Weit mehr als hundert Menschen nehmen an der Mahnwache vor der Kirche teil

Solidarität mit den Forderungen der Frauen

Viele Diskussionen und viele Forderungen gibt es bei der Mahnwache der katholischen Frauen in Rheinbach. FOTO: KEHREIN

Viele Diskussionen und viele Forderungen gibt es bei der Mahnwache der katholischen Frauen in Rheinbach. FOTO: KEHREIN

RHEINBACH. Geschlechter- und Generationenübergreifende Solidarität erfuhr am Sonntag die Mahnwache der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) Rheinbach, mit der die Frauen ihre Forderungen im Rahmen der Aktion Maria 2.0 nach Veränderung in der katholischen Kirche unterstrichen.

Zugang der Frauen zu allen Berufungen in der Kirche, eine geschwisterliche Kirche für alle Frauen und Männer, Aufhebung des Pflichtzölibats, Aufklärung aller Missbrauchsfälle und juristische Verfolgung der Täter.

130 Frauen, Männer und Jugendliche vor allem der KjG blieben gemeinsam mit den kfd-Frauen "draußen" auf dem Kirchplatz und feierten eine Andacht. Gleichzeitig waren nur rund 50 Besucher in der Pfarrkirche im Gottesdienst, den Abbé Thibault zelebrierte.

Mit der Mahnwache wolle die kfd ein Zeichen setzen, so Gudrun Jülich vom Leitungsteam, dass es Zeit sei für einen Neuanfang. "Wir stehen heute vor der Kirche, um deutlich zu machen, dass Frauen in der Kirche immer noch draußen stehen, wenn es um wichtige Entscheidungen geht", sagte sie.

"Sitzt denn die Berufung auf dem Y-Chromosom?", war eine der beachteten Fragestellungen der Frauen. Ihre Forderung nach Berufung für Frauen untermauerten sie auch mit der Bibel: "Wenn eine Frau das Wort geboren hat, warum sollen Frauen nicht das Wort von der Kanzel verkünden?"

Auch ihre Forderung nach Offenlegung der Verbrechen in Zusammenhang mit Missbrauch in der katholischen Kirche machten die Frauen deutlich. Zugleich betonten sie, dass sie im Vertrauen auf Gott und seine Begleitung "weiter den Weg mit und in der Kirche Schritt für Schritt vorwärts gehen" wollen.

"Es kann doch nicht richtig sein, dass die Kirche die Hälfte aller Talente von Ämtern fern hält. Damit schadet sie sich doch selbst", zeigte sich Bernhard Hohn solidarisch. Mit Lorenz Dierschke war er sich einig, dass die Aktion "keine Demo gegen etwas, sondern für etwas" sei:  "Für Kirche, wie wir sie uns alle wünschen und wie sie uns allen durch das Evangelium mitgegeben ist."

Auch ein Gottesdienstbesucher, dessen Partnerin auf dem Kirchplatz an der Mahnwache teilnahm, während er die Messe mitfeierte, erklärte sich solidarisch: "Ich unterstütze die Aktion voll und ganz, weil es einfach überfällig ist." Solidarität kam auch von der kfd Heimerzheim. Kfd-Frau Christine Luppus war im kfd-T-Shirt in Begleitung ihres Ehemanns Jürgen gekommen, um die Aktion in Rheinbach zu unterstützen: "In der Kirche muss etwas passieren. Den Wandel muss man jetzt voranbringen", so das Ehepaar Luppus.

Nach der Andacht konnten Wünsche an die "Kirche 2030" auf Karten geschrieben werden. Sie sollen im Pfarrbrief veröffentlicht werden und an Rainer Maria Kardinal Woelki geschickt werden, damit er "eine Stimmung von der Basis bekommt", wie Birgit Keil vom kfd-Leitungsteam sagte.

"Faires Miteinander für Frauen", "Mehr Einsatz gegen Ungerechtigkeit", "Praktizierte Ökumene, um die Gaben und Kräfte aller Christen zu bündeln" waren ebenso Wünsche für die Kirche der Zukunft wie "Zulassung von Frauen zu allen Ämtern", "Kirche für die Menschen und nicht Menschen für die Kirche" oder "Frauen als Priesterinnen, Bischöfinnen und Päpstin - Es ist höchste Zeit!"