Kommentar zu Klimaschutz und erneuerbaren Energien

Beispiel macht Schule

Hermann Schlagheck, Sprecher der Projektgruppe "Erneuerbare Energien, Energieeffizienz", zwischen den Solarkollektoren auf dem Dach seines Hauses in Swisttal-Heimerzheim.

Hermann Schlagheck, Sprecher der Projektgruppe "Erneuerbare Energien, Energieeffizienz", zwischen den Solarkollektoren auf dem Dach seines Hauses in Swisttal-Heimerzheim.

Beeindruckend und beispielhaft findet GA-Redakteur Mario Quadt die Arbeit der Projektgruppe "Erneuerbare Energien, Energieeffizienz" im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis.

Sechs Jahre ist es her, da die Bilder des Block für Block explodierenden japanischen Kernkraftwerks Fukushima Daiichi ihrem Betrachter den Atem raubten. Im Berliner Kanzleramt führte diese Katastrophe zu einem sehr schnellen, vor dem Unfall nicht für möglich gehaltenen Umdenken in der deutschen Atompolitik. Nicht erst eines Super-GAUs bedurfte es, um die linksrheinische Projektgruppe „Erneuerbare Energien“ vor zehn Jahren ins Leben zu rufen.

Auf beeindruckende Weise gelingt es dem ehrenamtlichen Zusammenschluss von klugen Mitdenkern die Endlichkeit der fossilen Energiereserven und gleichzeitig ihren Schaden für unser aller Klima vor Augen zu führen. Besonders beeindruckend ist die Art und Weise, wie die Mitglieder der Projektgruppe Nachhaltiges bewirken. Statt mit Trillerpfeifen und Sitzblockaden agieren sie mit treffenden Argumenten und punkten mit Fachwissen.

Eine Fülle neuer Gebäude im Linksrheinischen – öffentlich wie privat – zeugen von der Überzeugungskraft, die Schule macht – etwa beim Neubau des Meckenheimer Rathauses. Dank neuester Klimatechnik ist die vor wenigen Monaten eröffnete Verwaltungszentrale in der Lage, selbst sagen zu können, wie es im Inneren mit der Belüftung oder dem Heizgrad aussieht.

Insbesondere die jährlichen Energietage, die jetzt Klimatage heißen, sind ein niederschwelliges Angebot der Projektgruppe insbesondere an Hausbesitzer, wie jedermann seinen Beitrag zum Schutz des Klimas leisten kann. Kurioserweise scheint die Frage des Klimaschutzes aber oft auch eine Frage von Daumen und Zeigefinger zu sein – etwa wenn der Ölpreis in die Höhe klettert. Zu wünschen ist der Projektgruppe für die nächsten Jahre somit, dass Klimaschutz keine Frage des Geldes sein wird, sondern einzig der Vernunft.