Denkmalpflege

Zäune und Schilder zur Absicherung der Tomburg

Ruine im herbstlichen Wald: Auf dieser Luftaufnahme sind die Ergebnisse der Sicherungsarbeiten an der Tomburg deutlich zu erkennen.

Ruine im herbstlichen Wald: Auf dieser Luftaufnahme sind die Ergebnisse der Sicherungsarbeiten an der Tomburg deutlich zu erkennen.

Rheinbach. Neun Monate lang wurde die Tomburg saniert. Jetzt stehen Bauzäune um die Mauerreste der Wirtschaftgebäude. Sie sollen nicht nur die Ruine schützen, sondern auch leichtsinnige Besucher vor Unfällen.

Besucher der Tomburg wundern sich über eine Reihe von Bauzäunen, die rund um die ehemaligen Wirtschaftsgebäude aufgebaut sind. Auch Verbotsschilder warnen neuerdings vor dem Betreten des abgesperrten Bereichs. Dabei geht es genauer gesagt um massive Mauerreste nahe der Abbruchkante des Burgplateaus. Vermutlich handelt es sich dabei laut des Tomburg-Experten Andreas Herrmann „um die Ruinen einst mehrstöckiger Bauten, die teilweise auch eine militärische Funktion hatten“.

Wie bereits mehrfach berichtet, waren Teile der Mauerreste erst unlängst im Auftrag des Eigentümers der Burgruine, der Stadt Rheinbach, aufwendig saniert worden. Unter anderem hatte eine Fachfirma aus Wismar eine neue Stützmauer zur Stabilisierung dieses Bereiches eingezogen. Wenige Meter entfernt, dort wo einst die mächtige Mauer gestanden hatte, fällt das Gelände nämlich steil ab, es besteht Absturzgefahr. Schließlich war dieser Teil der Anhöhe auch längere Zeit als Steinbruch genutzt worden.

Was es mit den Bauzäunen genau auf sich hat, erklärt Rheinbachs Stadtsprecher Norbert Sauren so: „Die Bauzäune dienen der Absicherung bis entsprechende dauerhafte Sicherungsmaßnahmen installiert sind.“ Auch wolle die Stadt verhindern, dass Mauern betreten „oder erklettert werden“. Hinweis- und Gefahrenschilder hätten Besucher bislang nicht von solchen Aktion abgehalten. „Die Tomburg ist beliebtes und stark frequentiertes Ausflugsziel mit einer hohen Anziehungskraft“, führt Sauren aus. „Leider ist immer wieder zu beobachten, dass sich insbesondere auch Familien mit kleineren Kinder nicht der Gefahren bewusst sind, die von historischen Burganlagen ausgehen und diese mehr als Abenteuerspielplatz mit historischem Ambiente erleben.“

Zeitweise wurde die Burg als Steinbruch genutzt

Der Stadtsprecher stellt nochmals klar, dass es sich um eine historische Wehranlage handelt, die zeitweise auch als Steinbruch genutzt wurde. „Das Begehen erfolgt immer auf eigene Gefahr, zumal überall Stolper- und Absturzgefahr besteht.“ Würden Aufmauerungen überklettert und Bereiche betreten, die aus statischen Gründen mit der Stützmauer versehen wurden, „besteht latente Unfallgefahr“, betont Sauren. „Deshalb, und auch zum Schutz der restaurierten Mauerreste, hält die Stadt es für sinnvoll, diese Flächen vor der Zugänglichkeit zu sichern.“

Bleibt die Frage, wie hoch die Summe für die Sanierungsmaßnahme nun insgesamt ausgefallen ist. Dazu muss man wissen, dass im im Zuge der rund neun Monate währenden Arbeiten durch die Wismarer Fachfirma aufwendige Mehrarbeiten notwendig geworden waren. Infolge des Mehraufwands war bald absehbar, dass die zur Verfügung stehenden knapp 200.000 Euro nicht ausreichen würden. Unter anderem war der Bau besagter Stützmauer notwendig geworden, um Teile der Ruinenreste auf dem Plateau vor einem Abrutschen zu sichern. Das diese neue Mauer notwendig werden würde, war im Vorfeld so nicht absehbar gewesen. Auch, weil der starke Pflanzenbewuchs an dieser Stelle eine genaue Inaugenscheinnahme erschwert hatte.

Verzicht auf das Aufmauern von Mauerresten

Um Gelder im Verlaufe der Arbeiten an anderer Stelle einzusparen, hatte man auf einen an sich zentralen Bestandteil der Sicherungsmaßnahme verzichtet: Auf das Aufmauern von bislang kaum sichtbaren Mauerresten im Bereich der Wirtschaftsgebäude der Burg, die so auch langfristig gesichert werden sollten. Dieses Aufmauern war Gegenstand des Förderbescheids der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gewesen. Befürchtungen, dass in dem Fall die Fördermittel zurückgefordert werden könnten, hatten sich nicht bestätigt.

Trotzdem verteuerte sich das Projekt deutlich: „Die Gesamtbaukosten belaufen sich auf rund 238.000 Euro“, stellte Sauren jetzt klar. Bezahlt werden die Mehrkosten vor allem dank einer Aufstockung von Fördermitteln durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz. Die erhöhte laut Sauren ihre Zuwendung von ursprünglich 60.000 Euro auf 90.000 Euro.