Denkmalpflege in Rheinbach

Viele helfen beim Erhalt der Mauern

Rheinbach. Eine Plakette erinnert jetzt an die aufwendige Sanierung der Tomburg in Rheinbach. Mauerreste wurden für fast 240.000 Euro gesichert. Stadt, Landschaftsverband, Denkmalstiftung und Tomburg Ritter haben sich an den Kosten beteiligt.

„Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz – mithilfe der Glücksspirale“ steht auf der bronzenen Plakette zu lesen, die am Donnerstag Vertreter verschiedener Institutionen an einem Mauerrest im Schatten des Bergfrieds der Tomburg bei Rheinbach angebracht haben. Anlass war, wie mehrfach berichtet, dass Teile der mittelalterlichen Tomburg-Ruine für fast 240 000 Euro saniert wurden und diese Arbeiten nun offiziell abgeschlossen sind.

Möglich wurde das durch die Hilfe verschiedener Geldgeber: der Stadt Rheinbach, des Landschaftsverbandes Rheinland, des Vereins der Wormersdorfer Tomburg Ritter und eben maßgeblich auch mit Fördermitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Von daher war es dem Ortskurator der Stiftung Denkmalschutz für die Region Bonn/Rhein-Sieg, dem Bonner Michael Vangerow, ein Anliegen, mit dem Anbringen der Plakette zu zeigen, was viele Hände bewirken können. Und wie wichtig es daher sei, „den Gedanken des Denkmalschutzes weiterzutragen“.

Zu der kleinen Zeremonie auf dem Burgplateau waren Vertreter aller Förderer der Sanierungsaktion gekommen: Neben dem Ortskurator Vangerow von der Stiftung Denkmalschutz war Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz ebenso dabei wie eine Abordnung des Vereins der Tomburg Ritter und Andreas Herrmann, Vorsitzender des Fördervereins Freundeskreis Tomburg. Herrmann weiß nicht nur viel über die Historie der Tomburg, sondern mit dem Freundeskreis will er auch weitere Sanierungsprojekte auf dem größtenteils noch unerforschten Burgberg anstoßen.

Nachdem Experten an der Burganlage zuletzt Anfang der 1970er Jahre ausgewaschene Fugen in den Mauerresten verfüllt hatten, war zwischen Herbst 2017 und Sommer 2018 eine zweite Maßnahme zum Erhalt von Mauerresten notwendig geworden. Dabei konzen-trierte sich eine Spezialfirma aus Wismar in Mecklenburg-Vorpommern auf die ehemaligen Wirtschaftsgebäude am Rande der Burg.

„Neben fehlender Haftung des Mörtels und dem dazu führenden Verlust einzelner Steine und flächenhafter Ablösungen von Mauerpartien, schädigte auch Pflanzenbewuchs und eindringendes Wasser das Mauerwerk“, beschreibt die Stadt die damalige Ausgangslage.

Das Problem war zuvor jedoch gewesen, die erforderlichen Mittel für die notwendige Sanierung zusammenzubekommen. Doch das klappte dank einer konzertierten Aktion: Die Stiftung Deutscher Denkmalschutz spendierte insgesamt 90 000 Euro, der Landschaftsverband Rheinland 35 000 Euro, die Tomburg Ritter 2000 Euro und die Stadt Rheinbach steuerte mit rund 111 000 Euro den größten Betrag bei. Für Rainer Land, Leiter des Kulturamtes des Rhein-Sieg-Kreises, war und ist dieses bürgerschaftliche Engagement in Rheinbach geradezu vorbildlich: „Ein solches Ehrenamt würden wir uns auch zum Erhalt der kreiseigenen Burgruine in Windeck wünschen. So etwas fehlt aber noch.“

Die Tomburg entstand ungefähr um das Jahr 900 herum. Zur Jahrtausendwende residierte der lothringische Pfalzgraf Ezzo auf der Tomburg. Später kam die Burg in den Besitz des Kölner Erzbistums, ehe sie ein Lehen der Grafen von Kleve wurde. Im 14. Jahrhundert verlor die Burg ihre militärische Bedeutung. Nach einem Streit mit Friedrich von Sombreff, Herr zu Tomburg und Landskron, zerstörten Truppen des Herzogs von Jülich am 7. September 1473 die Tomburg fast vollständig.