Krimitage in Rheinbach

Val McDermid erhält den Rheinbacher Glasdolch

Rheinbach. Die zweite Auflage der Krimitage besticht mit jeder Menge Frauenpower. Eine Auszeichnung geht an die schottische Schauer-Queen am 3. Oktober. Die Mörderischen Schwestern lesen aus ihren Werken.

Wie schon die Premiere im vergangenen Jahr kann auch die zweite Auflage der Rheinbacher Krimiwoche mit prominenten Namen der Schauerliteratur glänzen. In der ersten Oktoberwoche bieten die Buchhandlung Kayser und der CMZ-Verlag aus Rheinbach den Liebhabern von Spannung und Nervenkitzel in der historischen Aula des St. Joseph-Gymnasiums aus dem Jahr 1911 drei hochklassige Abende an.

Zum Auftakt am Dienstag, 2. Oktober, lockt die Ladies Crime Night mit einer gehörigen Portion Frauenpower: Sechs Kriminalschriftstellerinnen sind ab 19 Uhr auf der Aulabühne zu erleben. Nina George führt durch diesen Abend der Mörderischen Schwestern. Die in 36 Sprachen übersetzte Bestsellerautorin (Das Lavendelzimmer, Die Schönheit der Nacht) und Bücherfrau des Jahres 2017 schreibt gemeinsam mit ihrem Mann unter dem Pseudonym Jean Bagnol Provencekrimis und gehört selbst zu den Mörderischen Schwestern, der mit über 500 Mitgliedern größten europäischen Krimiautorinnen-Vereinigung.

Das Format der Ladies Crime Night, das in der Region bis dato in der Form noch nicht zu erleben war, hat sich als Aushängeschild der Mörderischen Schwestern eta-bliert. Diese besondere Art der Lesungsgestaltung zeichnet sich dadurch aus, dass jeder Autorin sieben Minuten Lesezeit zur Verfügung stehen. In dieser Zeit darf sie morden, ermitteln, Täter überführen oder etwa Leichen in Kellern vergraben. Die Autorin liest gegen die Uhr, die unerbittlich tickt und ihr nach Ablauf von 420 Sekunden das Leserecht mitten im Wort mit einem Schuss wieder nimmt. Bei der Rheinbacher Ladies Crime Night gehen diese Autorinnen an den Start: Janet Clark (München, Präsidentin der Mörderischen Schwestern) mit Black Memory, Ella Dälken (Düsseldorf) mit Tot im Winkel, Christiane Dieckerhoff (Datteln) mit Spreewaldrache, Sabine Klewe (Düsseldorf) mit Der Nachtjäger, Heidi Möhker (Rheinbach) mit Fräulein Broich und Regina Schleheck (Leverkusen) mit Mörderisches Leverkusen.

Querschnitt der aktuellen Krimiszene

Diese illustre Zusammenstellung bietet den Zuhörern einen Querschnitt der aktuellen Krimiszene, der von eher vergnüglichen Cosy-Crimes, Geschichten, die auf allzu viel Horror und Gewalt verzichten, über den historischen Kriminalroman bis zum Thriller reicht. Für die Musik des Abends sorgt Jazzgitarrist Bert Enkel. Der Eintritt kostet 15 Euro.

Auch der zweite Abend der Krimiwoche am Mittwoch, 3. Oktober, 19 Uhr, bietet Außergewöhnliches: Die schottische Crime-Queen Val McDermid nimmt den Rheinbacher Glasdolch 2018 entgegen. Nach Peter James ist sie die zweite Preisträgerin des Krimipreises und mit über zwölf Millionen verkauften Büchern eine der erfolgreichsten Vertreterinnen ihres Genres. McDermids bekannteste Figuren sind der Profiler Tony Hill und DI Carol Jordan als Hauptakteure. Seit 2003 gibt es mit Karen Pirie eine weitere Hauptfigur mit einer eigenen Reihe. Vor der Preisverleihung liest McDermid aus ihrem neuesten Roman Out of Bounds (Der Sinn des Todes). Der Bad Godesberger Bestsellerautor und Dylan-Übersetzer Gisbert Haefs moderiert den Abend und wird zudem die deutschen Textpassagen aus Der Sinn des Todes vortragen. Der Eintritt kostet 15 Euro.

Das dritte Glanzlicht der Krimiwoche bildet am Freitag, 5. Oktober, ab 19 Uhr die Lesung von Günter Detro aus Rheinbach aus seinem neuen lustigen Krimi SoKo Schlafsack. Elf Leichen werden in der kleinen Ipplendorfer Kapelle bei Wormersdorf aufgefunden, und Sonderermittler Jost Brecht muss sein ganzes Können einsetzen, bis er die Fäden entwirrt hat. Für Detro wird der Abend ein Heimspiel, ist er in der Region schon bestens durch seine Kurzgeschichten und absurden Gedichte bekannt.Der Eintritt kostet zehn Euro.

Karten sind erhältlich in den Geschäftsstellen des General-Anzeigers, unter www.bonnticket.de und in der Buchhandlung Kayser, Hauptstraße 28.