Natürlicherer Verlauf fürs Bächelchen

Erste Meilenstein für Hochwasserschutz in Miel

Land unter: Am 30. Juli 2014 hatte das Bächelchen den Garten des Mielers Wolfgang Heller an der Dammstraße überflutet.

Land unter: Am 30. Juli 2014 hatte das Bächelchen den Garten des Mielers Wolfgang Heller an der Dammstraße überflutet.

SWISTTAL-MIEL. Das Bächelchen in Swisttal hatte sich im Sommer 2014 in einen reißenden Strom verwandelt. Jetzt soll das kleine Mieler Gewässer einen natürlicheren Verlauf erhalten.

„Endlich ein erster Meilenstein“ für den Hochwasserschutz in Miel, so Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner: Nach den ersten Planungsentwürfen des Ingenieurbüros Lorenz aus Bad Münstereifel soll das Mieler Bächelchen künftig in Höhe der Freizeitanlage umgeleitet werden, um es in der Freifläche natürlicher verlaufen zu lassen. Dabei soll das kleine Gewässer auf dem Weg zu seiner Einmündung in den Jungbach vor dem Damm der A 61 um die vorhandenen Bäume herum mäandrieren, also in gewundenen Schlingen fließen, und sich selbst entwickeln können.

Ein etwa tischhoher Damm soll auf rund 265 Metern Länge Hochwasserschutz für die Bebauung Küpperweg bieten. Die Grundstücksgrenzen selbst will man zusätzlich sichern, beispielsweise mittels sogenannter Winkel. Neben dem Damm soll ein fußläufiger Wiesenweg angelegt werden, der auch von einem Traktor befahren werden kann.

Als schönes gestalterisches Element ist eine Furt geplant, die über Steine überfahren werden kann. Als Übergang könnte entweder die vorhandene Brücke verlegt oder in preisgünstigerer Variante ein Durchlass als Unterführung des Weges gestaltet werden. Zudem sind insgesamt Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur vorgesehen, wie die Möglichkeit, dass sich Ablagerungen bilden oder Wasserpflanzen angesiedelt werden können.

Auch wenn das Bächelchen ein „kleines Gewässer ist, das seinen Namen zu Recht trägt“, wie Planer Christian Lorenz im Bau-, Vergabe- und Denkmalschutzausschuss sagte, ist das Vorhaben „keine Kosmetik, sondern tatsächlicher Hochwasserschutz“. Wie berichtet, ist dies ein besonders drängendes Thema für Miel. Nachdem am 30. Juli 2014 Bächelchen und Jungbach über die Ufer getreten und Schäden an Privatgebäuden in der Rücklage Küpperweg verursacht hatten, war es auch in der Nacht vom 1. auf den 2. Juni 2016 erneut zu einer Hochwasser-Bedrohung gekommen. Damals hatten schlimmere Schäden aber dank frühzeitiger und umsichtiger Warnung der Anwohner durch die Feuerwehr sowie frühes Abpumpen der Gärten verhindert werden können. Bei der Vorstellung möglicher Vorsorgemaßnahmen zum Hochwasserschutz durch den Erftverband war deutlich geworden, dass der Bau der künftigen Trasse der Ortsumgehung Miel mit der Bundesstraße 56n maßgeblich in den Auenraum von Jungbach und Bächelchen eingreift, was neue verbesserte Schutzmaßnahmen erfordert.

Geld aus dem Doppelhaushalt  2019/2020

Deshalb übernimmt der Landesbetrieb Straßen.NRW als Verursacher mit 80 Prozent den größten Teil der Kosten, die Fachingenieur Lorenz auf rund 150 000 Euro schätzte. Der Vorentwurf sei eine Diskussionsgrundlage und müsse noch mit der Unteren Landschaftsbehörde und der Unteren Wasserbehörde abgestimmt werden, ein Gespräch sei für den 12. Dezember terminiert. Nach entsprechender behördlicher Abstimmung soll der Vorentwurf Planung in einer Info-Veranstaltung den Anliegern des Küpperwegs vorgestellt werden, die dabei eventuelle Anregungen und Bedenken einbringen können, die dann wiederum im Ausschuss beraten werden. Sollten keine Anregungen kommen, wird die Genehmigungsplanung ausgearbeitet und der Unteren Wasserbehörde zur Genehmigung vorgelegt.

Mittel für den Anteil der Gemeinde Swisttal an der Finanzierung werden im Doppelhaushalt 2019/2020 eingestellt.