Förderschulen in Uedorf und Rheinbach

Städte und Kreis diskutieren über Kooperation

Rund 120 Mädchen und Jungen besuchen die Verbundschule in Uedorf.

RHEIN-SIEG-KREIS. Können durch eine Zusammenarbeit zwischen Kommunen die städtischen Förderschulen in Bornheim und Rheinbach erhalten bleiben? Über diese Frage machen sich zurzeit nicht nur die beiden Städte, sondern auch der Rhein-Sieg-Kreis intensiv Gedanken.

Wie berichtet, bangen sowohl die Verbundschule in Uedorf als auch die Albert-Schweitzer-Schule in Rheinbach um ihre Zukunft. Nach einer Verordnung des Landes Nordrhein-Westfalen sollen Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen nur dann bestehen bleiben, wenn sie mehr als 144 Schüler haben. Laut Kreisschulamtsleiter Hans Clasen hat die Einrichtung in Uedorf aktuell rund 120 Schüler, Rheinbach etwa 70 - zu wenig also. Und: Nicht nur die Verordnung zu den Mindestgrößen, auch das 9. Schulrechtsänderungsgesetz (siehe Kasten) bereitet den Förderschulen Sorgen.

Am Dienstag berichtete Clasen im Kreisausschuss für Schule und Bildungskoordinierung, der im Duisdorfer Berufskolleg tagte, über den aktuellen Stand der Gespräche zwischen dem Kreis und den Kommunen über die Zukunft der Schulen. In Bezug auf Rheinbach sprach er von "Denkmodellen", die im Raum stünden. Konkretes gebe es aber nicht zu berichten. "Es hat bereits Gespräche zwischen Rheinbach und dem Kreis gegeben", fügte Clasen auf Anfrage des General-Anzeigers hinzu. Auch wäre es denkbar, die Stadt Bonn mit ins Boot zu holen. Das sei aber bisher nur eine Idee.

Laut Wolfgang Rösner, Leiter des Fachbereichs Jugend, Schule und Sport in Rheinbach, ist das Interesse weiterhin, "dass der Standort erhalten bleibt". Die Stadt befinde sich derzeit in der Phase, mit allen Beteiligten Lösungen zu finden, sagte er. Dabei seien Kooperationen möglich, es sei aber auch denkbar, die Förderschwerpunkte anzupassen.

Für die Verbundschule in Uedorf sprach Clasen von der Idee, mit der Drachenfelsschule in Königswinter-Niederdollendorf zu kooperieren. Möglich wäre ein System, bei dem Schüler und Lehrer nicht zwischen den beiden Förderschulen hin und her fahren müssten.

Konkretes dazu konnte ein Sprecher der Stadt Königswinter am Mittwoch nicht sagen. Bornheims Sozialdezernent Markus Schnapka sprach gegenüber dem GA von einer Initiative, die die Städte Bornheim, Bonn und Königswinter einbezieht. "Wir streben an, dass wir uns zu dritt zusammensetzen", sagte er. Ein Treffen sei in ein paar Wochen geplant. Dabei werde auch das Thema Förderschwerpunkte diskutiert, da die Schulen zum Teil unterschiedliche Ausrichtungen hätten. "Zum Thema Förderschulen wird es zwischen Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis noch Gespräche geben", sagte wiederum eine Sprecherin der Stadt Bonn.

Laut Schnapka ist es auch möglich, dass Rheinbach mit ins Boot genommen werden könnte. Lediglich eine reine Kooperation zwischen Bornheim und Rheinbach schließt er aus. "Wir haben mit Rheinbach gesprochen, aber zu zweit würden die Zahlen nach der Schulentwicklungsplanung nicht ausreichen, um eine große Zukunft zu haben", so Schnapka. Generell sei die Mindestgrößenverordnung aus seiner Sicht nicht richtig, weil sie einen sehr abrupten Wandel hervorbringe.

Dem Kreis sei es wichtig, das Angebot an Förderschulen in der Fläche zu erhalten, betonte Kreisschulamtsleiter Clasen. "Es soll ein echtes Alternativangebot für die Eltern aufrecht erhalten werden." Kinder sollten nicht unnötig durch die Gegend gefahren werden. Bei einem Thema wie Inklusion gelte es, "sehr genau zu überlegen und nichts Kurzfristiges zu entscheiden."

Gesetzliche Regelung

Mit dem 9. Schulrechtsänderungsgesetz hat NRW den Auftrag der UN-Behindertenrechtskonvention umgesetzt und erste Schritte zur inklusiven Bildung geregelt. Ab dem Schuljahr 2014/15 haben Kinder mit Behinderung das Recht auf gemeinsamen Unterricht mit nicht-behinderten Kindern. Zunächst gilt das für die Klassen 1 und 5.