Kiesgrube in Straßfeld

"Ein Zeichen an den Regionalrat"

Mit den Plänen für eine weitere Kiesgrube in Straßfeld befassen sich (v.l.) Eckhard Schumann, Gisela Hein und Achim Tüttenberg. FOTO: HENRY

Mit den Plänen für eine weitere Kiesgrube in Straßfeld befassen sich (v.l.) Eckhard Schumann, Gisela Hein und Achim Tüttenberg.

SWISTTAL-STRASSFELD. Über die Pläne für eine neue Kiesgrube in Straßfeld im Abstand von nur etwa 140 Metern zur Wohnbebauung haben Gisela Hein, Vorsitzende des Swisttaler Umwelt- und Wirtschaftsförderungsausschusses, der SPD-Vorsitzende und Ratsherr Tobias Leuning sowie SPD-Ratsherr Eckhard Schumann den SPD-Landtagsabgeordneten Achim Tüttenberg vor Ort informiert.

Tüttenberg ist auch Mitglied des Regionalrates. Wie berichtet, haben die beiden Ausschüsse für Umwelt und Wirtschaftsförderung sowie für Planung und Verkehr die Swisttaler Verwaltung mit dem Entwurf einer Resolution an den Regionalrat beauftragt, weil die geplante Abgrabung einen Bereich außerhalb der vorgesehenen Konzentrationszonen betrifft. Die Resolution soll in der Ratssitzung am kommenden Dienstag verabschiedet werden.

"Uns ist es wichtig, heute ein eindeutiges Zeichen an den Regionalrat zu geben und zu zeigen, dass wir das Thema weiter verfolgen werden", sagte SPD-Bürgermeisterkandidatin Gisela Hein. Tüttenberg sicherte zu, dass die Resolution vom Regionalrat "wohlwollend" aufgenommen werde. Ohne der Reaktion des Regionalrates vorgreifen zu wollen, wie er sagte, äußerte sich der SPD-Landtagsabgeordnete zuversichtlich, dass der Antrag des Kiesunternehmers aus seiner Sicht "keine Chance" habe.

Tüttenberg verwies auf den parteiübergreifenden Konsens vom September 2012, den wesentlichen Abbau auf Weilerswist zu konzentrieren. "Damit sind alle anderen Standorte ausgeschlossen. Der Regionalrat wird kaum beabsichtigen, das Verfahren wieder aufzunehmen", so sein Fazit.

Ratsherr Schumann wies auch auf die "fünfte Stilllegungsverfügung" bis 31. Dezember 2020 hin. Die beiden Altgruben seien schon lange ausgekiest, der Betrieb gehe aber munter weiter, indem diese Gruben zur Betriebsfläche erklärt und als solche für Lagerungen und bestimmte Arbeiten genutzt würden.

"Die Überwachung dieser Abläufe machen wir jetzt zum Thema. Einfach schweigen und immer wieder Fristen verlängern, geht so nicht. Wir bohren die ganze Thematik jetzt auf und werden auch dem nachgehen, wer was überwacht", betonte Tüttenberg. Die Vertreter der Swisttaler SPD machten dem Landtagsabgeordneten auch deutlich, welchen Belastungen die Straßfelder schon jetzt durch Verschmutzung, Verkehr und Lärm ausgesetzt seien. "Der Kreis hat die Aufgabe, die Bürger vor Belästigungen zu schützen", hielt Tüttenberg dazu fest.

Landschaftsschutzverein lehnt die Pläne ab

Der Landschaftsschutzverein Kottenforst (LSK) hat nach eigenen Angaben bei der Bergbaubehörde in Arnsberg beantragt, am Genehmigungsverfahren für den geplanten Quarzkiestagebau "Paul" beteiligt zu werden. Die Konzentrationszonen seien vorgesehen, um die Versorgung der Wirtschaft und Bevölkerung durch Bodenschätze zu sichern. Abgrabungen außerhalb dieser Zonen sollten unterbleiben, so der LSK. Zudem rücke die neu geplante Kiesgrube zu nah an die beiden Ortschaften Straßfeld und Müggenhausen, an denen sich schon zahlreiche Tagebaue befänden, teilt der Vereinsvorstand weiter mit. Deshalb lehne er die Pläne ab.

Ratssitzung, 16. Dezember, 17.30 Uhr, Rathaus Ludendorf