Brandruine steht seit Monaten leer

Ausgebranntes Haus in Buschhoven wird abgerissen

Notdürftig verschlossen: Das ausgebrannte Haus an der Alten Poststraße in Buschhoven (links) soll bald abgerissen werden.

Notdürftig verschlossen: Das ausgebrannte Haus an der Alten Poststraße in Buschhoven (links) soll bald abgerissen werden.

Swisttal. Nach langem Streit mit dem früheren Mieter haben die Eigentümer nun wieder die Schlüsselgewalt über das Gebäude an der Alten Poststraße. Sie wollen das Grundstück verkaufen. Unterdessen hat die Polizei festgestellt, dass das Feuer durch einen technischen Defekt entstand.

Das ausgebrannte Einfamilienhaus an der Alten Poststraße in Buschhoven soll baldmöglichst abgerissen werden. Diese Auskunft gaben jetzt die Eigentümer des Gebäudes auf GA-Anfrage. Wie berichtet, ist das Haus seit einem Brand im November unbewohnbar, die bisherigen Mieter – ein Vater mit drei Kindern – sind bei Verwandten untergekommen. Allerdings dauerte es Monate, bis die Eigentümer über ihre Immobilie verfügen konnten. Unterdessen drohte das Gebäude zum Schandfleck zu verkommen.

Ein Zwangsvollstrecker hat im Auftrag der Eigentümer, einer Beuelerin und ihres in Bornheim lebenden Bruders, der Hängepartie ein Ende gemacht und die Rückgabe ihres bislang vermieteten Elternhauses durchgesetzt. Und damit auch einen Schlussstrich unter den jahrelangen Ärger der Vermieter mit ihrem Mieter gezogen. Der Buschhovener hatte sich seit Jahren geweigert auszuziehen, berichtet die Eigentümerin, die anonym bleiben möchte.

Jetzt sollen Fakten geschaffen werden: „Das Haus wird so schnell wie möglich abgerissen, damit das Grundstück verkauft werden kann“, sagt die Beuelerin. Allerdings müssen zuvor das verkohlte Inventar, Müll und teils private Kleidung der ehemaligen Bewohner entsorgt werden.

Seit Jahren gibt es Ärger um das Haus

Die Probleme begannen, so berichtet die Beuelerin, als ihre Mutter, der der etwa 140 Quadratmeter große Altbau gehörte, pflegebedürftig wurde und in ein Altenheim umziehen musste. Fast zeitgleich war der Familienvater von einem Aufenthalt in Fernost zurückgekehrt. Er hatte sich gerade von seiner Lebensgefährtin getrennt, war kurzfristig bei seinem Vater untergekommen, der ebenfalls in Buschhoven wohnt, und suchte für sich und seine drei Kinder eine Bleibe.

Die Familie sei im August 2014 in das Haus ihrer Mutter einzogen, das ihm für monatlich 550 Euro Warmmiete samt Mobiliar vermietet worden sei, so die Beuelerin. „Wir hätten das Haus nicht vermieten müssen“, sagt der Bruder aus Bornheim, „das war eine reine Gefälligkeit.“ Am Zustand des Hauses, das die Vermieter als ordentlich und sauber bezeichnen, entzündete sich bald Streit. Die Eigentümer werfen dem Mieter vor, er habe „alles verkommen lassen“. Der Garten sei verwildert und heruntergekommen gewesen.

Nach dem Brand zog die Familie zu Verwandten

Der Mieter monierte im Gespräch mit dem GA, die Miete sei für den schlechten Zustand der Immobilie ohnehin zu hoch gewesen. Und vor dem Hintergrund des Brandes im November: Im Haus habe es keine Rauchmelder gegeben. „Wie sollten wir die denn installieren?“, fragt die Beuelerin. „Wir durften die Wohnung ja nicht betreten.“

Im August 2015 folgte die Kündigung, aber der Familienvater zog nicht aus. Für die Eigentümer prekär, denn sie wollten das Haus verkaufen, um die Pflege der Mutter zu finanzieren. Es folgte eine lange juristische Auseinandersetzung. Im Dezember 2016 entschied ein Richter, der Mieter müsse bis Ende 2017 ausziehen. Einen Monat vor Ablauf der Frist kam es zu dem verheerenden Feuer, das laut Ermittlern der Bonner Polizei von der Küche ausging. Brandursache sei höchstwahrscheinlich ein technischer Defekt gewesen, so Polizeisprecher Michael Beyer auf Anfrage des GA.

Der Mieter und seine Kinder sind unterdessen erneut beim Vater eingezogen. Trotzdem dauerte es bis Ende Februar, bis ein Zwangsvollstrecker den Mann zur Schlüsselübergabe an die Eigentümerin bewegen konnte. Warum er nicht schon vor dem Brand freiwillig ausgezogen war? „Das war schwierig“, erklärte der Familienvater dem GA, „da es auf dem Wohnungsmarkt in Buschhoven nichts gab.“