Polnischer Pater in Deutschland

Aus Krakau nach Swisttal

Primiz in Buschhoven: Für einige Wochen ist Pater Maximilian (r.) in Swisttal. Pater Stanislaus Friede (l.) ist sein Mentor.

Primiz in Buschhoven: Für einige Wochen ist Pater Maximilian (r.) in Swisttal. Pater Stanislaus Friede (l.) ist sein Mentor.

Swisttal-Buschhoven. Im Mai wurde Maximilian Wojciech Wojtowicz in seiner polnischen Heimat zum Priester geweiht, am Sonntag feierte er eine Primizmesse in Sankt Katharina in Buschhoven: Der 27-Jährige unterstützt einen Monat lang die Ordensbrüder bei ihrer seelsorgerlichen Arbeit.

Ruhig und souverän wirkte Pater Maximilian Wojciech Wojtowicz bei seiner Primiz am Sonntag in Sankt Katharina Buschhoven. Der 27-jährige Jungpriester aus dem polnischen Dorf Dulcza Wielka – rund 100 Kilometer von Krakau entfernt – wird in den nächsten vier Wochen die Priester der Kongregation vom Heiligen Erzengel Michael bei den heiligen Messen in der katholischen Gemeinde Swisttal unterstützen.

Am 13. Mai in Krakau zum Priester geweiht, feierte Pater Maximilian seine Primiz am 27. Mai in seiner Heimatgemeinde in Polen. „Hier ist es allerdings die erste heilige Messe auf fremdem Boden. Daher feiern wir wieder eine Primizmesse. Das Besondere dabei ist der Primizsegen. Vielleicht weil die Hände des jungen Priesters noch ganz frisch sind“, erklärte der leitende Pfarrer Pater Stanislaus Friede den Gläubigen in der gut gefüllten Kirche. Entsprechend lang war nach dem Gottesdienst die Schlange der Gläubigen, die den Segen in Empfang nahmen – allen voran Pater Friede.

Wojtowicz ist in Swisttal kein Unbekannter, weilte er doch 2013 drei Mal in der Gemeinde, um bei der Kinderkommunion zu helfen. Dass der junge Mann einmal Priester werden würde, kam auch für seine sehr religiösen Eltern überraschend, denn sein Berufswunsch war zuvor eine Zeit lang Polizist. Das änderte sich erst nach dem Abitur 2009. „Ich fühlte mich von Gott berufen. Warum das so ist, ist auch für mich ein Geheimnis“, bekannte der Älteste von vier Kindern.

Deutsch lernte er beim Praktikum in Köln

Er entschied sich für den Eintritt in die Kongregation vom Heiligen Erzengel Michael, da die Schwerpunkte des Ordens zum einen in der Kinder- und Jugendarbeit liegen, zum anderen der Orden sich sehr um arme Menschen kümmert. „Das finde ich gut“, begründete Pater Maximilian die Wahl der Ordensgemeinschaft. 2009 begann das Noviziat, 2010 legte Pater Maximilian seine Ordensgelübde ab. Im Anschluss besuchte der junge Mann das Priesterseminar in Krakau. Ein einjähriges Praktikum 2013 verbrachte er in Köln, um Deutsch zu lernen, setzte dann aber seine Studien der Theologie und Philosophie bis zur Priesterweihe 2017 in Krakau fort.

Der erste Einsatzort des jungen Priesters nach dem Aufenthalt in Buschhoven wird in Gniezno, dem früheren Gnesen, sein. „Ich werde allerdings alles versuchen, dass Pater Maximilan in die Erzdiözese Köln versetzt wird“, betonte Pater Friede. Er hofft, dass der junge Geistliche vielleicht irgendwann auch in Buschhoven seinen Dienst versehen wird, da er bereits 70 Jahre alt und seine Zeit als leitender Pfarrer begrenzt sei.

Sein Wunsch: Buschhoven oder Argentinien

Eine Arbeit im Ausland kommt Pater Maximilian sehr entgegen. „Eine Tätigkeit in Buschhoven oder Argentinien würde mir schon gefallen.“ Sein Hobby ist die Musik. Er komme aus einer musikalischen Familie, sein Vater sei der Organist der Heimatgemeinde, berichtet er. Er spielt Gitarre und Orgel und hofft, damit besonders junge Leute zu erreichen.

Jetzt freut er sich auf die künftige Gemeindearbeit. Eine eigene Familie werde er nicht vermissen. „Meine Familie ist die Gemeinde. Wir sind alle Kinder Gottes“, so der junge Priester. Die Gottesdienstbesucher beteten schon mal mit Pater Friede, dass Wojtowicz „über Gott glücklich ist und ihm treu bleibt“.