Bewegung bringt Begegnung

Franz Müntefering zu Gast im Seniorenbüro in Swisttal

Franz Müntefering, inzwischen 77 Jahre alt, besuchte das Seniorenbüro Swisttal und erläutert dabei die Aufgaben des Bagso.

Franz Müntefering, inzwischen 77 Jahre alt, besuchte das Seniorenbüro Swisttal und erläutert dabei die Aufgaben des Bagso.

Swisttal-Heimerzheim. Franz Müntefering hat das Seniorenbüro Swisttal besucht. Der Ex-Politiker ist Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen.

Als Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (Bagso) besuchte Franz Müntefering das Seniorenbüro Swisttal, um sich dort exemplarisch über die Arbeit der Seniorenbüros in Deutschland zu informieren. Der Seniorenbeauftragte der Gemeinde, Gerhard Endruschat, freute sich als Leiter der Einrichtung über den prominenten Besuch und informierte über die Herausforderungen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit. Nicht nur die steigende Zahl an Hilfsbedürftigen bedingt durch die alternde Gesellschaft, sondern auch die abnehmende Bereitschaft zur Übernahme eines Ehrenamtes erschweren seine Arbeit und die seiner Mitstreiter.

„Wohlstand wird heute immer nur am Bruttoinlandsprodukt gemessen, das kann nicht sein! Eigenengagement macht eine gute Gesellschaft aus“, mit dieser Aussage befand sich Franz Müntefering, ehemals SPD-Bundesvorsitzender und Minister in Düsseldorf und Berlin, bereits mitten in seinen Ausführungen, mit der er die Arbeit der Bagso vorstellte.

Die Dachorganisation von mehr 100 Verbänden mit Sitz in Bonn ist ein überparteilicher Interessenvertreter aller Generationen. Gemeinsam müsse sich jeder für die anstehenden Probleme bewegen – egal welchen Alters. „Und Bewegung ist sowieso das Allerbeste!“ rüttelte Müntefering in seiner ihm charakteristischen Art auf. Viele Altersprobleme seien durch Bewegung aufgehoben. Bewegung bringe Begegnung. Wo Menschen auf Menschen träfen, werde Vereinsamung vorgebeugt. So organisiere die Bagso auch einen Mittagstisch für Senioren in rund 120 Städten der Bundesrepublik. „Nicht Essen auf Rädern, sondern auf Rädern essen“, betitelte der ehemalige Bundesminister die Aktion.

Vielfältigkeit des Seniorenbüros

Jeder komme mit dem Rad, der U- oder S-Bahn und nehme so am gesellschaftlichen Leben teil. Sein humorvoller Beitrag gespickt mit Anekdoten aus seinem eigenen Leben begeisterte die knapp 50 Zuhörer im sonnenbeschienenen Innenhof des Alten Klosters in Heimerzheim. Auch Gabriella Hinn betonte als Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros den hohen Stellenwert einer selbstständigen Lebensführung im Alter und wertschätzte dabei die Leistung der Seniorenbüros. Deutschlandweit gebe es mehr als 440 solche Anlaufstellen, die die Zivilgemeinschaft stärken und das bürgerschaftliche Engagement fördern.

Im Beisein von Ortsvorsteher Hermann Leunig zollte Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner der Vielfältigkeit der Seniorenbüros in Swisttal ihre Anerkennung. Die kleine Ausstellung, die Gerhard Endruschat vorbereitet hatte, zeigte die Dimension der ehrenamtlichen Arbeit und den stetig wachsenden Bedarf. Gestartet wurde im Jahr 2013 mit einem Büro, drei Beratern und 15 Helfern in Heimerzheim. Bis heute etablierten sich zügig Anlaufstellen in Buschhoven und Odendorf und Ansprechpartner in Ollheim, Morenhoven und Dünstekoven.

Dabei hat sich die Nachfrage von anfänglich 39 Anliegen auf 198 gesteigert. „Inhaltlich bieten wir alles an, was benötigt wird: Von seelsorgerischer Unterstützung über Sturzprophylaxe-Training bis hin zur Vermittlung von Hilfen im Alltag“, so Endruschat. Um dem stetig wachsenden Bedarf gerecht zu werden, ist der Seniorenbeauftragte der Gemeinde Swisttal auf tatkräftige Unterstützung durch das Engagement der Bürger angewiesen.