Vier Fachmärkte an einem Platz

Fachmarktzentrum am Metternicher Weg in Heimerzheim entsteht

Gegenüber dem Rewe-Markt am Metternicher Weg soll das neue Fachmarktzentrum entstehen.

Gegenüber dem Rewe-Markt am Metternicher Weg soll das neue Fachmarktzentrum entstehen.

SWISTTAL-HEIMERZHEIM. Vier Fachmärkte, davon zwei großflächige Nahversorger, sollen am Metternicher Weg auf einem zurzeit brachliegenden Grundstück gegenüber dem Rewe-Markt entstehen. Der Rewe-Markt will sich ebenfalls vergrößern.

Als ein „ganz wichtiges Projekt für Heimerzheim“, bezeichnet es Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner. Nun hat es der Planungs- und Verkehrsausschuss auf den Weg gebracht: Die Weiterentwicklung des Einzelhandelsstandorts Metternicher Weg durch ein Fachmarktzentrum und die Realisierung von Geschoss-Wohnungsbau. Der Ausschuss hat mehrheitlich die vorgezogene Beteiligung von Öffentlichkeit und Trägern öffentlicher Belange zur Aufstellung des entsprechenden Bebauungsplan Heimerzheim Hz 32 „Metternicher Weg“ beschlossen.

Auf dem derzeit brachliegenden Grundstück gegenüber dem vorhandenen Fachmarktzentrum am Metternicher Weg sollen vier Fachmärkte entstehen, davon zwei großflächige Nahversorger. Investor ist die „Fachmarktzentrum Heimerzheim GbR“ mit Sitz in Bornheim. Konkret ist laut Verwaltungsvorlage geplant, Kik in das neue Zentrum zu verlagern. Das wiederum schafft dem bestehenden Rewe-Markt die Möglichkeit, auf insgesamt 1700 Quadratmeter Verkaufsfläche zu erweitern. Er kann den Bereich Getränke auf die freiwerdende Fläche verlagern und das Lebensmittelsortiment anders präsentieren.

Ein Drogeriemarkt (dm) soll neu hinzukommen. Aldi soll von seinem jetzigen Standort Dützhofer Straße an den Metternicher Weg verlagert und dann auf eine Verkaufsfläche von 1350 Quadratmeter erweitert werden. Das wiederum mache es laut Vertretern von Netto notwendig, auch für den Netto-Markt anstatt der bestehenden rund 750 Quadratmetern künftig eine größere Verkaufsfläche von 1035 Quadratmetern vorzusehen, um „unserer Filiale eine Chance auf Durchsetzung an diesem Standort zu ermöglichen“. Netto habe gegen die großflächigen Filialen von Rewe und Aldi nur bei ebensolcher Größe eine Chance. Ansonsten werde sich Netto aus wirtschaftlichen Gründen mittel- oder langfristig von dem Standort zurückziehen müssen.

Kaufkraftabflüsse sind zu verzeichnen

Für das neue Fachmarktzentrum sollen 130 neue Stellplätze geschaffen werden, sodass dann insgesamt 278 Plätze zur Verfügung stehen. Gleichzeitig beschlossen hat der Ausschuss eine Reihe weiterer Prüfkriterien, die Monika Goldammer (FDP) eingebracht hatte, darunter zur Verkehrssituation, zur Lärmentwicklung, zu Auswirkungen auf den Ortskern sowie zu einer Verbindung für Fußgänger und Radfahrer.

Aktuell sind Kaufkraftabflüsse aus dem nördlichen Swisttaler Gemeindegebiet zu verzeichnen, vor allem nach Weilerswist, weil es in Heimerzheim keine bedarfsgerechte Versorgung gebe. Das hat die BBE Handelsberatung GmbH Köln auf entsprechende Nachfragen der Verwaltung festgestellt. Wenn die Planungen umgesetzt werden, werde es in Heimerzheim eine Lebensmittelmarkt-Verkaufsfläche von rund 3535 Quadratmetern geben. Bezogen auf die Einwohnerzahl von Heimerzheim und den zugeordneten Ortschaften Dünstekoven, Straßfeld und Ollheim entspreche dies einer durchschnittlichen Versorgung.

„Wir haben jetzt die einmalige Chance, ein Fachmarktzentrum zu realisieren, das einfach dem heutigen Einkaufsverhalten entspricht“, sagte der Heimerzheimer CDU-Ratsherr Manfred Lütz. Nicht nur seine Fraktion möchte diese „Märkte der neuesten Generation“ realisieren. Vielmehr werde dies auch von der Bevölkerung befürwortet.

Sorgen um Leerstände seien unbegründet

Auch Bürgermeisterin Kalkbrenner warb für das Vorhaben: „Wir haben nur einmal die Fläche, um uns für den Einzelhandel optimal aufzustellen.“ Auch der vorhandene Rewe-Markt stehe hinter dem Konzept, selbst mit einem weiteren großflächigen Markt, so die Bürgermeisterin. Während die FDP grundsätzlich zustimmte, das „wichtige Projekt in Gänze zu entwickeln“, so Goldammer, aber Prüfaufträge abgearbeitet wissen wollte, sah die SPD die Planung kritisch und wollte nur einen großflächigen Markt und Wohnbebauung realisieren, so Robert Datzer.

Pierre Oster (Bündnis90/Die Grünen) begrüßte zwar den Grundsatzplan, wollte aber nur für einen großflächigen Markt das Sondergebiet festlegen, nämlich für Aldi. Er fürchtete, dass ansonsten eine Konkurrenzsituation geschaffen werden könnte, bei der „einer über die Wupper geht“. Rainer Schmidt-Illguth von der BBE Handelsberatung widersprach aus fachlicher Sicht diesen Befürchtungen. „Wir reden nicht über Neuansiedlungen, sondern über Modernisierungen“, sagte er. Die Sorgen um Leerstände seien unbegründet. Ein neues Gebäude mit 1035 Quadratmetern Verkaufsfläche sei auch nach Jahren noch nutzbar, auch wenn es vielleicht dann nicht mehr Netto wäre.

Während Peter Langes sich für die BfS für das vorgelegte Konzept aussprach, schloss sich Karl-Heinz Peters (Die Swisttaler) den Bedenken von SPD und Pierre Oster von den Grünen an. Deren Ratsherr Udo Ellmer allerdings stimmte „als Heimerzheimer“ für das Gesamtkonzept, weil er es „ansonsten als gefährdet“ betrachtete.