Umgestaltung des Odendorfer Bahnhofs

Einigung hängt an drei Bäumen

Drei Bäume am Bolzplatz sind für die Bürgerinitiative "der Knackpunkt", ob sie den Kompromiss akzeptiert.

SWISTTAL-ODENDORF. Einhellig von "harmonischen und konstruktiven" Treffen des "Runden Tisches" zur Diskussion um den Erhalt der Bäume im Zuge der Umgestaltung des Odendorfer Bahnhofsgeländes sprechen Naturschützer Matthias Simon, die Gemeinde und die Bürgerinitiative "Rettet die Bäume am Bahnhof Odendorf".

Dennoch hängt der unter Beteiligung von Initiative, Planern, Fraktionen, Verwaltung und Fachleuten gefundene Kompromiss, welche der rund 100 Bäume auf dem Areal bleiben dürfen und welche nicht, für die Initiative "am seidenen Faden".

Mit-Initiator Norbert Phiesel: "Der erarbeitete Kompromiss ist unsere Minimalforderung. Wir haben dabei schon viele Zugeständnisse gemacht, zum Beispiel, dass eine Linde an der Allee fällt, ebenso wie drei Linden aus der Kaiserzeit an der Insel am jetzigen Buswendepunkt und eine alte Linde am Bahnhofsgebäude." Man habe die Bäume durchnummeriert und über jeden einzelnen gesprochen. Für die Initiative jedoch steht und fällt die Einigung mit drei Bäumen am Bolzplatz: zwei "vitale alte Linden und ein prächtiger Ahorn". "Die sind für uns der Knackpunkt", so Phiesel. "Wenn für deren Erhalt keine Lösung gefunden wird, können wir das nicht mehr mittragen. Dann werden wir weiter kämpfen."

Auch Forst-Fachmann Hanns Christian Wagner (CDU) habe bestätigt, dass diese drei Bäume es am meisten wert seien, erhalten zu bleiben. Er habe auch einen entsprechenden Appell an die Gemeindeverwaltung gerichtet. Das Problem: Die geplante neue Straße führt genau über den Standort dieser drei Bäume. Laut Phiesel hat die Initiative der Verwaltung einen Vorschlag unterbreitet, wie die Bäume durch die Verlegung der geplanten Straße um einige Meter in Richtung des heutigen Straßenverlaufs gerettet werden könnten, ohne dadurch die Planung zu gefährden.

"Selbst wenn der Bebauungsplan aufgrund dessen geändert werden müsste, ist dieses im vereinfachten Verfahren möglich und würde dann lediglich drei Monate in Anspruch nehmen", erläutert Phiesel und ergänzt: "Das hätte bereits erledigt sein können, denn wir kämpfen schon seit Mai für die Bäume am Bahnhof." Gemeindesprecher Peter Nitschke teilte auf Anfrage mit, dass die Verwaltung den Alternativvorschlag unter den Gesichtspunkten des Bebauungsplans prüfe und das Ergebnis in der nächsten Sitzung des Planungs-, Umwelt- und Verkehrsausschusses am Donnerstag, 15. November, zur Beratung vorlegen werde.

Sollte die Lösung nicht im Sinne der Bürgerinitiative ausfallen, habe man "noch einige Ideen", meint Phiesel. Er verweist dabei auf eine Stellungnahme des Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) zu den Plänen. Eckehart Ehrenberg, Vorstandsbeauftragter der BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg, begrüßt darin einerseits die Aufwertung des Bahnhofsareals; andererseits betont er, dass "im Gegensatz zur weiterhin üblichen Praxis die Erhaltung von Bäumen eine Grundlage der Planung sein muss". Insofern seien die konkreten Vorschläge der Bürgerinitiative als "notwendige Korrekturen" zu sehen, für die die wesentlichen Planungsziele noch nicht einmal geändert werden müssten.

Sollte es kein positives Verhandlungsergebnis geben, rate er zu einem formalen Bürgerbegehren beziehungsweise dazu, einen Bürgerentscheid gemäß Gemeindeordnung in Erwägung zu ziehen. Ein solches Vorgehen sei zwar für Bebauungspläne als solche nicht zulässig, nach BUND-Rechtsauffassung sehr wohl aber für die Festlegung von Entscheidungen innerhalb des Handlungsspielraums solcher Pläne, vor allem dann, wenn betroffene Flächen öffentliches Eigentum seien.