Vandalismus in Heimerzheim

Hauseigentümer in Heimerzheim klagen über Zerstörung

SWISTTAL-HEIMERZHEIM. Hauseigentümer in Heimerzheim ärgern sich über mutwillige Zerstörungen. Der Parkplatz an der Rückseite des Fronhofs in Heimerzheim soll nun nachts abgeschlossen werden. Dieses Jahr gab es bereits 36 Sachbeschädigungen.

Wilfried Großmann ist ziemlich sauer. Der 68-jährige Steuerberater aus Heimerzheim ist einer von 15 Hauseigentümern am Fronhof im Ortskern von Heimerzheim. Diese haben in den vergangenen drei bis vier Jahren insgesamt etwa 10 000 Euro aufgebracht, um von Jugendlichen verursachte Schäden an ihren Häusern zu beseitigen, schätzt Großmann. Jüngster Fall: Anfang Dezember wurde eine Regenrinne an der Ecke vor dem Buswartehäuschen aus der Verankerung gerissen.

Im September war die an der Arztpraxis Lunow angebrachte Überwachungskamera abgerissen worden. Zuvor hatten Unbekannte die Wände mit der Zahl „187“ beschmiert, dem US-Gangster-Code für „Mord“. An Karneval 2016 wurde eine Regenrinne an der Rückseite abgerissen. Vom Frühjahr 2016 bis zum Sommer 2017 gab es massive Beschädigungen an der äußeren Isolierschicht der Wände. Unbekannte hatten Löcher hineingebohrt, ein Fenster angezündet und eine große Katze auf eine weiße Wand gesprüht. Hinsichtlich des „Graffiti-Künstlers“ gab es einen verdächtigen Jugendlichen aus dem Ort. Der wurde von der Polizei auch vernommen. Er stritt die Tat jedoch ab. Da keine Beweise vorlagen, stellte die Polizei Bonn die Ermittlungen ein.

In der Arztpraxis Lunow klagt man über regelmäßige Belästigungen durch Jugendliche. Es werde von außen auf die Fenster geklopft, auch während Patienten behandelt würden. Mitarbeiterinnen der Praxis entfernen häufig morgens leere Flaschen und Verpackungsmüll, die vor der Tür liegen gelassen wurden. „Wenn man die Jugendlichen ermahnt, werden die auch noch unverschämt und lachen einen aus“, sagt Großmann. Einmal sei er sogar fast körperlich angegangen worden.

Nach seiner Beobachtung handelt es sich bei der Gruppe um maximal 15 Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 18 Jahren. Die Jungen und Mädchen würden sich mal in kleineren, mal in größeren Gruppen treffen, nachmittags und abends. Im Sommer 2017 haben die Eigentümer zwei Überwachungskameras installieren lassen. „Danach gab es bis Dezember keine Beschädigungen mehr“, sagt Großmann.

Polizei führte Gefährderansprachen durch

Er hat insgesamt fünf Anzeigen bei der Polizei erstattet. Alle Verfahren wurden eingestellt, weil keine Beweise erbracht werden konnten. Nach Auskunft von Polizeisprecher Frank Piontek hat der Streifendienst ein Auge auf den Fronhof.

Auch die Heimerzheimer Bezirksbeamten schauten dort regelmäßig nach dem Rechten. Es habe auch bereits sogenannte Gefährderansprachen gegeben. Das heißt, die Polizei macht den Jugendlichen klar, welche Konsequenzen ihr Tun haben könnte. Insgesamt sieht Piontek keinen Anstieg der Delikte in Heimerzheim. 2016 seien 45 Sachbeschädigungen angezeigt worden, in diesem Jahr bisher 36. Seit im Sommer die Kamera installiert worden sei, hätten die Störungen nachgelassen.

Die Eigentümer befinden sich derzeit in Gesprächen mit der Gemeinde, um das rückwärtige Gelände des Fronhofs, derzeit tatsächlich und rechtlich ein Parkplatz auf privatem Grund, durch ein Tor abschließen zu können. Eine der Voraussetzungen dafür wäre die Löschung einer „Grunddienstbarkeit“ für die Gemeinde Swisttal im Grundbuch, die allerdings nie zum Tragen kam, weil beim Bau des Fronhofs 1986 nach der Ablösesatzung der Gemeinde an anderer Stelle unter Kostenbeteiligung der Eigentümer die erforderlichen öffentlichen Parkplätze geschaffen wurden.

Die Verwaltung wird laut Gemeindesprecher Bernd Kreuer einem Antrag auf Löschung der Grunddienstbarkeit zustimmen. Die Eigentümer werden hierüber in Kürze schriftlich informiert. Das Tor könnte also installiert werden.