So gesehen zum Streit in der Rheinbacher CDU

Versöhnliche Weihnacht

Timo Wilhelm-Buchstab (rechts) und Markus Pütz sind am Samstag in Rheinbach Nikolaus und Knecht Ruprecht.

Timo Wilhelm-Buchstab (rechts) und Markus Pütz sind am Samstag in Rheinbach Nikolaus und Knecht Ruprecht.

Rheinbach. Eine Menge Streit und verbale Anfeindungen gab es in diesem Jahr in den Reihen der Rheinbacher Christdemokraten. Am Samstag hilft kein Geringerer als der heilige Nikolaus dabei, dass zwischen den Lagern die gewünschte Harmonie eintritt.

Viele in der Rheinbacher CDU haben bis heute Nackenschmerzen vom unablässigen Kopfschütteln während der konfliktgeladenen Mitgliederversammlung der Christdemokraten vor vier Wochen. Die verbalen Sperrfeuer der Kontrahenten aus Fraktion und Vorstand des Stadtverbandes klingen den über 200 Mitgliedern, die im Schützenhaus dabei waren, noch in den Ohren. Ob und wie diese Gräber jemals wieder zugeschüttet werden, fragten sich indes nicht nur die neutralen Beobachter dieses verstörenden Geschehens.

Jetzt ist klar: Die Christdemokraten setzen in ihrer Hoffnung auf Harmonie ganz auf die versöhnliche und besinnliche Kernkompetenz des Fests der Liebe. Denn: Wenn der – von der CDU beauftragte – heilige Nikolaus (in Person von Timo Wilhelm-Buchstab) am Samstag von 10 bis 13 Uhr an der Rheinbacher Weiherstraße auftaucht, um Glühwein, alkoholfreien Punsch, Äpfel, Schokolade und Weihnachtssterne zu kredenzen, hat er drei Gesellen mit im Gepäck, die sich – positiv ausgedrückt – in den vergangenen Wochen und Monaten nicht gerade mit Sympathie begegnet sind. Der wiedergewählte Parteichef Markus Pütz, der zum zweiten Mal in die Rolle des Knecht Ruprecht schlüpft, bekommt Unterstützung von Bürgermeister Stefan Raetz und von Fraktionschefin Silke Josten-Schneider.

Das Tischtuch zwischen Raetz und Pütz gilt als zerschnitten, seitdem es zwischen beiden zu Unstimmigkeiten bezüglich eines Unterstützungsschreibens gekommen ist. In dem Brief an die CDU-Mitglieder hatte sich Raetz für eine Wiederwahl von Pütz ausgesprochen, später aber den Nichtversand dieses Schreibens gefordert, was, so Pütz, technisch nicht mehr möglich gewesen sei. Und die Parteifreunde Josten-Schneider und Pütz gelten eher als Parteifeinde, seitdem beide 2016 die Bereitschaft bekundet hatten, für die Landtagswahl 2017 zu kandidieren. Als Pütz seine Bewerberschaft bekannt machte, soll Josten-Schneider, die ebenfalls ihren Hut als Kandidatin in den Ring warf, dies mit den Worten: „Wenn du gegen mich antrittst, mache ich dich fertig“ kommentiert haben.

Nun ist also klar, wen Markus Pütz im Sinn hatte, als er zur Befriedung der Lager in der CDU Rheinbach von einem „bundesweit bekannten Mediator“ sprach, der die auseinanderdriftenden Lager wieder mit einer Stimme sprechen lässt: Es ist der heilige Nikolaus persönlich.