und Pizza.

"Der Mikrowellenkürbis ist das neue Fast Food." Joachim Heinen, Besitzer des landwirtschaftlichen Betriebs Rosenhof in Swisttal, baut neben Getreide- und Zuckerrüben nun schon seit vielen Jahren die beliebte Kürbissorte Hokkaido an. Und seit Kurzem auch die als Mikrowellenkürbis bekannte Sorte Surprise. Heinen lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass er diesem Kürbis viel zutraut.

Die Idee zum Anbau entstand rein zufällig, als Heinen sich mit dem Erwerb neuen Saatguts beschäftigte. "Seit fünf Jahren bauen wir auf dem Hof Kürbisse an. Beim Durchblättern eines Saatgut-Prospekts bin ich dann auf den Mikrowellenkürbis gestoßen. Den musste ich unbedingt mal ausprobieren", berichtet Heinen vom Ursprung seiner Idee.

Im Gegensatz zu Pommes und Co. ist der maximal 500 Gramm schwere Mikrowellenkürbis ein essbares Gesundheitspaket. Er ist nicht nur verhältnismäßig kalorienarm, sondern liefert auch wichtige Vitamine und Mineralstoffe. Der große Vorteil liegt in der Zubereitung, die ohne den Zusatz von Fett gelingt.

"Den Mikrowellenkürbis kann man wie eine Folienkartoffel zubereiten. Man muss nur den Deckel abschneiden und Kerne entfernen, ihn für fünf bis zehn Minuten in der Mikrowelle garen", so Heinen und formuliert noch einen Zubereitungstipp: "Am besten schmeckt er mir mit Kräuterquark." Im September erntet Bauer Heinen die Kürbisse bei guten Wetterverhältnissen. Die Exemplare sind bei kühler und trockener Lagerung bis in den Februar hinein haltbar. Einige Supermärkte bieten den Mikrowellenkürbis an, die Kosten pro Stück liegen bei etwa zwei Euro.

Noch ist die Sorte im Verkaufsumfang nicht vergleichbar mit dem Hokkaido. Für Joachim Heinen liegt das nicht am Geschmack. "Der Mikrowellenkürbis schmeckt kräftiger als der Hokkaidokürbis. Dass er trotzdem seltener gekauft wird, liegt auch daran, dass viele ihn für einen Zierkürbis halten", so Heinen. Das aber sei falsch, denn - genauso wie der Hokkaido - sei er mit der Schale essbar.

Der Rosenhof betreibt keinen großen Geschäftsumfang mit dem Mikrowellenkürbis. Auf mehreren hundert Quadratmetern Fläche baut Joachim Heinen mit seinem Team den Kürbis an. Das reicht nicht für den Verkauf an den Großhandel. "Jährlich ernten wir mehre hundert Tonnen Hokkaidokürbisse. Beim Mikrowellenkürbis beschränkt sich das auf einige hundert Stück, denn wir sehen das eindeutig als Spaß und nicht als Geschäft", so Heinen. Ob das so bleibt, ist fraglich. Denn der Mikrowellenkürbis hat das Potenzial, den gängigen Fast-Food-Alternativen die Erstplatzierung in Sachen Beliebtheit streitig zu machen.