Breitbandversorgung in Odendorf

Die Bahnlinie bildet die Grenze fürs Surfen

Der Odendorfer Bahnhof bildet nach Meinung der Bürgerinitiative eine Grenze in Sachen schnelles Internet. FOTO: ARCHIV KOHLS

Der Odendorfer Bahnhof bildet nach Meinung der Bürgerinitiative eine Grenze in Sachen schnelles Internet.

09.02.2015 SWISTTAL-ODENDORF. Odendorfer Bürger kämpfen für ein schnelles Internet. Eine eigens zu diesem Zweck gegründete Bürgerinitiative will den Druck auf die Gemeindeverwaltung Swisttal erhöhen, den Ausbau mit Breitband zu beschleunigen.

Am Dienstag um 17 Uhr trifft sich eine Abordnung der Bürgerinitiative um Initiativgründer Peter Merten mit der Swisttaler Beigeordneten Petra Kalkbrenner.

Thema der Diskussion wird der Zeitplan sein, bis wann, wo und wie schnell in Odendorf der beauftragte Netzbetreiber bn:t (Blatzheim Networks Telecom) die Baumaßnahme zur Versorgung der Bandbreite in Angriff nehmen wird. Der Zeitplan für den Ausbau steht für das beauftragte Bonner Unternehmen jedoch schon fest.

So umfasst der erste Bauabschnitt außer den Orten Ludendorf und Essig das Gewerbegebiet Odendorf und den Bereich westlich des Orbach, die bis zur Jahresmitte abgeschlossen sein soll. Bis Ende 2015 ist die Versorgung des Neubaugebiets am Bendenweg mit schnellem Breitband vorgesehen.

Verlegt werden Glasfaserkabel, die an die bestehende bn:t-eigene Glasfaserringleitung angeschlossen werden. Von den eigenen bn:t-Schaltkästen (werden neben die bestehenden Kästen der deutschen Telekom aufgestellt) mit installierter VDSL-Technik führen Kupferkabel zu den einzelnen Haushalten.

"Durch die VDSL-Technik erhöht sich die Bandbreite bis zu 100 Megabit pro Sekunde. Damit hat der Kunde Telefonie und Internet aus einer Hand", erklärte bn:t-Vertriebsleiter Nikolaos Pantios. Er kann die Bildung einer Initiative gar nicht verstehen, da der Ausbau doch vorangeht. Sein Unternehmen stehe mit der Gemeindeverwaltung ständig in Kontakt.

Außerdem sei der Ausbau teuer, Geld, das bn:t selbst in die Hand nehmen müsse. "Der Ausbau Ludendorf, Essig und der Teil Odendorfs kostet bereits eine sechsstellige Summe. Natürlich sind wir an der Erschließung von unversorgten Teilen Odendorfs interessiert. Aber Odendorf ist mit 1300 Haushalten und entsprechenden Kabelverzweigungen ziemlich groß", erläuterte Pantios.

Ein Problem zur kompletten Erschließung ist die Bahnlinie, die den Ort teilt. Denn für die Unterquerung der Schienen ist die Genehmigung der Bahn nötig. Einen entsprechenden Antrag, auch zur Nutzung eventueller Leerrohre, hat das Bonner Unternehmen im Dezember 2014 gestellt.

Eine Antwort liegt noch nicht vor. Dass die Unterquerung nicht möglich sein soll, stößt bei Odendorfs Bürgern auf völliges Unverständnis wie bei bei einem Treffen der Bürgerinitiative deutlich wurde.

"Wir freuen uns über den zusätzlichen Druck aus der Bürgerschaft", machte SPD-Bürgermeisterkandidatin Gisela Hein deutlich. Sie fordert von der Gemeinde, "endlich ein Gesamtkonzept vorzulegen".

Laut Verwaltung haben Gespräche mit bn:t ergeben, dass interessierte Bürger und Gewerbetreibende sich an das Unternehmen wenden und sich beraten lassen können. "Wir freuen uns über die Unternehmensentscheidung erneut in Swisttal zu investieren. In der Vergangenheit hat bn:t gemeinsam mit Ortsvorstehern und Bürger für DSL-Anschlüsse gesorgt", machte die Erste Beigeordnete Swisttals Petra Kalkbrenner deutlich. (Susanne Träupmann)