Schulentwicklung

Ein neuer Name für die Sekundarschule in Swisttal?

Kann eine Namensänderung der Sekundarschule Heimerzheim eine positivere Wahrnehmung bewirken?

Kann eine Namensänderung der Sekundarschule Heimerzheim eine positivere Wahrnehmung bewirken?

SWISTTAL. Viele Eltern kennen die Georg-von-Boeselager-Sekundarschule in Heimerzheim noch als Hauptschule. Das schafft Imageprobleme. Es gibt daher Vorschläge, die Schule in "Sekundarschule Swisttal" umzubenennen.

Einstimmig hat der Schulausschuss dem Rat der Gemeinde Swisttal die Fortschreibung des Schulentwicklungsplans bis zum Schuljahr 2023/2024 empfohlen, um die Weiterentwicklung der Grundschulen einschließlich des offenen Angebots auf den Weg zu bringen. Zudem legt der Ausschuss den Fokus auf die einzige weiterführende Schule in Swisttal, die Georg-von-Boeselager-Sekundarschule in Heimerzheim, und empfiehlt dem Rat zu beschließen, dass diese weiterführende Schule am Standort Heimerzheim „zwingend zu erhalten ist“.

An der Sekundarschule erwarten die Gutachter in den kommenden Jahren eine relativ konstante Schülerzahl mit durchschnittlich 493 Schülern bis 2022/23. Daraus ergebe sich in den kommenden Jahren die Bildung von 19 Klassen.

Als Ausgleich des Raumdefizits von zwei Fach-/Mehrzweckräumen und eines Selbstlernzentrums wird mittelfristig der Einbau eines Selbstlern- und Beratungszentrums in das ehemalige Freiforum im Obergeschoss vorgeschlagen. Auch an der Sekundarschule macht das Gutachten Raumdefizite in der Verwaltung aus.

"Existenzielle Bedeutung"

„Eine weiterführende Schule ist für uns als Wohnstandort von existenzieller Bedeutung“, betonte Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner. „Unser höchstes gemeinsames Ziel ist es, diese Schule zukunftsfähig zu erhalten.“ Der Ausschuss beauftragte die Bürgermeisterin, mindestens mit den Nachbarkommunen Bornheim, Rheinbach und Alfter die Erstellung eines interkommunalen Schulentwicklungsplans für die Sekundarstufen I und II zu erwirken und die Ergebnisse dem Schulausschuss in einer Sondersitzung vorzustellen. Diesem Antrag der SPD-Fraktion schlossen sich alle Fraktionen an.

Wie berichtet, hatte das beauftragte Fachbüro „biregio – Projektgruppe Bildung und Region“ im Januar den Demografiebericht, den Entwurf des Schulentwicklungsplans für Swisttal sowie der darauf basierenden Raumbedarfsanalyse für die vier Schulen vorgelegt. Die höhere Schülerzahl und der höhere Raumbedarf an der Odendorfer Grundschule soll neben einer Umstrukturierung durch eine Aufstockung um weitere Räume in Klassengröße aufgefangen werden. In den Haushalt 2018 sind für die Planung 300 000 Euro eingestellt, so Pressesprecher Bernd Kreuer, und für 2019 1,7 Millionen Euro Baukosten.

Gutachten schlägt Umstrukturierung vor

Für den Ausbau des bislang ungenutzten Dachraums an der Heimerzheimer Grundschule, die künftig fünf statt bislang drei Züge in dann 17 statt bislang zwölf Klassen haben wird, sind demnach 110 000 Euro im Haushalt 2018 vorgesehen.

Für die künftig etwas mehr als zweizügige Grundschule Buschhoven hat das Gutachten in Bezug auf den Raumbestand eine Umstrukturierung mit Mit-Nutzung der Ganztagsräume im Pavillon als Gruppenräume vorgeschlagen. Mit dem Gebäude am Wallfahrtsweg habe man dort nach dem Auszug des Kindergartens zurzeit einen kleinen Puffer, sodass man „in Ruhe überlegen könne“, so die Bürgermeisterin. Gleiches gelte auch für die Sekundarschule, für die das Gutachten ein Raumdefizit von zwei Fach-/Mehrzweckräumen und einem Selbstlernzentrum ausgemacht hatte.

Probleme bei der öffentlichen Wahrnehmung

Vor dem Hintergrund der Entwicklung der Gesamtschule Rheinbach und deren Dependance in Alfter diskutierte der Schulausschuss Probleme bei der öffentlichen Wahrnehmung der Sekundarschule Heimerzheim. Vielen sei nicht bekannt, was eine Sekundarschule überhaupt sei, nämlich „die kleine Schwester der Gesamtschule ohne Oberstufe“, so die Bürgermeisterin. Die Sekundarschule gehe für die Oberstufe eine Vielzahl von Kooperationen ein mit Gymnasien, Berufskollegen und Gesamtschulen. Eins müsse allen Beteiligten klar sein: „Wenn wir keine weiterführende Schule hätten, müssten diese Schüler auch noch auf die Schulen anderer Kommunen verteilt werden.“

In den sechs linksrheinischen Kommunen müsse in einer Lenkungsgruppe gemeinsam über interkommunale Schulentwicklungspläne nachgedacht werden. Tanja Pleßer (CDU) plädierte dafür, mehr Ursachenforschung zu betreiben, wieso Swisttaler Bürger ihre Kinder nicht in die Sekundarschule nach Heimerzheim schicken, sondern auf weiterführende Schulen in Nachbarkommunen.