Vier Menschen verletzt

Familie nach Hausbrand in Buschhoven ohne Obdach

Swisttal. Einen dramatischen Brand in einem Wohnhaus hat es am Donnerstagmorgen in Swisttal-Buschhoven gegeben. Nachbarn, darunter auch zwei Flüchtlinge, retteten einen Familienvater und seine drei Kinder aus dem brennenden Haus.

Es ist 4.15 Uhr am frühen Donnerstagmorgen, da reißen Hilferufe Mehvan Hassan Abdo aus dem Schlaf. Der 29 Jahre alte Buschhovener, der seit zwei Jahren in dem Wallfahrtsort lebt, eilt zum Nachbarhaus an der Alten Poststraße, aus dem dunkle Rauchschwaden dringen. Ein zehn Jahre alter Junge ruft um Hilfe. Der kurdische Iraker handelt schnell: Er holt eine Leiter und weckt seinen Mitbewohner Halil Massud, der wie er als Flüchtling nach Buschhoven kam. Zusammen mit weiteren Nachbarn, die ebenfalls durch die Hilferufe geweckt worden sind, stellen sie die Leiter an die Hauswand und retten den zehn Jahre alten Jungen aus dem brennenden Haus.

Noch vor dem Eintreffen der sogleich gerufenen Feuerwehr können sich auch der 53 Jahre alte Familienvater und seine 13 und 16 Jahre alten Töchter in Sicherheit bringen, wie Christian Klein, Pressesprecher der Swisttaler Feuerwehr, dem General-Anzeiger sagt. Mit leichten bis mittelschweren Rauchgasvergiftungen kommen alle vier in Krankenhäuser. Laut Polizei konnte der 53 Jahre alte Vater das Krankenhaus bereits gegen Mittag wieder verlassen.

Die Löschgruppen Buschhoven, Heimerzheim, Ludendorf, Miel, Morenhoven, Odendorf sowie die Feuerwehrkollegen aus Rheinbach samt Drehleiter eilen zum Ort des Geschehens. Inklusive der Rettungsdienste sind 60 Einsatzkräfte an der Alten Poststraße vor Ort, berichtet Klein.

Suche nach Obdach für die Familie

Mit schwerem Atemschutz dringen die Brandbekämpfer in das Doppelhaus ein. Den Einsatzkräften gelingt es rasch, ein Übergreifen der Flammen auf die nahe stehenden Nachbarhäuser zu verhindern. Bis 9 Uhr am Morgen dauern die Nachlöscharbeiten. Wie Brandexperten der Polizei am Morgen herausfinden, geht das Feuer von der Küche im Erdgeschoss aus und verbreitete sich von dort. „Das Haus gilt vorerst als unbewohnbar“, sagt Frank Piontek, Sprecher der Bonner Polizei. Nach ersten Erkenntnissen der Brandermittler könnte der technische Defekt eines Küchengerätes die Ursache des Feuers sein. „Hinweise auf ein Fremdverschulden gibt es nicht“, erklärt der Polizeisprecher.

Christel Eichmanns, Ortsvorsteherin von Buschhoven, ist, durch Sirene und Blaulicht geweckt, schnell in die Alte Poststraße geeilt. Schon während der Nachlöscharbeiten greift sie zum Telefon, um die plötzlich obdachlose Familie unterzubringen. Der Gemeinde Swisttal stehe dazu derzeit kein freies Haus zur Verfügung. „Und der Wohnungsmarkt ist leer“, berichtet Eichmanns im Gespräch mit dem General-Anzeiger. Allerdings könnte die Familie in einem Hotel unterkommen, sobald die Versicherung greift. Zusammen mit der Caritas und dem örtlichen Kirchenvorstand könne rasche Hilfestellung geleistet werden.

Ebenso finanziell einspringen, könne die Buschhovener Dr. med. Fridolin-Habel-Stiftung, berichtet Christel Eichmanns. Dabei handelt es sich um die Stiftung eines Mediziners aus Buschhoven, der erwirkt hat, dass mit den Erträgen aus seinem Stiftungsgeld satzungsgemäß bedürftige Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus Buschhoven unterstützt werden.

Eichmanns freut sich, dass die Nachbarschaft an der Alten Poststraße derart schnell reagiert und geholfen hat. „Es schön zu sehen, die Menschen doch noch aufeinander achtgeben“, sagt sie. Der direkte Nachbar Mehvan Hassan Abdo spreche sehr gut Deutsch und sei in Buschhoven gut integriert und vernetzt. „Er wusste, dass ein Vater mit seinen drei Kindern in dem Haus lebt.“ Und für Hilferufe sei er aufgrund seiner persönlichen Erfahrungen besonders sensibilisiert.