Sicherheit für Radfahrer in Swisttal

"Öffentliches Interesse" überwiegt Artenschutz

Schlecht beleuchtet ist der Radweg zwischen Morenhoven und Buschdorf.

Schlecht beleuchtet ist der Radweg zwischen Morenhoven und Buschdorf.

SWISTTAL. Beleuchtung für Radweg am Naturschutzgebiet nimmt erste Hürde. Kreis erkennt Notwendigkeit einer Beleuchtung in den Abendstunden an. Gutachter haben jetzt das Wort.

Eine wichtige Hürde zur Realisierung der Beleuchtung des Radwegs zwischen Morenhoven und Buschhoven ist genommen: Der Rhein-Sieg-Kreis hat das „überwiegende öffentliche Interesse“ für die Befreiung von den Vorgaben der Naturschutzrichtlinie für die Schutzgebiete und Arten entlang der Trasse anerkannt. Darüber hat Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner den Bau-, Vergabe- und Denkmalschutzausschuss jetzt informiert.

„Damit ist ein Etappenziel erreicht“, stellte Kalkbrenner fest. Dies sei auch der intensiven Arbeit der Sportvereine zu verdanken, wie sie betonte. Für das weitere Befreiungsverfahren müssen nun diverse Prüfungen und gutachterliche Aussagen getroffen werden wie etwa zur artenschutzrechtlichen Verträglichkeit der Beleuchtung.

Wie berichtet, ist der Radweg, der an der Landstraße 493 am Wald entlang führt, auf der 950 Meter langen Strecke zwischen Morenhoven und dem Abzweig zur Sportanlage am Ortsrand von Buschhoven nicht beleuchtet. Der Radweg wird aber von vielen Kindern und Jugendlichen genutzt, die zur Sportanlage fahren. Bereits vor drei Jahren hatte sich der SV Swisttal deshalb mit der Bitte um Abhilfe an die Gemeinde gewandt. 50 000 Euro waren im Haushalt für die Beleuchtung eingeplant. Realisiert werden konnte sie aber bislang nicht, weil der Radweg auf einer Länge von 500 Metern an das FFH–Schutzgebiet Waldville und an ein Naturschutzgebiet grenzt.

Die Untere Landschaftsbehörde hatte das Vorhaben in erster Instanz abgelehnt. Auch hatte sie in dem Kompromiss, die Beleuchtung nur während der Dämmerung bis 20 oder 22 Uhr – je nach Jahreszeit – ein- und nachts auszuschalten, erhebliche Beeinträchtigungen für die Schutzgebiete und Arten entlang der Trasse gesehen. Der SV Swisttal hatte dann Zählungen zur Frequentierung des Radwegs gemacht, der auch eine wichtige Verbindung darstellt von Morenhoven zum größeren Ort Buschhoven mit seiner Infrastruktur von Schule über Ärzte und Banken bis Einzelhandel.

In sehr aufwendiger Analyse der verschiedenen Aspekte war der SV zu dem Fazit gelangt, dass „das öffentliche Interesse an sicherem Alltagsradverkehr für die verschiedenen Nutzergruppen durch zeitlich begrenzte und reduzierte Beleuchtung und am Schutz der Verbindung der Ortsgemeinschaften und deren regionalen Anbindung überwiegen“. Eine sinnvolle Alternative zur Sicherung des Radwegs durch Beleuchtung, auch der 500 Meter entlang des Schutzgebietes, gebe es nicht. Die Bürgermeisterin hatte sich in einem Schreiben an den Kreis dem Vorstoß des Sportvereins angeschlossen.