Bürgerinitiative "Rheinbacher für Stolpersteine"

Stolpersteine: Initiative übt Kritik

RHEINBACH. In der kontroversen Debatte um die Verlegung von Stolpersteinen in Rheinbach meldet sich noch einmal die Bürgerinitiative "Rheinbacher für Stolpersteine" zu Wort. "Die Verlegung von Gedenksteinen für alle Opfer des Nationalsozialismus ist ein ethisches Thema, das sich nicht für parteipolitische Auseinandersetzungen eignet", heißt es in einer Pressemitteilung mit Blick auf die Sitzung des Ausschusses für Standortförderung Ende Januar, in der die Mehrheit von CDU und FDP den Bürgerantrag zu den Stolpersteinen vertagt hatte.

Wie berichtet, hatten SPD und Grüne daraufhin unter Protest die Sitzung gemeinsam mit rund 20 Vertretern der Bürgerinitiative verlassen.

"Trotz der beispiellosen Unterstützung des Bürgerantrags mit 1600 Unterschriften aus der Bevölkerung haben es die Mehrheitsfraktionen im Rat der Stadt Rheinbach entgegen ihren Aufrufen zu mehr bürgerlichem Engagement bei der Aufbereitung der Rheinbacher Geschichte vorgezogen, die Bürger vor den Kopf zu stoßen", kritisiert Initiativen-Sprecherin Daniela Roggendorf das Vorgehen.

"So lud man sie zunächst zur Ausschusssitzung, um sie dann mittels Vertagungsantrag unverrichteter Dinge wieder nach Hause zu schicken - statt mit ihnen in Dialog zu treten." Die Initiative verwahre sich zudem gegen den Vorwurf, Gegner des Projektes pauschal des Antisemitismus bezichtigt zu haben. Antisemitische Äußerungen Einzelner gelte es aber als solche zu bezeichnen.

Die Initiative wünscht sich, dass Rheinbach ergänzend zur bereits bestehenden Erinnerungskultur "ebenfalls Teil dieses einzigartigen europaweiten Erinnerungsprojektes wird. Die Rheinbacher Opfer des Nazi-Terrors sind es uns wert, dass wir ihrer in dieser besonderen Weise gedenken", teilt die Initiative mit. Längst habe diese Form des Gedenkens in den Nachbarkommunen wie überhaupt europaweit Anerkennung erfahren und werde inzwischen auch vom Zentralrat der Juden befürwortet.

Wenn ein parteiübergreifender Konsens zur Verlegung der Stolpersteine nicht möglich sei, "werden wohl die Bürger der Stadt Rheinbach statt des Rates entscheiden müssen", fordert die Initiative.