GA-Podium zur Swisttaler Bürgermeisterwahl

Beide Kandidatinnen wollen den Bürgerdialog

Auf dem GA-Podium standen Petra Kalkbrenner (links) und Gisela Hein (rechts) Rede und Antwort. Hans-Peter Fuß moderierte.

SWISTTAL-LUDENDORF. Ein Wort war es, das die parteilose Bürgermeister-Kandidatin Gisela Hein während der Podiumsdiskussion des General-Anzeigers im Ludendorfer Dorfhaus besonders oft im Munde führte: Haltung.

Die unabhängige, von SPD und Grünen Swisttals unterstützte Kontrahentin von Petra Kalkbrenner (CDU), Erste Beigeordnete der Gemeinde Swisttal, berichtete, dass die Bürger sie in einer Fülle von Gesprächen während des Wahlkampfs auf ein Thema besonders häufig angesprochen haben: "Ich habe gemerkt, dass die Swisttaler einen Wandel wollen - in der Haltung und im Umgang mit den Bürgern", erklärte die 54 Jahre alte selbstständige Unternehmensberaterin.

Beispielhaft führte Hein den Fall einer Swisttaler Familie aus, die nach ihrem Bekunden seit drei Jahren auf die Genehmigung seitens der Verwaltung wartet, eine Baulücke zu bebauen. Da Kalkbrenner als Erste Beigeordnete auch dem Bauressort vorsteht, wusste die Juristin den Fall aus ihrer Sicht schildern.

"Das haben wir nicht drei Jahre liegen gelassen. Der entsprechende Bebauungsplan konnte nicht umgesetzt werden, da sich die unterschiedlichen Grundstückseigentümer nicht einig geworden sind." Diese Antwort nahm Hein mit anerkennendem Kopfnicken zur Kenntnis, erneuerte aber ihre Forderung, den Bürger mit einer anderen, bürgerfreundlicheren Haltung zu begegnen und sie zu informieren.

Nachdem GA-Redaktionsleiter Hans-Peter Fuß, Moderator der Podiumsdiskussion, die Standpunkte der beiden Kandidatinnen zu den drängendsten Problemen der Gemeinde abgefragt hatte (der GA berichtete), bekamen die 110 Zuhörer im Dorfsaal die Gelegenheit, den Bewerberinnen Fragen zu stellen.

Hans-Joachim Unger aus Miel wollte wissen, welche Führungserfahrungen Hein und Kalkbrenner in die Waagschale zu werfen haben. "Die Verwaltung ist schließlich der Muskel, der ihre Ideen umsetzt", so Unger. Kalkbrenner, die seit sechs Jahren ihr vom Rat gewähltes Spitzenamt in der Gemeindeverwaltung inne hat, beschrieb ihren Führungsstil als "teamorientiert".

Sie lege viel Wert darauf, ihre Mitarbeiter zu motivieren, um Überforderung oder Ausgebranntsein gar nicht erst entstehen zu lassen. Hein bekundete, während ihrer Zeit in der Öffentlichkeitsarbeit des Diakonischen Werks ein gerüttelt Maß an Führungserfahrung erworben zu haben - schließlich sei sie an Entscheidungen im Team zusammen mit Geschäftsführung und Bereichsleitern stets involviert gewesen.

Als nunmehr Selbstständige unterrichte sie Führungskräfte aller Art - von Kleinfirmen bis solchen mit rund 1000 Mitarbeitern. Beim Thema Bürgerbeteiligung wünscht sich die Parteilose vor allem eine frühzeitige, transparente Information der betroffenen Bürger. Sie wolle Einwohnerfragestunden vor jeder Ausschusssitzung möglich machen. Auch Kalkbrenner möchte das Ohr nah am Bürger haben - etwa mit Bürgersprechstunden in den Orten oder häufigen Ortsbegehungen.

Ein Zuhörer aus Heimerzheim schlug vor, mit den Ausschuss- und Ratssitzungen in andere Ortsteile zu gehen - um nicht ausschließlich die Räume im Rathaus in Ludendorf zu nutzen. "Ich halte das für eine sehr gute Idee", meinte Kalkbrenner. Diese könne helfen, mehr Zuschauer dazu zu bewegen, die Abläufe der Kommunalpolitik hautnah zu verfolgen.

Bei der Frage nach einem Haus der Swisttaler Geschichte zeigten beide Bewerberinnen Einigkeit in dem Punkt, das frühere Gebäude der Unteren Erft in Heimerzheim für dieses Vorhaben zu nutzen. Fördergelder sollten bei der Realisierung helfen. Nur: "Wer Fördergelder haben will, muss auch den Eigenanteil der Gemeinde aufbringen", erklärte Kalkbrenner.

Die Christdemokratin warnte davor, selbst in bewegten Wahlkampfzeiten, ein Kernproblem Swisttals nicht aus den Augen zu verlieren: "Ohne Haushaltskonsolidierung kommen wir nie wieder auf die Erde", sagte sie.